11. – 12. März 2019 * St.Ann’s Bay – Great, greater, Greathouse!


11.März 2019 – Geschichte und Geschichten in und um St. Ann’s Bay herum

Der Montag beginnt mit fetten Regenschauern, doch wenn Engel reisen… räumt die Sonne die Wolken weg! Nach dem Frühstück – Sonntagsobst, Mango-Porridge und Kaffee – sammeln wir Anna ein und machen uns auf den Weg zum Seville Greathouse in der Nähe von St. Ann’s Bay. Als Spanierin ist sie natürlich megainteressiert an der Geschichte ihrer Vorfahren auf Jamaika. Wir nutzen unterwegs die Gelegenheit mit Anna zu schwatzen und verpassen so glatt die Einfahrt zum Greathouse.

Das Navi leitet uns aber auf einem Schleichweg hintenrum durch den Busch bis auf den fast leeren Parkplatz aufs Gelände. Auf der vorderen Veranda, scheuchen wir einen jüngeren Mann auf, der gerade Chicken und RiceNPeas aus einer dieser fürchterlichen Styroporboxen gabelt. Obwohl wir meinen, er solle doch in Ruhe sein Mittagessen genießen, springt er auf: „That was my breakfast.“ – lacht er und begleitet uns an die Kasse, wo wir den Touristen-Eintritt von je 20 USD bezahlen. Lars kommt nicht mit, er will draussen die 2017 versäumten Fotos nachholen.

Wiedersehen macht Freude

„Welcome to Seville Greathouse. My name is Eldon.“ Da klingelt’s bei mir und ich frage zurück, ob er auch 2017 schon hier Tourguide war. Eldon zieht die Augen zusammen und runzelt die Stirn „What’s your name?“ Doch auch unsere Namen lösen kein Wiedererkennen aus. Wenigstens ist er ehrlich und täuscht nichts vor, normalerweise scheinen Jamaikaner ein sehr gutes Gesichtsgedächtnis zu haben.

Eldon führt uns unterhaltsam durch die geschichtlich interessante Ausstellung. Das Seville Greathouse ist als Museum mit Infotafeln und Exponaten aufgebaut, Möbel und Gemälde sucht man hier vergebens. Dafür bekommt man einen intensiven Einblick in die gesamte Geschichte Jamaikas von der Erstbesiedlung durch die Tainos bis zum Ende der Kolonialzeit. Wir lauschen gespannt Eldons Ausführungen und er gibt umfangreich Auskunft zu unseren Fragen.

Auf dem Aussengelände des Seville Greathouse bei St. Ann’s Bay gibt es noch die Gräber gefallener Briten und eine Grabstätte in Gedenken an die hier zu Tode gekommenen Sklaven zu sehen. Auch die Nachbauten von Taino – Hütten und der kargen Behausungen der ehemaligen Sklaven sind zusammen mit Eldons Erklärungen interessant anzuschauen.

Sauer macht lustig

Zur Botanik, die das Areal des Seville Greathouse ziert, hat unser Tourguide ebenfalls viel zu erklären. Und wieder gibt es etwas Neues für mich zu probieren: Tamarinde. Das Fruchtmark ist ein wenig mehlig und schmeckt angenehm säuerlich. „Sauer“ macht auch noch lustig und so gibt es bei Eldons abschliessender Patois- Lektion viel zu Lachen. Im Austausch dazu bekommt er von mir ein paar Brocken Russisch. Er kann es vielleicht brauchen, wenn er seine Pläne umsetzt, aufs College zu gehen, um dann in die Hotelbranche zu wechseln.

Mittlerweile ist es richtig heiß und wir haben Lust auf Abkühlung am Strand. Leider ist das Meer am nahen, fast menschenleeren Fantasy Beach zu rauh zum schwimmen und der ein wenig vermüllt wirkende Strand läd nicht zum Handtuchausrollen ein. Der Fantasy Beach – auch Priory Beach genannt – ist gratis, an den Wochenenden wimmelt es hier sicher nur so von Einheimischen, die der Hitze in St. Ann’s Bay entfliehen. Ein paar sitzen auch jetzt an der Bar, wo es heute nur Getränke gibt. Ich frage nach den „Restrooms“ und lasse mir den Schlüssel geben. Doch die Toiletten sind – da völlig verschmutzt – leider unbrauchbar. Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt.

Schickes Chicken mit Meerblick im „Roxborough“

Der Hunger führt uns geradewegs zum Roxborough Bar & Restaurant, welches fast direkt an der A1 bei St. Ann’s Bay liegt. Ein bisschen überrascht sind wir von der Location, auf dem Schild am Strassenrand steht „Bar and Grill“ angeschrieben. Uns erwartet jedoch ein recht schickes Restaurant mit offener Aussenterrasse, auf der wir es uns bequem machen, um die Speisekarte zu studieren. Da von dieser mal wieder nicht alles erhältlich ist, bestellen wir kurzerhand alle das Jerkchicken mit Mangosauce und den unvermeidlichen RiceNPeas, die wohl noch vom Wochenende übrig sind.

Als Getränke und Essen bestellt sind, schaue ich mich noch nebenan beim Roxborough Beach Spa um. Dort sind die beiden lächelnden Angestellten mit den Händen und Füssen ihrer einheimischen Kundschaft beschäftigt. Schicke Nägel sind sehr gefragt auf Jamaika. Doch auch Massagen und allerhand Packungen stehen auf dem „Spa-Menü“.
„Klar kannst du auch ohne Voranmeldung kommen, aber besser, man macht vorher einen Termin.“, rät mir Janice. Versorgt mit einer Visitenkarte schlendere ich zurück zu Tisch, denn unser Mittagessen wird serviert. Das hübsch angerichtete Hühnchengericht hat mit dem Jerkchicken, was wir so von den Jerkgrills her kennen, nicht viel zu tun und ist ganz schön spicy, aber sehr lecker.

Unterwegs in St.Ann’s Bay

Gesättigt geht es dann weiter nach St. Ann’s Bay. Die Parkplatzsuche lässt Lars mal wieder fast verzweifeln. Uns fehlt noch die gelassene Dreistigkeit, das Auto einfach irgendwo ungefragt abzustellen, aber kurzerhand parkt Lars dann doch am Strassenrand. Erst einmal sind wir auf der Suche nach einer Post, für eine Postkarte nach Europa braucht man eine „Bob-Marley-Gedächtnisbriefmarke“. Diese wurden anlässlich seines 50sten Wiegenfestes 1995 herausgebracht und kosten 100 JMD pro Stück. Dann benötigt Anna ein Prepaid-Guthaben für das Notfall-Handy, was ihr Michael zur Verfügung gestellt hat, falls sie mal verloren gehen sollte. An einem kleinen Laden prangt ein rotes „Digicel Credits sold here“- Schild, hier versuchen wir unser Glück. Die Dame an der Kasse ist sehr freundlich und versucht auch nicht, Anna über den Tisch zu ziehen.

Auf den Spuren von Jamaikas erstem Nationalhelden

Unweit von der Post ist auch die Bibliothek von St. Ann’s Bay, deren Garten eine Statue von Marcus Garvey ziert. Der Nationalheld Jamaikas wurde hier geboren, bis heute wird Marcus Garvey von vielen Rastas als Prophet der Rastafari-Bewegung angesehen. In der Bibliothek selbst gibt es im oberen Stockwerk eine interessante kleine Ausstellung über ihn. Dann laufen wir los zu seinem Geburtshaus, die ungefähre Richtung ist uns klar, wir laufen erstmal die Bravo Street rauf – berghoch natürlich. Unterwegs ragen die Überreste der St. Ann’s Bay Methodist Church neben uns auf. Die 1838 erbaute Kirche – in die auch Marcus Garvey als Kind gegangen sein soll – wurde erst im letzten Jahr Opfer eines Feuers. Kurz zuvor hatten wir damals St.Ann’s Bay noch besucht und waren daher erschüttert über die Nachricht, die uns via Social Media erreichte.

Spaziergang durch St. Ann’s Bay und Fotoshooting am Marcus-Garvey-Haus

Bevor wir in der Hitze noch selbst verbrennen, fragen wir eine junge Frau nach dem Weg. Lakeba ist gerade unterwegs, um ihre Vierjährige aus der Vorschule abzuholen und witzigerweise erzählt sie jedem, der sie grüsst stolz, wohin sie uns begleitet: „To Garveys House.“ Obwohl ihre Kleine beim Vorbeigehen an der Schule schon heftig winkt, bringt uns Lakeba sicherheitshalber direkt bis zum Marcus-Garvey-House in der Market Street 32. Ob sie will oder nicht, sie bekommt beim Abschied ein Trinkgeld: „Nimm’s doch für deine Kleine.“

Das Haus, welches auf dem Anwesen steht, wo Marcus Mosiah Garvey am 17. August 1887 in St. Ann’s Bay das Licht der Welt erblickte, wirkt nicht wie ein Denkmal. Momentan sollen Verwandte Garveys darin leben und man kann nicht hinein. Lediglich zwei Tafeln weisen auf seinen berühmten ehemaligen Bewohner hin. Dennis, der hier ein bisschen aufpasst, dass niemand Dummheiten macht, erzählt uns noch, wie wichtig Marcus Garvey für Jamaika und die Bewegung der Schwarzen weltweit war und bietet uns dann an, Erinnerungsfotos zu machen.

Es gibt neuerdings Pläne, das „Marcus Garvey Haus“ für den Tourismus zu professionalisieren. Ob das nun gut oder schlecht ist, wird sich zeigen.

Sister sister

Trotz der Wolken ist es sehr heiss, wir sind viel gelaufen und wollen alle nun erstmal heim und unter die Dusche. Also laufen wir wieder zum Auto zurück, welches noch immer da steht, wo wir es abgestellt hatten. Auf der Rückfahrt nach Drax Hall versuchen wir es noch einmal „mit Strand“ und zeigen Anna den Mammee Bay Beach. Auch hier halten uns die wilden Wellen davon ab, uns zu erfrischen. Der Tag war bisher auch nicht ganz unanstrengend. Wieder an der Oneluxe-Jamaica-Villa angekommen bedankt sich Anna bei uns für den interessanten Tag.

Wir entspannen uns ein wenig auf dem Balkon, bevor wir uns frisch machen und Doreen von der Arbeit abholen, mit der wir zum Abendessen verabredet sind. Am Ausgang der Dunn’s River Falls warten wir auf sie, als plötzlich eine junge Frau auf uns zukommt „Hi Dor… What a gwaan?“ Ich bin überrascht, woher kennt sie mich denn? Mitten im Überraschungsmoment tippt mir jemand auf die Schulter – Doreen steht hinter mir und wir fallen uns herzlich in die Arme. Es fühlt sich ganz warm an und überhaupt nicht fremd.

Rot ist die Farbe der Liebe

Doreen möchte sich noch umziehen, den Weg nach Chalky Hill kennt Lars fast schon ohne Navi. Im Dorf angekommen, stellt uns Doreen eine ihrer 4 Halbschwestern vor: Natalie hat einen kleinen Obstladen und wir kaufen eine Melone und kleine, leckere Bananen. Doreen ist schon mal vorgegangen, um sich frisch zu machen. Ganz in Weiss tritt sie auf die Veranda und ich meine: „Dazu passt ganz perfekt etwas Rotes.“ Sie freut sich sehr über die Kette, die wir ihr mitgebracht haben.

Unser talentierter Schwager Micha alias Carvocado hat in einen Avocadokern den roten Samen des Sandelholzbaumes eingearbeitet. Doreen ihrerseits überreicht uns ein Tütchen voll mit gesammelten Sandelholzsamen: „Die wachsen da, wo ich immer auf mein Routetaxi zur Arbeit warte.“ Gemeinsam reiten wir los ins berühmte „Evita’s“ bei Ocho Rios, nicht ohne dass wir noch kurz Doreens Schwägerin „Guten Tag!“ sagen müssen. Schön, dass sie sich so über unseren Besuch freut.

Rasta-Pasta mit schöner Aussicht an lauwarmem Rotwein

Im alteingesessenen „Evita’s Italian Restaurant“ , welches auf einem Hügel über Ochi thront und leckere Pasta mit wunderschöner Aussicht verspricht, ist um 18:00 Uhr noch nicht viel los. Wir geben die Bestellung bei der etwas unterkühlten Servicedame auf und unterhalten uns ein wenig. Der Rotwein ist wärmer, als er sein sollte, aber wir schauen drüberweg, weil wir uns freuen, so beieinander zu sitzen. Später kommt dann das Essen, ich bin ein wenig neidisch, denn Doreens bestellter Fisch ist RIESIG und schaut toll aus! Meine Callaloo-gefüllte Rasta-Lasagne und Lars‘ Jerk-Spaghetti kommen optisch dagegen kaum an. Zum Nachtisch gönnen wir uns Erdbeer-Cheesecake und Tiramisu a la Eva.

Customer- Service at it’s best

Doreen hat nicht alles geschafft und bittet darum, es mitnehmen zu können. Kurzerhand haut uns die Servicefachangestellte eine Styroporbox auf den Tisch. Gemeinsam bemühen wir uns, Fisch und Spaghetti ohne zu kleckern hinein zu bekommen. Wir lästern ein bisschen über guten Kundenservice und Doreen fragt, was wir noch so geplant haben. Als sie hört, dass wir morgen die Swamp Safari besuchen wollen, greift sie zum Telefon und treibt ein paar nützliche Infos für uns auf. Ebenso nützlich ist ihre Hilfe, als wir erzählen, wir wollen die Fleming-Villa im Golden Eye besuchen und hätten keinen Plan, wie. Sie vermittelt uns sofort einen Telefonkontakt. Da merkt man ihre gute Ausbildung im Tourismusbereich- DAS ist Service!

“ Ich spreche auch ein bisschen Deutsch hin und wieder.“

Plötzlich gesellt sich eine schicke, ältere Dame mit Hut an unseren Tisch und macht mit uns ein wenig Smalltalk. Miss Evita kümmert sich seit 1984 gern persönlich auch um ihre nicht prominenten Gäste und wir machen Fotos. Sie verabschiedet sich mit „Auf Wiedersehen“, denn: „Ich spreche auch ein bisschen Deutsch hin und wieder.“ Die empfohlene Lifemusik geniessen wir nicht bis zum Schluss. Wir fahren unsere müde Doreen heim, für die morgen ein normaler Arbeitstag an den Dunn’s River Falls ist. Im Dorf bekommen wir noch Chris, einen ihrer 4 Halbbrüder, vorgestellt. Doreen ist zwar das einzige Kind ihrer Eltern, doch haben diese aus anderen Beziehungen auch Kinder. Und so hat Doreen noch 8 jüngere Halbgeschwister.

Der Weg nach unten verläuft problemlos, wir wissen ja bereits, auf was wir nachts auf Jamaikas Strassen achten müssen. Heute halten wir ein wenig länger durch und geniessen die sanfte Brise auf dem Balkon. Wir haben ja immer irgendein, -zwei, -drei Themen, über die wir uns auch zu zweit noch angeregt unterhalten können.

12. März 2019 – Mein Name ist Cash – Johnny Cash

Die Nächte in der Villa sind sehr ruhig und erholsam. Wir geniessen das total, weil wir selten in solch festen Unterkünften sind, dass man nachts nichts von der Jamaikanischen Nachtmusik mitbekommt. Nachdem die Sonne die Nacht verscheucht hatte, regnete es wieder heftig. Doch nach dem Frühstück können wir gen Westen zum Cinnamon Hill Greathouse starten. Neuerdings kann man das einstige Wohnhaus von Johnny Cash nämlich auch besichtigen.

Great House Jamaika

Auffahrt zum Rose Hall Greathouse

Nach eineinhalb Stunden erreichen wir das Rose Hall Great House, wo die Tickets für die Führung im Cinnamon Hill Greathouse verkauft werden. Während wir auf den Ticketverkäufer warten, haben wir eine nette Plauderei mit Sharon über unsere Tattoos. Sie führt hier Gäste durchs Rose Hall Greathouse und hat gerade Mittagspause. Auch wir bekommen Lust auf ein paar Patties, die man hier kaufen kann. Als der Ticketmann dann kommt und wir bezahlt haben, bekommen wir ein Bändchen ums Handgelenk.

Ring Of Fire

Nun können wir endlich weiter. Zum abgelegenen, aber wirklich schönen Cinnamon Hill Greathouse reist man am Besten mit vier Rädern an. Einst gehörte es Verwandten von Elizabeth Barrett Browning, die auch das nahe gelegene Greenwood Greathouse bewohnten. Tourguidin Heather erwartet uns bereits und führt uns durch das original erhaltene „Home of Johnny Cash“. Wir sind die einzigen Gäste und sie erzählt uns alles über den Sänger der mit seiner Familie hier zeitweise lebte. Untermalt wird alles von Johnny’s Stimme, die natürlich vom Band kommt. Heather antwortet auf die Frage, ob sie Fan des Sängers sei: „Eigentlich war ich das früher nicht. Ich wusste nicht mal dass eines meiner Lieblingslieder ‚Ring of fire‘ von ihm stammt. Aber jetzt höre ich gern Johnny Cash.“ Und sie kann jedes Lied mitsingen, auch die „Ballade von Annie Palmer“, zu der wohl die Nähe zum Rose Hall Great House Cash inspirierte.

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Krokodilzirkus im Jamaica Swamp Safari Village

Von ihr erfahren wir auch, dass Johnny Cash eng mit Ross Kananga befreudet war, dessen „Jamaica Swamp Safari Village“, wir im Anschluss noch besuchen wollen. Der Nachmittag ist schon halb herum, als wir beim „Jamaica Swamp Safari Village“ eintreffen, um uns dort den Drehort der berühmten Krokodilszene aus dem James-Bond-Film „To live and let die“ sowie massenhaft Krokodile und einige endemische Exemplare der Tierwelt Jamaikas zeigen zu lassen. Rachel versucht ihr Bestes, uns und einem weiteren anwesenden Pärchen das Schauspieltalent der Krokodile zu demonstrieren. Für unseren Geschmack ein wenig zu sehr, wir fühlten teilweise wie im Zirkus. Der Höhepunkt der Führung durch den Park des „Jamaica Swamp Safari Village“ ist für James-Bond-Fans natürlich die „Insel“ von der der Spion Ihrer Majestät über Krokodilrücken fliehen muss und das „Kananga-House“. Dort bekommen wir die Krokodilszene aus dem Film noch einmal vorgeführt. Schade, dass die Insel mittlerweile keine mehr ist, sondern der Steg betoniert wurde, was den Wiedererkennungswert erheblich schmälert.

Schloss ohne König

Schon fast halb Sechs… Wir machen uns auf den Rückweg nach Drax Hall, doch unterwegs biegen wir bei Duncans doch noch einmal „vom rechten Weg“ ab, denn zur einsamen Ruine des „Stewart Castle“ schaffen wir es sicher noch vor Sonnenuntergang. Jamaika ist ja nicht gerade bekannt für seine Schlösser, doch sie existieren und zwei von ihnen werden wir auf dieser Tour entdecken. Auf einem Plateau gelegen, diente das um 1770 errichtete Stewart Castle seinem Erbauer, dem Schotten James Stewart und seinem gleichnamigen Nachkommen, als Rückzugsort und Beobachtungspunkt über seine Plantage. 

Heute ist von der Pracht nicht mehr viel zu sehen, die Natur holt sich alles zurück, aber die soliden Mauerreste des Stewart Castle lassen doch keinen Zweifel an der ehemaligen Wehrhaftigkeit. Wir sind hier ganz allein und erkunden zaghaft das überwucherte Gelände. Auch hier gibt es Pläne für eine touristische Nutzung, doch ausser Säuberung und Bestandsaufnahme tat sich nicht viel. In der tiefstehenden Sonne schiessen wir noch ein paar Fotos, bevor wir uns wieder in unsere vier Räder schwingen.

Lobster-Mania am „guten Fluss“

Dann überkommt uns der Hunger, wir wissen auch schon, wo wir den stillen wollen. Einer unserer Instagram-Follower hat uns auf das Seafood-Restaurant „The Lobster Bowl“ in Rio Bueno aufmerksam gemacht. Mit frischem Fisch und anderen Früchten des Meeres und schöner Aussicht auf den Ozean kann man uns kriegen und so bestellen wir natürlich – Lobster. Carmeta vom Service verkürzt uns die angemessene Wartezeit mit einem Schwätzchen. Seitdem die Hauptstrasse nicht mehr direkt durch den Ort führt ist auch im Lobster Bowl nicht so viel los. Das ist schade, denn sie serviert uns nach einer vorzüglichen Pepperpotsoup einen ganzen Tisch voll Leckereien. Wer das alles schaffen soll, ist uns ein Rätsel. Carmeta ermutigt uns, den Kampf mit dem zuweilen störrischen Lobster aufzunehmen und so erliegt das Biest uns dann doch.

Als wir zahlen, freut sich Carmeta so über ihr Trinkgeld, dass sie uns direkt umarmt. Später sehen wir einen Gruss von ihr auf unserer Facebook-Seite und freuen uns gleich noch mal. Schon wieder fahren wir im Dunkeln heim, was mit vollem Wanst natürlich doppelt anstrengend ist. Kein Wunder, dass wir dann schon nach zwei Red Stripe auf dem Balkon in die Kissen sinken. Schliesslich ist morgen Reisetag und wir wollen ausgeschlafen sein, wenn wir in Richtung Südküste abdüsen.

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Kategorien:Woche I -09.03.2019 - 16.03.2019 - von Montego Bay bis Parottee

2 Kommentare

  1. That’s a lovely itinerary you had there. I need to dine at Evita’s one day. I’ve always heard good things. I should check out the house of Johnny Cash one day too. I first heard of him on my tour of Rose Hall Greathouse 2 months ago!

    • Under six eyes – Cinnamon Hill Greathouse is a must for Johnny Cash fans. I am not sure, if it’s the same with Evita’s and italian kitchen. Maybe I am a little bit to strong, because we are living too near to Italy. 😉 You will find more culinary inspirations in our following
      tour posts. Thank you so much for keeping the faith. 😉

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