Jamaika – Videothek


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März 2020 – Wir durchleben gerade eine Zeit, wo wir alle besser mit dem Hintern daheim bleiben sollten, um nicht zur Virenschleuder zu werden. Frühjahrsputz, den Keller entrümpeln , mal den Klamottenschrank ausmisten … sind echt tolle Pläne! Ach, darauf habt ihr keinen Bock? Die Bücher sind auch schon alle ausgelesen? Die Serien schon 3 mal durchgeschaut und Filmchen alle langweilig? In unserer kleinen Jamaika-Videothek haben wir Jamaika-Filme für euch zusammengetragen. Auf dass sie euch die Zeit verkürzen und euch, wenn auch für kurz, nach Jamaika beamen Viel Spass dabei!

MARLEY (2012)

Der britische Regisseur Kevin MacDonald wollte mit seinem Dokumentarfilm über Bob Marley nicht die Legende würdigen, sondern dem Menschen hinter der Kultfigur auf die Spur kommen. Die teils unüberblickbaren Stories und unklare Fakten zur Person Bob Marley werden in „Marley“ fast schlüssig zusammengefasst.

Bandmitglieder, Ex-Geliebte und Politiker sowie Ehefrau Rita Marley und andere Familienmitglieder beschreiben Bob aus ihrer ganz eigenen und nicht immer wohlwollenden Sicht. Auch wegen der tollen Landschaftsaufnahmen, Strassenszenen und Konzertmitschnitte ist „Marley“ nicht nur für Bobs Fans sehenswert.

Bob Marley Film Jamaika

COOL RUNNINGS (1993)

„Cool Runnings“ kennt Jeder! Zu sehen gibt es die zuschauerwirksam ausgarnierte und von Regisseur Jon Turteltaub auf Leinwand gebannte Story jamaikanischer Bob-Athleten, die 1988 in Calgary Jamaika erstmals bei Olympischen Winterspielen vertraten. Wohl der populärste aller Jamaika-Filme und so ist so legendär, wie lustig.

„Cool Runnings“ erzählt mit viel Klischeegedöns, wie sich vier Jamaikaner auf die Olympischen Winterspiele in Calgary vorbereiten und sogar qualifizieren können. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie wirklich siegreich sind, denn der Gedanke von Olympia „Dabei sein ist alles!“ steht über Medaillen und Ruhm.

Die wahre Geschichte der jamaikanischen Bob-Sportler, die 1988 in Calgary antraten, könnt ihr in U wie Usain ODER Jamaikas Sportskanonen nachlesen.

INNA DE YARD – THE SOUL OF JAMAICA (2018)

Hier ist der Filmtitel Programm: Purer Roots Reggae aus vollster Seele. Reggae-Ikonen wie Ken Bothe, Cedric Myton (The Congos), Winston McAnuff (aka Electric Dread), Judy Mowatt (The I-Trees), Lloyd Parks (solo und verschiedene Bands) und Jah9 haben in dieses anrührende Reggae-Meisterwerk viel Herzblut gesteckt und das spürt der Zuschauer.

Aufgenommen wurden die Reggaestücke nicht im High-Tech-Studio, sondern da, wo man die „Seele Jamaikas“ finden kann: in den Strassen und auf den Hinterhöfen Jamaicas. Ein analoger Roots-Reggae-Genuss, der ganz ohne Extraeffekte auskommt.

Die Künstler schaffen es, den Zuschauer durch den Bezug zu eigenen Erlebnissen in das jeweilige Musikstück zu saugen. Nicht nur irgendein Reggaefilm, sondern in Musik ausgedrückte, spannende Geschichten der Protagonisten, die fast allesamt schon Reggae-Legenden sind.

Inna de Yard - the Soul of Jamaica

THE HARDER THEY COME (1972)

Im deutschsprachigen Raum eher weniger populär ist „The Harder They Come“ vom verstorbenen Regisseur Perry Henzell, dessen Familie Jamaika-Reisende im Design-Resort „Jakes“ und im Restaurant „Jack Sprat“ in Treasure Beach verwöhnt. Der Film ist auch durch den gleichnamigen Titelsong von Jimmy Cliff sowie durch das motivierende „You cant get it – if you really want“ bekannt geworden.

Cliff selbst spielte die Hauptrolle: Ivanhoe – ein Landei – der eigentlich von einer Gesangskarriere träumt und darum sein Glück in Kingston versucht. Irgendwann findet er einen Produzenten, der zwar sein Talent erkennt, es aber nur für sich ausnutzt und Ivanhoe mit einem Hungerlohn abspeist. Ivanhoe versucht sein Glück im Handel mit Weed und gerät so in Konflikt mit dem System.

Wie die meisten Jamaika-Filme gewährt auch „The Harder They Come“ dem aufmerksamen Zuschauer Einblicke in das reale Leben der einfachen Leute Jamaikas.

ROCKERS (1978)

Theodoros Bafaloukos lebte zunächst als Fotograf auf Jamaika, bevor er für einen der wichtigsten Kinofilme über die Reggae-Kultur Jamaikas Regie führte.

„Rockers“ ist eine authentische Darstellung der Mechanismen der jamaikanischen Plattenindustrie, gegen die sich der Protagonist Leroy „Horsemouth“ Wallace (der sich selbst spielt), zu wehren versucht. Horsemouth lebt als Schlagzeuger in Trenchtown/Kingston. Um Geld zu verdienen kauft er ein Motorrad und bringt so Schallplatten zu den Soundsystemen auf der Insel. Bis sein Motorrad gestohlen wird und er sich wehrt, indem er wiederum die Diebe bestiehlt. Das Diebesgut verteilt er anschließend an Bedürftige im Ghetto. Nicht umsonst wird „Rockers“ gern als „Robin Hood Märchen in Trenchtown“ umschrieben.

Auch wegen seines hochkarätigen Roots-Reggae-Soundtracks ist „Rockers“ sehenswert. Burning Spear, Bunny Wailer, Junior Murvin, Gregory Isaacs haben nicht nur Songs beigesteuert, sondern sind in Nebenrollen zu sehen. Ausserdem gibt’s Peter Tosh, Third World, The Heptones und viele andere Roots-Reggae-Legenden auf die Ohren. Ein echter Klassiker der Jamaika-Filme.

Reggae Film Jamaika

COUNTRYMAN (1982)

Regisseur Dickie Jobson erzählt in seinem Kultklassiker die Geschichte eines jamaikanischen Fischers, der im Einklang mit der Natur ein zurückgezogenes Leben führt Bis er zwei Amerikaner aus den Trümmern eines Flugzeugabsturzes rettet. Die Regierung versucht, mithilfe der Armee die Insassen zu finden, weil Waffenschmuggel vermutet wird. Countryman und die Community seines Dorfes gerät in den Fokus des gefährlichen Colonel Sinclair, der alles daran setzt, den abgestürzten Piloten zu finden. Countryman nutzt sein Wissen über das Gelände und seine angeborenen Kampffähigkeiten, um die Versteckten zu schützen.

Wie auch in „The Harder They Come“ wird ein realer Eindruck von den damaligen Verhältnissen auf Jamaika gespiegelt, der sich auch durchaus in die Gegenwart übertragen lässt. Untermalt ist „Countryman“ u. A. mit Reggae-Sound von Bob Marley und den Wailers, Lee „Scratch“ Perry, Steel Pulse, Dennis Brown, Aswad, Toots und den Maytals und Rico Rodriguez.


INSIDER-TIPP: GERMAN TOWN – THE LOST STORY OF SEAFORD TOWN, JAMAICA (2015)

David Ritter erzählt in seinem Dokumentarfilm die Geschichte der Nachfahren der deutschen Siedler in Seaford Town in Westmoreland auf Jamaika. Im frühen 19.Jahrhundert kamen Deutsche – vorwiegend aus dem Weserbergland – nach Jamaika, um dort in der Landwirtschaft Fuss zu fassen. Wie das gelang, haben wir in unserem Beitrag D wie Deutsche auf Jamaika ODER Die traurige Geschichte von Seaford- Town zu erklären versucht. David Ritter führte Gespräche mit Einwohnern von Seaford Town und hat eine Doku draus gemacht. Auf der englischsprachigen DVD erzählt er „German Town: The Lost Story of Seaford Town“. Unbedingt sehenswert für Geschichtsinteressierte!

German Town The Lost Story Of Seaford Town

Trailer: German Town – The lost story of Seaford Town

Dies ist nur unsere persönliche kleine, feine Auswahl an Jamaika-Filmen und Klassikern,
die man gesehen haben sollte.

Die meisten sind in Originalsprache Patois, manche mit englischen Untertiteln. Man kann trotzdem die Handlung nachvollziehen und die Soundtracks geniessen. Uns macht es Spass, jeweils die Drehorte, Locations auf Jamaika zu erkennen.

Unsere kleine Jamaika-Videothek soll zur Anregung dienen, euch mal selbst Jamaika-Filme, interessante Dokumentarfilme über Jamaika, Reisedokus und mehr zu erstöbern. Google ist euer Freund – besonders jetzt.

Kommt gut durch diese spannende, nervenaufreibende, einzigartige Phase, die unsere Welt und wir Menschen gerade durchleben. Passt auf euch auf und Bleibt gesund!

! WALK GOOD AND TAKE CARE !

Kategorien:JAMAIKA- MEDIATHEK, JAMAIKA-FILMESchlagwörter:, , , , ,

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