09. – 10. März 2019* Willkommen zurück in Jamaika!


09. März – Montego Bay/ Drax Hall – Herzklopfen hoch 6 und ein unscharfer Narr

„Cabin Crew – prepare for landing, please!“ – mit diesen Worten reisst uns der Flug-Captain aus dem Bordprogramm und plötzlich werden Matthias Schweighöfer und Kiefer Sutherland, die sich eben noch auf dem Monitor vor uns tummelten, total unwichtig. Unter uns taucht sie nämlich gleich auf: Die Perle der Karibik, The Land of Wood And Water, Island in The Sun, Reggaeinsel, Jamrock, Jamdung … JAMAIKA!
Wir drücken uns die Nasen am kleinen Flugzeugfenster platt, als der Flieger die Wolken durchstösst und erhaschen endlich einen Miniblick auf die noch weit entfernte Karibikinsel, die einen saftig-grünen Kontrastpunkt in den türkisblauen karibischen Ozean setzt. Zum sechsten Mal nun schon klopfen unsere Herzen schneller, als wir auf Jamaika landen. Seufzzzzz…

JAMAIKA – wir sind wieder da!

Und täglich grüsst das Murmeltier… in dem Fall jährlich, nämlich in Form von Michael Forbes, einem deutschsprachigen Reiseleiter, dessen Präsenz am Flughafen uns mehr oder weniger durch die Jahre begleitet. Er wartet heute schon im Gang zur Einreisehalle, wohl auf seine Pauschalreise-Schäfchen, grüsst aber auch alle anderen Ankommenden und spricht uns an: „Sie sind auch nicht das erste Mal auf Jamaika?“ Erkennt er uns wirklich wieder oder ordnet er nur Lars‘ Bob-Marley-Jacke und mein Doctorbird-Tattoo folgerichtig ein? Egal, wir antworten freundlich: „Nein, schon zum sechsten Mal.“ und wünschen ihm einen schönen Tag.

Das Einreiseprozedere ist uns bereits vertraut, wir sind gut vorbereitet und kommen unbehelligt freundlich grüssend und lächelnd an Immigration-Officern und Zollbeamten vorbei. Die Vorfreude auf unsere Lieblingsinsel beherrscht uns und so passiert uns auch schon der erste Fehler: Wir tauschen am Flughafen US-Dollar in Jamaican Dollar! Und büssen damit nicht nur Zeit ein, weil die Dame hinterm Plexiglas sehr gewissenhaft arbeitet, dazu gar nicht genug Papiere von uns haben kann und fünfmal nachzählt. Der Kurs ist ebenfalls miserabel. Wir sollten wohl doch nochmal unserenKnete-Knigge auswendig lernen!

Auf die Pferde, Cowboys!

Die Aushändigung der Mietwagenpapiere, die sich trotz AVIS-Preferred hinzieht wie Kaugummi überstehen wir auch noch und dann… dürfen wir endlich raus.
In die Sonne. Ins Warme. Den „Jamaika-Duft“ einsaugen.
Die geschäftige Atmosphäre in der Abholzone umfängt uns: „Mr. and Mrs.Smith to Goldeneye?“ – sind wir leider nicht. „Welcome to Jamaica- you need a taxi?“ – danke, wir sind schon selbst mobilisiert. Aber da war doch noch was? Richtig! Die SIM-Karte für unsere digitale Mobilität fehlt noch, also auf in den Digicel-Shop. Der ist mal wieder verrammelt, aber einer der Jungs, die dort auf ihre abzuholenden Gäste warten, vertröstet uns „She will be back soon.“ Naja, dieses „soon“ kann alles zwischen 5 Minuten und 5 Jahren bedeuten. Doch nach 10 Minuten erscheint schon die Lady in Digicel-Red und nach weiteren 10 sind wir mit Datenvolumen und Gesprächsguthaben für die Tour gerüstet.

Wie immer startet unsere Jamaika-Tour auch 2019 in Montego Bay.

An der Abholstelle von AVIS wartet schon ein Toyota RAV 4, den uns ein gut gelaunter Jamaikaner mit Ballonmütze übergibt. Vorher hat er noch gründlich mit unserer Hilfe die Lädierungen kartografiert, die den braungraubeigen Lack an der einen oder anderen Stelle zieren. Ersatzrad ist auch vorhanden, Tank ist voll, also reiten wir los.

Auf zur Jamaika-Tour 2019!

Wir lassen das „Welcome to Montego Bay“- Schild am grossen Kreisverkehr auf die A1 rechts liegen und machen uns auf gen Osten. Drax Hall ist unser Ziel, wo wir die ersten Tage und Nächte verbringen werden. Im Progressive Market in Iron Shore brauchen wir nicht allzu lange, um uns mit diversen Wichtigkeiten einzudecken. Hier waren wir schon ein paarmal und kennen uns aus. Trotzdem ist es schon dunkel, als wir unserem Gastgeber Michael Bescheid geben, dass wir erst noch ein Jerk Chicken fangen wollen, bevor wir seine Gastfreundschaft in Anspruch nehmen. Nach dem Flug und der doch nicht ganz unanstrengenden Autofahrt bis hierher hätten wir es, einmal in der Unterkunft angekommen, sicher nicht noch mal „raus“ geschafft.

The Jerk, who has fooled us

Bei „Scotchies“ auf dem Parkplatz ergattern wir gerade noch einen freien Platz. Es ist Samstag, da gehen die Einheimischen gerne aus und stärken sich zuvor mit dem einen oder anderen Happen. An der Theke schlägt uns der Rauch des Holzkohlefeuers entgegen, der sich mit der Würze der Pimenthölzer mischt, auf denen Hühnerhälften und Schweinefleisch ihrem Garpunkt entgegen brutzeln. Dass der Typ am Hackklotz noch alle Finger hat, erstaunt uns immer wieder. Zerkleinert er das fertige Huhn doch in rasanter Geschwindigkeit in mundgerechte Stücke, die uns seine Kollegin dann in Alufolie eingeschlagen mit den gewünschten Beilagen in einer Tüte reicht. Fast Food Jamaican Style.

Schliesslich sitzen wir unter einem offenen Gazebo und verzehren mit den Fingern und Genuss unser Abendessen. Ein bisschen schwelgen wir in Erinnerungen an unser erstes Jerk, welches wir genau hier mit unserem Guide Donald verspeisten. Damaaaals… da kam uns das Jerk noch richtig scharf vor. Aber irgendwie fehlt heute der richtige „Bumms“, obwohl wir uns durch alle Sossen am Tresen probiert haben. „Deins ist schärfer!“, meint Lars, glückseelig an einem Festival kauend. Ich freu mir ’nen Keks ob dieses Komplimentes und wir amüsieren uns gemeinsam über die Gruppe junger Leute, die am Nachbartisch ihr Sangestalent zum Besten geben. That’s Jamaica! Gesättigt steigen wir ins Auto und fahren die letzten Meter zum Vista Del Mar, wo sich unser erstes Urlaubs-Refugium befindet.

Will se nu de Villa, oder wat?!

Nun aber hurtig, Michael kann’s kaum erwarten, uns zu begrüssen. Zuerst müssen wir aber eine Schranke passieren, die Oneluxe Jamaica Villa befindet sich in einer geschützten Wohnanlage. Der Wachmann erfragt kurz unser Ziel und öffnet uns, wie auch in den folgenden Tagen, dann freundlicherweise die Schranke. Michael empfängt uns vor der Villa, wo wir auch unseren Mietwagen bedenkenlos parken können. Dann kommt die „kleine Schlossführung“. Wir sind beeindruckt vom Luxus, der uns Luxusbanausen gar nicht verdient hat. Doch nebenan im Wohnhaus von Michael und Sofia sind ebenfalls mehrere Katzen daheim und Lars ist allergisch. So fällt das Gästezimmer bei Sonderns aus und wir dürfen uns in der Villa breitmachen. „Bis Dienstag habt ihr die Villa ganz für euch.“, teilt uns Michael noch mit und lädt uns für später noch nach drüben ein. Erstmal machen wir uns frisch …

Bevor wir aber einschlafen, hüpfen wir noch schnell mit den Mitbringseln rüber, um auch Sofia Hallo zu sagen. Bei zwei, drei Red Stripe tauschen wir uns dann über die Anreise und allerhand Neues aus. Anna – Austauschstudentin aus Spanien – leistet uns noch kurz Gesellschaft. Wir werden auch nicht mehr alt und fallen, als wir in die angenehm temperierte Suite in der Oneluxe Villa zurückkehren, sofort auf die bequemen Matratzen.

Kein Frosch singt uns in den Schlaf, kein Hund stört unsere Nachtruhe. Ein bisschen schade, aber mitbekommen hätten wir es sowieso kaum noch.

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10. März – Touchin‘ Jamaica glückselig – hier: Drax Hall St. Ann (Zitat: Facebook)

Morgens, 6:56 Uhr in Jamaika: Der frühe Vogel fängt die Sonne! Wie immer weckt Lars mich mit einem Kaffee und „Wenn du den Sonnenaufgang noch sehen willst, solltest du jetzt aufstehen!“ Er hat nicht damit gerechnet dass ich seiner Aufforderung tatsächlich folge und ist erstaunt, mich kurz darauf auf der Dachterrasse zu sehen. Der Jacuzzi lacht uns an, so früh am Tage ist uns aber nicht nach nass machen. Die Moskitos freuen sich ebenso über das leckere „Frühstück“. Wer denkt schon im Halbschlaf an Mückenschutz?! Bis ich den Fehler bemerke, haben mich schon ein paar am Oberschenkel erwischt. Mist! SO kann ich doch den angekündigten Mückenschutzmittel-Test nicht eindeutig auswerten. So what, jetzt geniessen wir erstmal die aufgehende Sonne und das Verfolgungs-Spiel, dass sich ein Parrott-Pärchen liefert.
Nach diesem vielversprechenden Sonnenaufgang verlassen wir unser Domizil in Richtung Ocho Rios und geraten erstmal in einen fetten Platzregen. 2 Minuten später scheint aber schon wieder die Sonne und macht ihrem Namenstag alle Ehre.

Im siebten Frühstücks-Himmel in Frau T’s Küche

In Ocho Rios gehen wir erstmal frühstücken. Wir wollten im Mrs. T’s Kitchen eigentlich nur für heute Abend reservieren, nun knurrt uns der Magen schon jetzt. im Mrs. T wird authentische Jamaikanische Küche mit Pfiff serviert und darauf haben wir immer Lust. Gervaine nimmt die Reservation und unsere Bestellung auf und wenig später sind wir mit Ackee, Saltfish, Callaloo, Green Banana und Dumplings im siebten Frühstückshimmel. Anschliessend gibt’s Kaffee aus dem Coffeemaker aka French Press mit aufgeschäumter Milch, serviert in einer Blechtasse. „Back to the roots.“, klärt Gervaine uns auf und fügt auf Nachfrage hinzu: „Ab 10 Uhr morgens kann man bei „Mrs.T’s“ frühstücken, ab 12 gibt es Lunch und von etwa 6 bis 10 Uhr abends Dinner“. Dann entschwindet er.

Plötzlich schlägt Radau los. Aus der Küche kommen singend 3 Angestellte, unterstützt von ihrem schepperndem Topfdeckelorchester. Sie bringen einer der drei jungen Jamaikanerinnen am Nachbartisch ein eigenwillig interpretiertes Geburtstagsständchen dar, wir gratulieren kräftig singend mit. Unterhalten, gesättigt und mit dem Versprechen, heute Abend wiederzukommen, verlassen wir den hilfreichen Gervaine und die Küche von Frau T.

Sonntags in Ocho Rios

Die Sonne gibt immernoch ihr Bestes, von überall her schallt Gospel aus den Kirchen. Wir trauen uns jedoch unseres leichten Aufzuges wegen nicht, mal nachzusehen, wer da so schön singt und fahren lieber zu den Konoko Falls & Park. Dort streunen wir ein wenig durch den grünen, „Botanischen Garten“ und sehen uns im Museum um wo es von den Taino bis Neuzeit einen Kurzabriss über die Geschichte Jamaikas und dieses Ortes gibt. Auch ein kleiner Tierpark ist hier zu finden. Viele Tiere stammen von illegalen Händlern oder wurden ihren Haltern abgeknöpft. Leider hält man sie auch hier in viel zu kleinen Gehegen. Nicht unseres, darum schlendern wir weiter zu den mit üppigem Grün umrahmten Wasserfällen. Die erinnern zwar stark an die berühmteren Dunns River Falls in der Nähe, sind aber lange nicht so wuchtig und erst recht nicht so überlaufen.

Ein kleiner Geheimtipp also, den wir gerne in unsere Rubrik auf dem Blog aufnehmen. Kenroy arbeitet hier als Guide, hat gerade Leerlauf und freut sich, uns unsere interessierten Fragen zu beantworten. Ja, man könne eine Tour durch den Botanischen Garten haben und er begleitet uns auch gerne auf die Spitze der Konoko-Falls. Dazu haben wir heute keine Lust. Fragen kostet zwar nichts extra, aber ein Trinkgeld hat sich Kenroy trotzdem verdient, er bedankt sich dafür und auch für das interessante Gespräch und wünscht uns viel Spass auf unserer Tour. Die nächsten vielversprechenden Gäste in Badeklamotten und Wasserschuhen sind bereits in Sicht.

Blaue Stunde am Mammee Bay Beach

In Ochi ist am späten Nachmittag mal wieder Himmel und Hölle unterwegs, „Mein Schiff 6“ liegt am Pier, wie wir vom neu geschaffenen Fishing Village aus gut sehen können. Früher haben hier am Fishermen Beach die Fischer von Ocho Rios ihren Fang dargeboten, ihre Netze geflickt und sicher auch den einen oder anderen Rum vernichtet. Heute ist hier eine Art nachempfundenes durchgestyltes Fischerdorf entstanden, wo man alles kaufen kann, außer Fisch. Gut gemeint, aber: Am Thema vorbei. Immerhin garnieren die auf Einsatz wartenden Fischerboote und Lobsterkäfige noch den Strand und die Einheimischen hält die künstliche Kulisse auch nicht vom Baden am schmalen Sandstrand ab. Vielleicht hätte sich ja eine Stippvisite im strandeigenen Seafood- Restaurant „Whalers“ gelohnt, aber wir heben uns den Appetit lieber für heute Abend auf. Lust auf einen Cocktail am Strand haben wir trotzdem.

Auf dem Heimweg machen wir einen Abstecher zum Bamboo Blue am netten, kleinen Mammee Bay Beach. Hier lässt im ganz in Blau gehaltenen Ambiente ein kühler Jamaica Blue Mountain Iced Coffee unsere Lebensgeister wieder auferstehen. Unterwegs ergattern wir noch ein paar leckere Früchtchen am Strassenrand. Zu Sonntagspreisen versteht sich, wir haben wenig Lust, zu handeln.

Und weil’s soo schön war…

So gestärkt können wir dann den unterhaltsamen Abend in Mrs.T’s Restaurant mit Michael, Sofia und Anna doch noch geniessen, ohne sofort vom Jetlag dahingerafft zu werden. Zwar gibt es nicht alles, was auf der Karte steht, aber was es gibt ist lecker und auch recht nett angerichtet. Die Pasta, die Michael bestellt hat, mundet ihm sogar dermassen ausgezeichnet, dass er den Vergleich mit lokalen Möchtegern-Italienern zieht und ab jetzt wohl ein neues Lieblings-Pasta-Restaurant hat. Besonders voll ist es in Mrs.T’s originell eingerichteter Lokalität heute nicht, Samstags ist wohl mehr los. Trotzdem ist eine Reservation immer eine kluge Idee, wenn man auf Jamaika nicht vor verschlossenen Restauranttüren stehen möchte, meinen auch Sofia und Michael. Auf Jamaika ist es oft üblich, den Koch heimzuschicken, wenn keine Gäste mehr zu erwarten sind.

Nach der Heimkehr lassen wir den späteren Abend dann gemütlich zu zweit auf der Terrasse mit Meerblick und Cola-Rum ausklingen.
Wir lassen das Erlebte Revue passieren und schmieden Pläne für morgen: Spaziergang auf Marcus Garvey’s Spuren in St. Ann’s Bay und Geschichtslektion mit Fotosession im nahen Seville Greathouse.

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Kategorien:Woche I -09.03.2019 - 16.03.2019 - von Montego Bay bis ParotteeSchlagwörter:, , , , , , , , ,

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