Jahdolf und das Grosskaribische Reich


Lesezeit: 2 Minuten

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von Stephan Scheler und Manuel Grebing
Gebundene Ausgabe: 112 Seiten, erschienen im Metronom Verlag 2014

Grösse: 22,5 x 1,5 x 28,7 cm

„Die letzten Schurken der Nazi-Diktatur fliehen mit dem Schiff nach Südamerika und werfen auf offener See alles über Bord, was ihre Identität in der neuen Heimat verraten könnte. Unter diesen Requisiten befinden sich grün leuchtende Fässer, die Jahre später vom Strom der Gezeiten an die Küste Jamaikas gespült werden. Dort sickert der giftige Inhalt dieser Tonnen durch den Boden und erfasst ausgerechnet die Wurzel einer Hanfpflanze…
So ist Jahdolf und das Großkaribische Reich die Geschichte eines einfachen Jamaikaners, der beim Rauchen eines Joints plötzlich qualvolle Nazi-Visionen durchlebt und sich fortan zur Figur des Jahdolf entwickelt – einem widerwärtigen Tyrannen, der den karibischen Raum unterjocht und den Rest der Welt in Atem hält.

Dabei ist Jahdolf nicht allein und weiß mit Gefährten wie Herman the German, Albert Spear und anderen eine furchteinflößende Führungsriege um sich – doch ihm stehen die weisen Hüter der Rastafari-Religion gegenüber, die sich mit Teilen der Bevölkerung zum Widerstand zusammenschließen. Es entbrennt nicht nur ein Kampf um Kingston, sondern auch ein wüster Krieg in der Karibik…“

DIE Geschichte klingt vielversprechend, oder? Das dachten wir uns anno 2015 auch, als „Jahdolf und das Grosskaribische Reich“ uns beim Stöbern nach Jamaika- Literatur online über den Weg lief.
Ausserdem lieben wir Wortspiele,
Jahdolf- wer denkt sich denn sowas aus?!
Zack landete dieses Buch, trotz des damals recht stolzen Preises, im Warenkorb und erheiterte nicht lange darauf unser beider Gemüter. Ausser „Mosaik“ hatten wir zwar kaum einen Comic gelesen und dem Bilderbuchalter sind wir und die (erwachsenen) Kinder schon längst entwachsen- dachten wir.

Bis wir das etwa A4- grosse „Jahdolf und das Grosskaribische Reich“ in den Händen hielten. Schon der Titel verbindet eigenartigerweise Abstrusität mit Wahrscheinlichkeit- man ist hin- und her gerissen, ob die Story reine Fiktion ist oder doch irgendwie hätte passieren können. Zur Einstimmung gibt es eine Armbinde- rot mit schwarzem Hanfblatt auf weissem Grund- die das Buch zusammenhält. Erst wenn man diese übergestriffen hat, darf man das Buch öffnen, lesen… UND anschauen. Wer Jamaika ein klein bisschen besser kennt, den Menschen zuhört und die Dinge hinterfragt, erkennt in den Zeichnungen die Auseinandersetzung mit den „heissen Themen“ der Insel, wie z.B. „Tourismus- Segen oder Fluch?“. Aber auch wer nicht so tief eintauchen konnte oder wollte, wird Jamaika wiedererkennen.  Wir schwankten zwischen Erheiterung und nachdenklicher Geschichtsreflektion.

Doch allzu viel soll nicht verraten werden, ausser: Am Ende wird natürlich alles gut! UND:
Wir wissen schon, warum wir kein Weed anrühren …

In dem Sinne wünschen wir auch euch viel Spass mit Jahdolf und seinem Gefolge!

Kategorien:Amüsantes, JAMAIKA- MEDIATHEKSchlagwörter:, , , ,

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