Jamaikanischer Sorrel-Drink


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Sorrel, Rosella, Rozelle, Red Sorrel, Karkade, Bissap Vermell, Vinuela, Cabitutu, Sabdariff-Eibisch, Sudan-Eibisch, Afrikanische Malve … – die Basiszutat für den erfrischenden Sorrel-Drink hat viele Namen. Wir würden die Blüten, aus deren tiefroten Fruchtkelchen dieses erfrischende Getränk gemacht wird, wohl eher als Hibiskus bezeichnen. Was auch stimmt, denn lateinisch heisst der Strauch, an dem sie wachsen, Hibiscus sabdariffa. Auf Jamaika nennt man sie einfach Roselle oder Sorrel und man bekommt sie dort auf den meisten Bauernmärkten je nach Saison frisch oder getrocknet.

Jamaikanischen Sorrel-Drink kann man im Sommer auch mit Eiswürfeln servieren.

Weihnachtliche Gewürze und ein guter Schuss Rum machen Sorrel-Drink zu einem beliebten Getränk während der Weihnachtstage auf Jamaika. Doch gerade auch im Sommer ist der Sorrel-Drink total erfrischend! Wir zeigen euch, wie ihr das typisch jamaikanische Sorrelgetränk auch bei euch daheim zubereiten könnt oder bei eurer Sommerparty mit einer erfrischenden Sangria a la Jamaika punktet.

Sorrel Drink – oder Jamaican Sangria – ist aus den meisten jamaikanischen Haushalten gerade in den letzten Wochen des Jahres nicht wegzudenken. Was kein Wunder ist, denn dann hat die Roselle Saison. Die Bezeichnung „Sorrel“ mag ein wenig verwundern, wird das Wort «sorrel» doch üblicherweise mit „Sauerampfer“ übersetzt. In Jamaika, werden Sorrelkelche auch in Suppen und Eintöpfen verwendet. Ebenso kann man Sorrel zu Marmeladen und Tees sowie in Punsch und Sirup verarbeiten.

Seit es neuerdings hierzulande populär geworden ist, sich rote Blümchen in den Sekt oder andere Sprudelgetränke zu tun, sind Hibiskusblüten sogar in unseren heimischen Verkaufsregalen zu finden. Darauf kann man doch aufbauen und den Sorrel-Drink in die heimische Küche adaptieren, oder? Getrocknete Hibiskusblüten bekommt man mittlerweile schon in gut sortierten Supermärkten, Afroshops oder Asialäden. Man kann sie jedoch auch im Internet bestellen. Den Rest der Zutaten zu beschaffen ist – gerade zur Weihnachtszeit – wahrscheinlich kein Problem. Da der Drink am besten über Nacht ziehen und abkühlen muss, empfiehlt es sich das Rezept am Vortag zuzubereiten.

Sorrelblüten, Ingwer, Orangenschalen, Zucker und Gewürze sind die Grundzutaten für jamaikanischen Sorreldrink.

SORREL DRINK – klassisch, einfach, gut

Grundrezept für jamaikanischen Sorrel-Drink
– ergibt etwa 1,5 Liter fertiges Getränk –

85 g getrocknete oder 500 g frische Hibiskusblüten
2 l Wasser

ein dickes, daumenlanges Stück fein geschnittener Ingwer
10 grob zerstossene Pimentkörner
getrocknete Schale von einer unbehandelten Orange
(ersatzweise auch geriebene Orangenschale aus dem Backregal)
2 Zimtstangen oder einige Zimtblätter
evtl. 5 ganze Nelken

200 g brauner Zucker
optional Rum nach Geschmack (weiss oder braun)

Die getrockneten Hibiskusblüten weichen wir in einem Topf mit dem Wasser, der getrockneten Orangenschale, den Gewürzen sowie dem Ingwer ca. 30 Minuten ein und kochen alles einmal kräftig auf. Damit sich die Gewürze richtig entfalten, lassen wir alles etwa 10 Minuten köcheln. Dann wird der Herd ausgeschaltet und das Sorrelblüten-Gewürz-Gemisch kann über Nacht ziehen. Wenn ihr es eiliger habt, gönnt eurem Sorrel-Drink wenigstens ein paar Stunden Ziehzeit.

Manche fügen den Zucker hinzu, wenn die Flüssigkeit noch warm ist. Wir süssen den Sorrel-Drink erst nach dem Ziehen, denn die gezogene Mischung muss mehrmals sorgfältig abgesiebt werden, damit eventuell verbliebener feiner Sand aus den Blüten am Ende nicht in eurem Glas landet. Nach dem Sieben / Filtern kann man den Sorrel-Drink mit Zucker, Zuckersirup oder Honig süssen. Wir bevorzugen Rohrzucker, weil er eine leichte Karamellnote mitbringt, die mit der Säure der Sorrel sehr gut harmoniert.

Für den jamaikanischen Sorrel-Drink werden Hibiskusblüten mit Orangenschale, Ingwer und Gewürzen aufgekocht.

Will man den Sorrel-Drink gleich servieren, giesst man ihn in eine hübsche Karaffe. Nach Belieben serviert man ihn mit Eiswürfeln und garniert vielleicht noch mit einer Orangenschale. Wir bewahren unseren Sorrel-Drink in Bügelflaschen im Winter auf dem Balkon auf, im Sommer muss er in den Kühlschrank.

RUM oder nicht RUM? – das ist die Frage

Natürlich kann man den Rum auch weglassen. Wenn Kinder mittrinken natürlich sowieso! Damit sich jeder seinen Sorrel-Drink mischen kann, wie er mag, füllen wir ihn „naturell“ ab, also ohne Rum. In Jamaika schwören viele auf die Zugabe von „Red Label Wine“, der hier nicht so leicht zu bekommen ist und am ehesten mit Portwein zu ersetzen ginge.

JAMAICAN SANGRIA – die fancy Vitamin-C-Bombe

Perfekt für eure Sommerparty: Bowle Jamaican Style
Das Grundrezept für den Sorrel-Drink kann mit der Zugabe einer unbehandelten Limette und einer Orange zu einer Jamaican Sangria abgewandelt werden. Die Früchte heiss waschen, in Stücke schneiden und mit den Zutaten oben wie beschrieben aufkochen.
Nach dem Abkühlen filtern, süssen und mit weissem Rum und lieblichem Rotwein auffüllen. Wer es spritzig mag, gibt noch Sekt oder Sprudelwasser hinzu. Präsentiert in einem Bowlegefäss mit ein paar Orangen- und Limettenscheiben für die Optik ist die Jamaikanische Sangria der Star auf eurer Karibik-Party.

Zum Schluss haben wir für euch noch einen schnellen Geschenktipp für Jamaika-Fans: Kauft gleich eine grössere Menge Blüten, die ihr in Zellglastütchen oder dekorative Bügelgläser abfüllen und mit dem ausgedruckten Rezept verschenken könnt. Mit Zimtstangen oder getrockneten Zitrusscheiben (gibts vor Weihnachten z.B. im Dekobedarf) dekoriert, ist das auch ein hübsches Mitbringsel für eine vorweihnachtliche Jamaika-Party.

Dekorativ arrangiert in einem Bügelglas sind die Zutaten für Sorrel-Drink ein schönes Mitbringsel für Jamaikafans.

Wir wünschen „Wohl bekomm’s!“ und eine schöne jamaikanisch inspirierte Weihnachtszeit.

Mehr kulinarische Jamaika-Inspirationen findet ihr in unserer Rubrik „JAMAIKA-KULINARIK“ oder auf Social Media:

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