„The Joy Spence Appleton Estate Rum Experience“ aka Appleton-Rum-Tour


„The Joy Spence Appleton Estate Rum Experience“ – also echt jetzt- wer soll sich diesen Bandwurm denn merken?! Als wir 2013 hier waren, war das noch schlicht und einfach die gute alte „Appleton-Rumtour“. Um eines gleich vorweg zu nehmen: Es hat sich nicht nur der Name geändert! Einen direkten Vergleich zwischen der alten und der neuen Appleton-Rum-Tour können wir allerdings nicht so einfach ziehen. Wir haben die neue Rum-Tour in Appleton getestet und versprechen euch: so schnell werdet ihr diesen Ausflug in Jamaikas Rumwelt nicht vergessen! 

Am südlichen Fusse der Ausläufer der Berge des Cockpit Countrys liegt eingebettet ins fruchtbare Nassau Valley das Appleton Estate. Hier wächst auf den Zuckerrohrfeldern das Rohmaterial für den einzigartigen Appleton-Rum. Die Geschichte des Appleton Estate geht bis in die Mitte des 17.Jahrhunderts zurück, bereits in der Mitte des 18.Jahrhunderts wurde das Appleton Estate der Familie Dickinson als Rum produzierendes Estate auf Jamaika erwähnt.

Wie kommt man zum Appleton Estate auf Jamaika?

JEDES Tourunternehmen auf Jamaika hat die Appleton-Tour in seinem Standard-Programm. Meist in Kombination mit den Y.S. Falls und der Black-River-Safari-Tour. Wer auf eigene Faust zur „Joy Spence Appleton Estate Rum Experience“ möchte – nur zu, Spontanbesucher sind willkommen. Das Handynavi weiss Bescheid und das Appleton Estate ist bestens ausgeschildert, also sparen wir uns die Anfahrtsbeschreibung. Tipp: Vom Süden aus ist es schneller zu erreichen, als vom Norden her. Ein bisschen schade ist, dass bei eigener Anreise mindestens einer im Auto NICHT geniessen kann, denn auch auf Jamaika gilt: Don’t drink and drive! Direkt gegenüber vom Eingangstor des abgezäunten Appleton-Geländes befindet sich ein riesiger, kostenloser Parkplatz.

Erstmal an die Appleton-Rum-Bar

Im Aussenbereich gibt es einen uralten, aber hübsch restaurierten Ford-Lieferwagen zu bestaunen, mit dem dazumal die Rumfässer ihren Weg zum Kunden oder aufs Schiff gefunden haben dürften. Am Eingang wird man empfangen und eingewiesen. Touren finden von Mo bis Sa von 9 bis 16 Uhr statt, man sollte etwa zwei Stunden einplanen. Preise und mehr Infos gibt es auf der Website von www.appletonestate.com . In die stündlich startende Führung ist ein Rumdrink inkludiert, den man entweder auf die nächste Tour wartend an der Bar einnehmen oder direkt auf der Tour geniessen kann.

Fragt nach Stormy Valley, wenn ihr es ein wenig stärker vertragt. Grämt euch also nicht zu sehr, wenn ihr auf eure Tour warten müsst, der Wartebereich um die Bar herum ist gemütlich möbliert und klimatisiert und die Bar hat sicher gegen Bares auch Alkoholfreies anzubieten.

Die Tour startet mit der Vorstellung der Namensgeberin Joy Spence, welche 1981 schon in die Dienste des Appleton Estates trat und 1997 zum ersten weiblichen Masterblender avancierte. Nach ein paar Basics über die Geschichte Jamaika und den Rohstoff Zuckerrohr wird im hauseigenen Minikino ein etwa siebenminütiges Imagefilmchen über die Geschichte des Appleton Estate selbst gezeigt. Das Appleton Estate ist eines der wenigen noch in Betrieb befindlichen Anwesen auf Jamaika, wo noch vom Zuckerrohr bis zum jahrelang gereiften Rum alles in eigener Hand liegt.

Alles über Zuckerrohr

Dann geht es nach draussen, wo an verschiedenen, teils in Pavillons untergebrachten Stationen die Rumherstellung in Appleton vom Zuckerrohr bis zum Fass gezeigt wird. Zuckerrohr hat man ja bei der Anreise auf den Feldern schon reichlich gesehen, trotzdem kann man bei der ersten Station ein paar Hälmchen bewundern, aus denen dann der Rohstoff für den Rum gewonnen wird.

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Früher wurde Zuckerrohrsaft mechanisch mit Eselskraft gepresst, welches den Tourgästen live demonstriert wird. An dieser Station gibt es auch die erste Probe: ein kleinfingerdickes Stück Zuckerrohr. Einfach den süsslich-erfrischenden Saft auskauen und die Fasern ausspucken. Wie das Rohmaterial für Rum – der Zuckerrohrsaft – schmeckt, dürfen wir probieren, nachdem zwei wackere Tourgäste selbst ein paar Stangen ausgepresst haben. Eine kleine Ausstellung vermittelt anschliessend anhand von Exponaten Wissenswertes über die Geschichte der Rumherstellung in Appleton. Man hat danach die Möglichkeit, Erinnerungsfotos am riesigen Appleton-Holzbogen zu machen.

Der Zuckerrohrsaft wird im nächsten Produktionsschritt eingekocht, denn der Appleton-Rum wird aus der dabei entstehenden Melasse destilliert. Diese Art der Herstellung nennt man „Traditionel“ oder „Industriel“. Seltener wird Rum direkt aus Zuckerrohrsaft destilliert. Das heisst dann „Agricole. Der verwendete Rohstoff beeinflusst natürlich den Geschmack des Endproduktes. Die dickliche, dunkelbraune Melasse gibt es an der nächsten Station zu kosten, sie erinnert im Geschmack ein wenig an unseren Zuckerrübensirup. Ja, man KANN auch aus Zuckerrüben rumähnlichen Schnaps destillieren, doch der darf sich dann nicht „Rum“ nennen.

Zeit für eine Pause und einen Blick vom Aussichtsturm auf das Cockpit Country, vor dessen Hügeln sich die Zuckkerrohrfelder sachte im Wind wiegen.

Weiter geht’s mit dem Gärprozess. Damit die Fermentation überhaupt eintritt, werden der Melasse in Appleton Quellwasser und Hefekulturen zugesetzt, die oft – so wie in Appleton auch – nach geheimen Rezepturen der einzelnen Destillerien hergestellt werden. Mit der Zeit wandelt sich diese Maische dann geruchsintensiv in Alkohol und Kohlendioxid um. Die Dauer der Gärung und die verwendeten Hefen wirken sich wiederum auf den Geschmack des Rums aus.

Die Fermentation und der Destillationsprozess wird den Besuchern nun auf dem Gelände der eigentlichen Rumfabrik theoretisch näher gebracht. Nach einem Blick in die Produktionshalle (in der nicht fotografiert werden darf!) besichtigen die Tourteilnehmer nun die Lagerhalle, in der sich beeindruckend hoch unzählige Rumfässer stapeln, damit der Rum in Ruhe reifen kann. An dieser Station werden die verwendeten Materialien für die Fässer und die Auswirkung der Lagerzeiten auf den Rum erklärt. 

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Somit ist dann die Führung auf dem Aussengelände beendet und im Gebäude, wo die Tour begann, folgt der Höhepunkt der „Joy Spence Appleton Estate Rum Experience“. Bei einem Rum-Tasting werden der Signature, der Reserve und der 12jährige Appleton-Rum verkostet. Doch nicht einfach so „hopp-hopp-rin-in-kopp“, sondern mit Anleitung einer Rum-Expertin und Tasting-Spezialistin. Zur Erinnerung bekommt jeder Teilnehmer noch eine Probe vom Appleton Signature. Wir nennen es „Das Appleton-Gedächtnis-Fläschchen“.

Tipps für die Joy Spence Appleton Estate Rum Experience

Solltet ihr des Englischen nicht ausreichend mächtig sein, ist es sinnvoll, sich für die Appleton-Tour an ein deutschsprachiges Tourunternehmen zu wenden und nachzufragen, ob dieses offiziell authorisiert ist, die Appleton-Tour selbst durchzuführen. Dann muss man auch nicht auf den Beginn der nächsten geführten Tour warten.

2013 kamen wir mit Donald Sewell in den Genuss einer deutschsprachigen Appleton-Rum-Tour. 

Wer am Ende der „Joy Spence Appleton Estate Rum Experience“ nicht schon genug Rum-Tasting-Erfahrung gesammelt hat, der kann sich natürlich vom Barkeeper noch ein, zwei Drinks mixen lassen. Oder aber in der Black River Lounge mit Sitzgelegenheiten im Innen- und Außenbereich mit jamaikanischem Essen erstmal eine nahrungstechnische Grundlage schaffen. Reservation für ein Mittagessen wird empfohlen. Im Souvenirladen kann man verschiedene Rums und allerhand Zubehör sowie andere Jamaika-Souvenirs erwerben. Den Signature-Rum gibt es allerdings am Flughafen preiswerter und er belastet dort gekauft auch nicht euer Gepäck.

Noch mehr Tipps für Appleton und Umgebung

Wie eingangs erwähnt, wird die Rum-Tour in Appleton gerne im Tour-Paket mit den Y.S.-Falls und der Black-River-Safari angeboten. Letzere macht allerdings mit einem lokalen Fisherman viel mehr Spass und wenn gewünscht, ist die Bootsfahrt zur bekannten Floyd’s Pelican-Bar gleich im Anschluss auch möglich.

Über die B6 von MoBay her kommend könnte man unterwegs noch die „Croydon In The Mountains– Tour auf einer Ananas und Zitrus-Plantage besuchen. Wenn ihr tiefer in die Geschichte der Maroons auf Jamaika eintauchen möchtet, empfehlen wir einen Abstecher nach Accompong. Von Negril her kommend, können Peter-Tosh-Fans beim Peter-Tosh-Memorial in Bluefields ihrem Idol post mortem huldigen. Auch ein Stündchen am Bluefields Beach lohnt sich! Und wenn ihr schonmal in der Gegend seid  – gönnt euch doch in Omars Jerk Centre an der A2 das beste Jerk Chicken an der Südküste! Wir finden, die Rum-Tour in Appleton auf Jamaika ist erlebenswert für alle Rum-Einsteiger und Liebhaber des flüssigen Goldes. Rum-Experten und solche, die es werden wollen, sind treffender bei der spezialisierteren Hampden-Rum-Tour bei Wakefield im Norden Jamaikas aufgehoben.

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