Jamaikanische Patties für Vegetarier und Veganer


Lesezeit: 6 Minuten

Wir können auch anders … wenn ihr wollt! Nachdem unser Easy Jamaican Patties Rezept unter den Top 10 der hier meist aufgerufenen Blogposts ist, gehen wir noch einen Schritt weiter. Statt die leckeren jamaikanischen Patties immer nur „mit Tier“ zu stopfen, haben wir auch mehrfach mit Füllungen aus Gemüse herumprobiert. Die tierischen Fette im Teig wurden einfach durch pflanzliche Alternativen ersetzt. Und wir haben festgestellt: Kann ja richtig lecker sein! Damit ihr auf eure 5 Portionen Gemüse am Tag kommt, stellen wir euch das Ergebnis unserer Experimente jetzt vor. Freut euch auf:

JAMAIKANISCHE PATTIES FÜR VEGETARIER UND VEGANER

Für die vegetarische Variante kann man gerade noch den Teig unseres Easy Jamaican Patty – Rezeptes oder gekauften Blätterteig verwenden. Diese können mit allen unten vorgeschlagenen Füllungen kombiniert werden.

Doch für die vegane Variante kommt das gar nicht infrage. Wir müssen den Teig ein bisschen abwandeln – denn Butter (welche auch in gekauftem Blätterteig drin ist) ist Tier, also bähhh für Veganer.

Pattieteig für Jamaikanische Patties OHNE Butter oder andere tierische Fette:

– 400 Gramm Weizenmehl
– 2 Teelöffel Salz
– 1 Teelöffel Zucker
– 1 gehäufter Esslöffel Kurkuma (für die Farbe)

– 150 g Kokosöl* oder ein anderes Pflanzenöl

Die trockenen Zutaten siebt ihr zusammen in eine grosse Schüssel. Dazu gebt dann das Pflanzenöl eurer Wahl. Falls ihr Kokosöl verwendet, solltet ihr es vorher verflüssigen, was gut im Wasserbad oder in der Mikrowelle funktioniert. Alles kurz mit dem Handmixer zusammenbringen, bis der Teig schön bröselig ist. Dann immer wieder ein wenig eiskaltes Wasser zufügen, bis der Teig gerade so zusammenhält. Zu einer Kugel formen, aber nicht zuviel kneten, es dürfen noch „Fettpünktchen“ sichtbar bleiben. Lasst den Pattieteig mindestens 1 Stunde in Frischhaltefolie eingewickelt oder direkt abgedeckt in der Schüssel im Kühlschrank ruhen.

Teig für Jamaikanische Patties zubereiten

*Damit die typische blätterteigartige Pattiekruste entstehen kann, wird ein hocherhitzbares Fett benötigt. Auch zuviel Kneten schadet der Konsistenz, weil sich dann das Fett zu sehr mit den übrigen Zutaten vermischt. Dies ist nicht erwünscht, denn durch die punktuelle Verteilung des Fettes ergibt sich der Blätterteigeffekt, da das Fett beim Backen im Teig Blasen wirft. Kokosöl ist im Normalzustand fest, was es auch wieder wird, wenn es gekühlt wird. Darum ist es unsere erste Wahl für veganen Pattieteig.

Währenddessen kann man die Füllungen vorbereiten:

ACKEE – FÜLLUNG -> typisch jamaikanisch!

Die Nationalfrucht Jamaikas – Ackee – ist frisch ein wenig tricky zu handhaben, aber mit eingedosten Ackees kann fast nix schiefgehen.

– 1 gut abgetropfte 540g-Dose Ackee (oder entsprechend soviel frisch gekochte, wenn man hat)

– 1/2 fein geschnittene rote Paprika (optional, sieht aber hübsch aus)
– 1 kleine Zwiebel
– 3 Lauchzwiebeln
– 2 Zehen Knoblauch
– Chili, oder Scotch Bonnet- Menge nach Schärfewunsch (ersatzweise Cayennepfeffer oder ein, zwei Spritzer Hot Sauce)

– Salz
– gemahlener schwarzer Pfeffer
– Curry
– getrockneter Thymian oder ein paar Zweige frischer (nur die Blättchen verwenden)

Die Zwiebeln und das restliche Gemüse bis auf die Ackee fein schneiden. Die Paprika mit den Zwiebeln in Öl andünsten, dann die Ackees und die restlichen Zutaten dazugeben. Etwa 10 Minuten sanft schmurgeln lassen und würzen. Es macht nichts, wenn die Masse ein wenig matschig wird, umso besser lässt sie sich auf die Patties verteilen. Vor dem Füllen unbedingt abkühlen* lassen.

AUBERGINEN – FÜLLUNG

Die Auberginenfüllung ist eher ein Zufallsprodukt. Wir hatten noch Jerkmarinade übrig, in die wir Auberginenscheiben eingelegt hatten. Haben diese aber dann doch nicht gegrillt, sondern zu Pattiefüllung verwandelt. Diese Auberginenfüllung braucht ein wenig mehr Zeit.

– 1 grosse Aubergine, längs in Scheiben geschnitten
– Salz
– Jerkmarinade
– 1 mittlere Zwiebel oder 3 Lauchzwiebeln
– 2 entkernte, fein gewürfelte Tomaten**
– Thymian frisch oder getrocknet (siehe Ackeefüllung)

Aubergine in Scheiben schneiden und flach auf Küchenkrepp ausgelegt salzen. So wird das überschüssige Wasser entzogen. Nach 15 Minuten abspülen, abtupfen und abwechselnd mit Jerkmarinade in einen Behälter mit Deckel schichten. Über Nacht ziehen lassen.

Zum weiterverarbeiten die Auberginenscheiben von der Marinade (aufheben!) befreien und in Würfelchen schneiden. Die Zwiebel in Öl anbraten, die Auberginenwürfel dazugeben und etwa 5 Minuten sanft durchschmurgeln lassen. Dann die Tomaten und ein paar Esslöffel von der Jerkmarinade dazugeben und nochmals 5 Minuten schmurgeln lassen. Nachwürzen und abkühlen lassen.

Bestimmt funktioniert die Auberginenfüllung auch ohne Marinade und ziehen lassen overnight. Auberginenscheiben kleinschneiden und mit Jerkgewürz oder den anderen Gewürzen aus den Füllungen verfeinern. Auch hierbei vorher die Auberginenscheiben entwässern!

** Warum sollte man die Tomaten entkernen? Muss man nicht, ich mache es einfach, weil sie durch die Säure den Geschmack der Füllung verfälschen können.

CALLALOO – FÜLLUNG

Callaloo ist ein Blattgemüse und wie Ackee ein gern gesehener Gast auf Jamaikas (Frühstücks-) Tellern. Wer keinen auftreiben kann, sollte es mit unserem Mangold oder Pak Choi versuchen, den man kleingeschnitten dünstet, bevor man die Füllung damit zubereitet. Mangold ist Callaloo sehr ähnlich.

– 1 gut abgetropfte 540g-Dose Callaloo (oder entsprechend soviel feingeschnittenen und frisch gekochten, wenn man hat ODER Mangold)

– 2 entkernte, gewürfelte Tomaten**
– 1 mittlere Zwiebel
– 2 Zehen Knoblauch
– Chili, oder Scotch Bonnet- Menge nach Schärfewunsch (ersatzweise Cayennepfeffer oder ein, zwei Spritzer Hot Sauce)

– Salz
– gemahlener schwarzer Pfeffer
– getrockneter Thymian oder ein paar Zweige frischer (nur die Blättchen verwenden)

Die Zwiebel und das restliche Gemüse fein schneiden. Der Callaloo aus der Dose ist ja bereits geschnitten und ihr spart euch so einen Arbeitsgang. Die Paprika mit den Zwiebeln in Öl andünsten, bis diese glasig sind. Dann den Callaloo und die Tomaten dazugeben. Etwa 10 Minuten sanft schmurgeln lassen und würzen. Vor dem Füllen unbedingt abkühlen* lassen.

KÜRBIS – FÜLLUNG

Besonders im Herbst, wenn Hokkaido, Butternut & Co auch in unseren Breiten Saison haben, ist diese Pattiefüllung eine wirklich leckere Alternative zu allen vorgenannten.

– 500 g Hokkaido – Kürbis, geschält, entkernt und in Würfel geschnitten
– 1 grosse Zwiebel oder 3 Lauchzwiebeln
– 2 Zehen Knoblauch
– evtl. ca 125 ml Kokosmilch oder Gemüsebrühe
– Chili, oder Scotch Bonnet – Menge nach Schärfewunsch (ersatzweise Cayennepfeffer oder ein, zwei Spritzer Hot Sauce)

– Salz
– gemahlener schwarzer Pfeffer
– getrockneter Thymian oder ein paar Zweige frischer (nur die Blättchen verwenden)

Die Zwiebeln in Öl glasig dünsten und dann die Kürbiswürfel zugeben. Ein paar Minuten sanft schmurgeln lassen, bis der Kürbis anfängt, weich zu werden. Ca 125 ml Flüssigkeit (siehe Zutaten) und Knobi, Chili, Thymian zugeben und mit Deckel bei kleiner Hitze zu Kürbismus einkochen. Ab und an umrühren, dann nach Gusto würzen. Vor dem Füllen unbedingt abkühlen* lassen.

*Warum muss man die Füllung abkühlen lassen? Weil es gar nicht spassig ist, wenn die warme Füllung den Teig wie Wachs in den Händen verformt und sich unmöglich weiter verarbeiten lässt.

Jetzt wird der Pattieteig weiter verarbeitet, indem man ihn in 8 – 10 Teile teilt und jedes Teil nach und nach auf der bemehlten Arbeitsfläche sehr dünn ausrollt. Einzeln auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech transferieren und füllen. Das ist die einfachste Methode und hat sich für uns bewährt.

Damit die Patties nicht nur hübsch aussehen, sondern auch die Füllung nicht heraus quillt, wird der Rand mit einer Gabel zusammengedrückt. Noch schicker werden sie, wenn man auch den Rand mit einem scharfen Messer oder Teigroller in Form schneidet. Bevor man sie backt, kann man die Patties entweder mit Ei (für schönen Glanz) oder mit flüssigem Fett einstreichen. Wenn ihr die Patties später backen wollt, erst kurz vorher einstreichen. Bis dahin könnt ihr sie vorerst wieder auf einer Platte abgedeckt im Kühlschrank lagern.

Solltet ihr für eine vegetarische Variante fertigen Blätterteig verwenden und keinen Teig verschwenden wollen, schneidet diesen direkt in Quadrate und probiert doch einmal folgende Falttechnik: Die Ränder mit Wasser oder Eimischung einstreichen, Füllung mittig auf den Teig geben und den Teig an den Ecken hochnehmen. Den Zipfel der dabei entsteht, zusammendrücken. Dann die Seiten miteinander gut verschliessen.

Wir haben diese Falttechnik für eine Käsefüllung verwendet, da der Teig beim Falten immer wieder riss. Als Füllung eignen sich kleingeschnitten z. B. Gouda oder Cheddar oder andere fetthaltige Käsesorten.

HOT, HOT, HOT! – PATTIE- ENDSPURT IM BACKOFEN

Heizt den Backofen auf 180 Grad (Umluft) oder 200 Grad (Ober/Unterhitze) vor und schiebt das Blech dann mittig ein. Nach ca 15 Minuten mit einem Holzstäbchen eine Piksprobe machen, unsere Patties waren bei beiden Teigen dann schon fertig. Ohne Umluft kann es ein paar Minuten länger dauern. Falls nötig, lasst sie einfach noch ein paar Minuten länger im Ofen und kontrolliert den Bräunungsgrad. Man kann durch das abdecken mit Alufolie verhindern, dass sie zu dunkel werden. Vor dem Servieren solltet ihr eure frischgebackenen Jamaican Patties 5 Minuten stehen lassen, da die Füllung sehr, sehr heiss ist.

Aussen goldbraun und knusprig - innen lecker und saftig: Vegane Patties

Uns hat es sehr viel Vergnügen bereitet und viele Jamaika-Momente beim Abendessen beschert, mit verschiedenen Pattieteigen, Verarbeitungsweisen und Füllungen für jamaikanische Patties zu experimentieren. Ein riesengrosses DANKESCHÖN geht an Dominik Hirsch und seine Mitstreiter von Pattycorner Ltd. für Inspirationen und Tipps für den perfekten Pattieteig.

Thank you also, Mr. S. B. – my pattiefriend from „Whatchya cooking“ for driving me on to „achieve the 1st prize for the best authentic jamaican pattiecrust“!

Noch mehr Lieblingsrezepte aus Jamaika findet ihr in unserer Kategorie JAMAIKA-KULINARIK

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