G wie Gemüse auf Jamaika von A-Z


VEGETARIER dürften sich auf Jamaika wie im 7. Himmel fühlen und brauchen dazu nicht mal Tofu. Sogar einge»fleischte» Fleischfresser haben zugegeben, dass sie sich durch die jamaikanische Gemüsevielfalt fast hätten «bekehren» lassen. Wir haben hier ein paar der bekanntesten Gemüse Jamaikas zusammengetragen. Viel Spass beim Durchstöbern!

A wie Aubergine (Garden Egg oder Eggplant),
Avocado (Pear) und ACKEE

ACKEE ist eine aus Westafrika stammende Baumfrucht. Sie ist birnenförmig und hellrot bis gelb-orange. Wenn die Ackee reif ist, spaltet sie sich auf, um drei große, glänzende schwarze Samen freizugeben, die in weichem, weissgelblichen Fleisch liegen. Bevor die Ackee sich öffnet, ist sie giftig und auch die schwarzen Kerne sind giftig. Ackeekauf ist absolute Vertrauenssache und man sollte sich streng an die Zubereitungszeiten halten. Das Fruchtfleisch schmeckt relativ neutral und erinnert an Rührei. Da die Ackee sehr preiswert ist und viele einen eigenen Baum auf dem Grundstück haben, wird sie auf Jamaika sehr gern gegessen und hat sich so im Nationalgericht «Ackee and Saltfish» etabliert. Wegen der Verwendungsweise ist Ackee hier unter Gemüse eingeordnet.


 
B wie BATATE oder SWEET POTATO und BREADFRUIT
Wie die SWEET POTATOE = Süsskartoffel nach Jamaika kam, ist schwer zu recherchieren. Sie stammt jedenfalls aus dem südamerikanischen Raum und kann so also durch die Tainos oder aber durch die Kolonialherren nach Jamaika gelangt sein. Wie es auch sei, die Wurzel eines Windengewächses ist so gesehen keine Kartoffel im eigentlichen Sinne. Da sie aber wie solche vielseitig verwendbar sind, hat sie sich auch die Jamaikanischen Kochtöpfe erobert und bereichert so das Angebot der Gemüsehändler und so manche Speisekarte als Beilage.
 
Die BREADFRUIT, auch Brotfrucht genannt, stammt ursprünglich aus Tahiti und wurde im 18. Jahrhundert von Captain Blight mit der Bounty als preiswerte Nahrung für die Sklaven nach Jamaika gebracht. Die Baumfrucht, die unreif grün und reif gelb ist, erreicht ein Gewicht bis ca 2 kg. Wenn sie reif ist, soll sie sehr streng süsslich schmecken, etwa so wie Kartoffeln, die «Frost gekriegt haben». Meist wird sie jedoch unreif geerntet, sobald sie gross genug ist. Geschmacklich ist auch die Brotfrucht eher neutral, erinnert in der Konsistenz fast an Kartoffeln und kann genauso zubereitet werden. Gerne wird sie gekocht, geröstet oder in der Pfanne ausgebacken als Beilage serviert.
 
C wie CALLALOO und CHOCHO (Chayote)
CALLALOO (manchmal auch Amaranth) ist ein grünes Blattgemüse, reich an Nährstoffen, vor allem Mineralien und Vitaminen, welches man geschmacklich am ehesten mit Spinat und Mangold vergleichen kann. Ursprünglich beheimatet in Südamerika hat sich Callaloo schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts seinen Platz als Grundnahrungsmittel in der Jamaikanischen Küche erobert. Die jamaikanische Pflanze wächst bis zu 30-40 cm hoch, die grünen Blätter können etwa 15 cm gross werden. Verwendet werden können Blätter und Stiel, z.B. gedünstet oder auch als Variante mit Saltfish.
 
CHOCHO ist eine hellgrüne, birnenförmig und leicht gerippte Kürbisfrucht und soll roh eher fade schmecken. Sie wird roh in Salaten und Salsa verwendet und enthält viel Vitamin C. Die gekochte Chocho schmeckt kartoffelig- gurkig und wird in herzhaften Eintopfgerichten sowie zu Fleisch gekocht verwendet. Die Bezeichung «Chocho» ansich wird auch slangmässig für das weibliche Geschlechtsteil verwendet. Warum das so ist, hat sich uns allerdings nicht erschlossen, vielleicht stellt sich da beim Betrachten des Fotos bei euch eine Assoziation ein?

 
D wie DASHEEN (Coco, Eddo, Taro)
DASHEEN wächst gefühlt wie Unkraut (in Florida gilt er sogar als solches) auf Jamaika und liebt feuchte Böden. Zuerst dachten wir, es wäre sowas wie Rhabarber, denn es sieht auch so aus. Bei der Recherche stellte sich aber heraus, dass Coco vielseitiger ist als angenommen. In erster Linie werden die Knollen verwendet und meist wie Kartoffeln zubereitet. Aber auch die Stängel und Blätter werden, oft als Callaloo-Ersatz, in Gemüsegerichten verwendet.
 
E wie ESCALLION
ESCALLION ist eine Art Lauchzwiebel, also nichts Aufregendes ansich, weil man dieses Gemüse ja auch in Europa kennt. Aber mal ehrlich, in JEDER Küche ist sie dort sicher nicht zu finden. Die Jamaikaner verwenden Escallion jedoch für die meisten herzhaften Gerichte und sie soll auch ein anderes Aroma haben als die, die man in unseren Supermärkten kaufen kann. Auf Jamaika sieht man Escallion jedenfalls an jedem gut sortierten Gemüsestand.
 
G wie GUNGO PEAS (Pidgeon Peas, Gungo Beans)
GUNGO PEAS sind, wie der Name schon vermuten lässt, Hülsenfrüchte. Genauer gesagt, Erbsen. In der Jamaikanischen Küche werden sie aber wie Bohnen verwendet, was ihnen wohl den verwirrrenden Beinamen einbringt. Die rundlich abgeflachten, cremefarben bis rötlichen Gungo Peas haben einen nussigen Geschmack. Man kann sie fertig ausgelöst und getrocknet auf Märkten und bei vielen Strassenhändlern kaufen. Ohne Gungo Beans wäre das traditionelle Gericht Rice and Peas nicht denkbar, aber auch zu Suppe werden sie gerne verarbeitet.
 
I wie IRISH POTATO und IRISH MOSS
IRISH POTATOES- Irische Kartoffeln? Ja, da waren wir auch verwundert und amüsiert zugleich, darum bekommt Irish Potato auch einen Platz in dieser Aufzählung. Manchmal bekommt man sie auf Jamaika als Beilage angeboten, aber eher selten. Dafür umso mehr auf euren Tellern. WAS? Ja genau! Irish Potatoes sind nämlich nichts anderes als die ganz normalen Kartoffeln, so wie wir sie kennen. Interessant zu wissen wäre noch, wie die Kartoffel nach Jamaika kam. Die Vermutung ist, da sie ja Irish Potato genannt wird (und die Kartoffel schon Anfang des 17. Jahrhundert als irisches Hauptnahrungsmittel galt), dass sie mit ausgewanderten Iren nach Jamaika kam. Allerdings könnte es auch sein, da die Kartoffel aus Südamerika stammt, dass die Tainos sie auf die Insel brachten. So selbstverständlich uns die Kartoffel erscheint, so interessant ist ihre Kulturgeschichte, lest mal nach.
 
IRISH MOSS – das kommt uns doch schon wieder Irisch vor- und es stimmt, dass die Iren auch hier mit der Namensgebung zu tun haben. Doch was ist dieses Irish Moss eigentlich? Eine Rotalgen-Art, aber je nachdem, wie gut die Nährstoffversorgung während des Wachstums ist, variiert die Farbe von Gelblich-Grün bis Orange-Rot und Violett. Heutzutage würden wir Irisch Moss wegen des hohen Gehaltes an wichtigen Nährstoffen als Superfood bezeichnen. Kein Wunder, dass es von den Iren (vor deren Küste es ebenfalls wächst) im 19.Jahrhundert während Hungersnöten genutzt wurde. Und das nicht nur als Nahrung für Mensch und Tier, sondern auch getrocknet z.B. als Matratzenfüllung. Es ist auch heute noch ein populäres Heilmittel, das zu einem Gelee für Lungenbeschwerden und Nieren- und Blasenentzündungen gemacht wird. Gemixt mit gesüsster Kondensmilch und Muskat wird Irish Moss auf Jamaika auch gern als potenzstärkendes Hausmittel verabreicht.
 
K wie KÜRBIS
Während KÜRBIS bei uns eher ein Saisongemüse ist, kann man ihn auf Jamaika das ganze Jahr über kaufen und er ist eine beliebte Zutat in der Jamaikanischen Küche. Auch er kam aus Südamerika auf die Insel. Auf vielen Speisekarten findet man «Pumpkin-Rice» als Beilage, er wird gern zu Suppe und in Eintöpfen (Rundowns) verarbeitet.
 
M wie MAIS
MAIS ist jetzt vielleicht nicht spektakulär exotisch, war aber in früheren Zeiten lebensnotwendig auf Jamaika, ist auch heute noch populär und verdient daher einen Platz in der Aufzählung. Wahrscheinlich brachten schon die Ureinwohner Jamaikas, die Taino, den Mais auf die Insel. Neue Bedeutung erlangte er mit der Kolonialisierung, als für die Sklaven preiswerte Nahrungsmittel gebraucht wurden. Verarbeitet wird Mais in Backwaren mit Maismehl. Beliebt ist er auch als Suppe, Corn-Soup, die man gern in Bechern an Strassenständen verkauft, als gegarter Kolben und als Hinterlassenschaft der Engländer auch als Cornmeal- Porridge.
 
O wie OKRA
OKRASCHOTEN- Okra sieht ein bisschen aus wie grüne Chilischoten, ist vom Geschmack her aber eher bohnenartig, säuerlich pikant. Die Okra ist ursprünglich beheimatet in Afrika und kam wahrscheinlich mit den afrikanischen Sklaven nach Jamaika. Dort hat sie einen festen Platz in der Jamaikanischen Küche, weil sie leicht zu kultivieren und vielfältig verwendbar ist. Die unreifen, grünen Hülsen der Okra werden für Suppen, Konserven und Eintöpfe oder als gebratenes oder gekochtes Gemüse verarbeitet. Sie schleimt beim Kochen sehr, was sich aber durch vorheriges Schneiden und etwas Trocknen auf einem Blech, vermeiden lässt. Die Okrablüte ist gelb und man kann sie leicht mit Hibiskusblüten verwechseln.

 
P wie PLANTAIN
Ausgerechnet Bananen? Beim Gemüse? Jawoll, denn die PLANTAIN kennen wir auch hier als Kochbanane. Eigentlich ja Obst, aber wegen der Verwendung hier bei Gemüse eingeordnet. Die eigentlichen Bananen auf Jamaika sind eher klein, vielleicht bis 20 cm kurz, dafür schmecken sie reif aber süss und echt bananig. Unreif dient sie gekocht ala Beilage. Hingegen haben Plantains, die meist unreif verwendet werden, einen eher faden Geschmack, vergleichbar mit unreifen Bananen. Die Konsistenz ist eher mehlig, denn Plantain enthält mehr Stärke als normale Bananen. Sie wird je nach Reifegrad unterschiedlich verwendet. Grüne, unreife Plantain wird meist gekocht oder gebraten als kartoffelähnliche Beilage serviert. Uns sind reife Plantains meist in Öl gebacken als Beilage begegnet und so sind auch sie recht lecker. Die reifen Plantains werden auch in Backwaren verwendet.

 
S wie SORREL
SORREL ist die ein bisschen verwirrende Bezeichnung für eine Hibiskusart namens Roselle. Verwirrend daher, weil «sorrel» üblicherweise mit „Sauerampfer“ übersetzt wird. in Jamaika, werden die Blüten der Roselle in Suppen, Eintöpfen und Getränken verwendet. Ein typisches Inselgetränk ist ein Mix aus Sorrel, Ingwer, Zucker und Rum, welches gern zu Festlichkeiten, insbesondere Weihnachten getrunken wird. Sorrel wird für Marmeladen und Tees sowie Punsch und Sirup verwendet. Seit es neuerdings hierzulande populär geworden ist, sich Blümchen in den Sekt oder andere Sprudelgetränke zu tun, sind Hibiskusblüten sogar in den heimischen Supermärkten zu finden.
 
Y wie YAM (Cassava oder auch Maniok)
YAM kam ebenfalls aus Südamerika mit den Tainos nach Jamaika. Roh ist Yam giftig. Aus den Wurzeln wird aufwendig eine Art Mehl gewonnen, welches in Fladen und anderen Backwerken zum Einsatz kommt, die meist als Sättigungsbeilagen dienen. Wir kennen Yam als Zutat für die beliebten Bammys. Jahrhundertelang spielte Cassavamehl eine Hauptrolle in der jamaikanischen Küche, bis nach dem Zweiten Weltkrieg das einfacher zu handhabende Getreidemehl auf die Insel kam.

Natürlich erhebt auch diese Aufstellung keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wir freuen uns über eure Ergänzungen im Kommentarfeld!
F wie Früchte von A-Z <<< gibt’s da.

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