11. und 12.Februar 2018* Parottee Bay


1. Februar – Tschüssi Belmont -> Servus Parottee Bay!

Wachet auf, wachet auf! Es krääähte der Haaahn… Einer? Hier gibts mindestens 10 natürliche Wecker, die meistens noch erheblich vorgehen. Sie beendet die unruhige Nacht, die uns ein nächtlicher Überraschungsgast über uns dank seiner schwachen Blase bescherte. Also frischauf in den neuen sonnigen Tag und erstmal die Nacht weggeduscht.

Tricky Früchtchen

Als Frühstück muss heute die Breadfruit herhalten, die nach Lydias Rat in der Pfanne in Scheiben geschnitten mit Öl gebraten wird. Ganz schon kniffelig, das schwarze, russige Ding zu schälen, ohne sich selbst anzuschwärzen. Kalt schmeckt die Breadfruit eher nach Futterkartoffel, als Dorfkind erkennt man den Geschmack. Gebraten mit Salz und einem Rest Fischgewürz mundet sie jedoch recht lecker. Dazu gibts Ananas und natürlich Kaffee. Wir machen den letzten Abwasch in einer Schüssel im Duschbereich, packen unser Zeug zusammen und verabschieden uns von Lydia, die wegen ihres Autos nochmal zur Werkstatt muss. Dann düsen auch wir ab in Richtung Black River, wo uns in Parottee Bay unsere neue Unterkunft, das Jamaica Beach Cottages erwartet. In Black River legen wir einen Zwischenstopp ein, um unsere bescheidenen Vorräte aufzufüllen, wir brauchen vor allem Getränke und Eis für die Kühlbox. Da wir nicht wissen, wo wir parken sollen, steuern wir zunächst eine uns schon bekannte Markthalle an.

Dort bieten ein paar Unverzagte auch sonntags ihre Waren an und wir decken uns mit frischen Vitaminen ein. An verschiedenen Ständen kaufen wir Ananas, eine Wassermelone, Honigbananen, Starapples und Sweetsop, die wir bis dato noch nicht probiert hatten. Sandra ermutigt uns dazu mit den Worten „Einfach aufbrechen und die Kerne ausspucken!“ und die Sweet Sop hält, was ihr Name verspricht. Sie wird in jamaikanischen Haushalten hauptsächlich für Säfte und Desserts genutzt. Die proaktive, resolut wirkende Sandra erklärt uns gerne noch ein paar andere typisch jamaikanische  Früchte und Gemüse, von denen wir ja viele schon kennen. Nachdem sie mir anhand einer frischen Ackee demonstriert, worauf es beim Rüsten und Kochen des Nationalgemüses ankommt, traue ich es mir fast selbst zu. Doch angesichts dessen, dass vor ein paar Wochen ein Paar auf Jamaika an einer –wahrscheinlich durch nicht fachgerecht geerntete Ackee verursachten- Lebensmittelvergiftung dahinscheiden musste, bleibt das tricky Früchtchen wo es ist und wir ziehen mit unserem Obstkorb von dannen.

Die Stadt Black River, die wir von der letzten Tour schon kennen, scheint wie ausgestorben, es ist Sonntag. Nur ein einsamer schwarzer Scandalbag rollt aufgeblasen über die Strasse. Eine Szene wie aus einem schlechten Western. Doch in einem Supermarkt werden wir fündig, sowohl was Menschen, als auch Getränke betrifft. Eingedeckt mit dem Nötigsten legen wir das letzte Stück bis Parottee zurück und als das Navi sagt „Das Ziel befindet sich rechts.“, stehen wir vor einem braun gestrichenen Tor, an dem ein Schild „Jamaica Beach Cottages“ verkündet. Es gibt keine Klingel, also hupen wir mal frech, worauf mit fliegenden Lefzen ein sandfarbenes Kraftpaket angeschossen kommt, welches laut bellend klarstellt, wer hier das Grundstück bewacht. Sofort wird Spike- ein Pitbull- und auch Nala- ein Dobermannwelpe-  von Herrchen zurückgepfiffen und das Tor öffnet sich wie von Zauberhand. Lars darf das Auto auf dem gepflegten Rasen des Grundstücks parken und wir werden nun herzlich von Brigitte und Volker Memmel willkommen geheissen. Volker, der sich als fleissiger und aufmerksamer Leser unseres Blogs herausstellt, hat seine Hausaufgaben gemacht und bietet uns ein kaltes Red Stripe an. Da sagen wir nicht nein und das Gepäck im Kofferraum wird zur Nebensache, als wir die Zeit beim Plaudern fast vergessen.

Wohnst du noch oder lebst du schon?

Da war doch noch was… ach ja, das Cottage! Stolz öffnet man uns die Tür zum gebuchten kleinen Cottage und uns fällt sofort der wunderbar wild verlegte Fliesenboden auf. Das geräumige Zimmer ist in Küche/ Essbereich und Schlafbereich aufgeteilt und ein riesiger Kühlschrank macht unsere Kühlbox vorübergehend arbeitslos. Das grade gekaufte Eis wird im Tiefkühlfach zwischengelagert. Wir bestaunen das riesengrosse Moskitonetz, welches sich wie ein Himmel über das Bett spannt. Auch das Badezimmer ist geräumig und die Dusche spendet warmes Wasser. In der Küchenzeile steht alles bereit, was man so benötigt. Sicher hat Brigitte auch einen Toaster parat, wenn man fragt. Schliesslich sind die beiden vor einigen Wochen mit einem Container voll nützlicher Dinge endgültig nach Jamaika übergesiedelt. Der Umzug, der Ausbau des auf dem Grundstück befindlichen Wohnhauses und der Cottages stecken den Beiden noch spürbar in den Knochen. Trotzdem zeigt mir Volker die Obstbäume auf dem grünen Grundstück und ich kann endlich auch mal die Jamaican Cherries probieren, die rotleuchtend am Baum hängen. Ein Jamaican-Apple-Tree trägt wie irre dicht an dicht seine saftig-erfrischenden Früchte und ich kann abermals nicht widerstehen. Am Beach hinter dem Wohnhaus geht gerade die Sonne unter, von diesem Schauspiel kriegen wir nie genug und keine Sandmücke der Welt kann uns davon abhalten, es fotografisch einzufangen.

Jamaica Beach Cottages

Nach einem improvisierten Abendessen aus Instantnudeln geraten wir im Gemeinschaftsbereich des Memmelschen Wohnhauses, welcher den Beiden auch als Küche dient, erneut ins Erzählen und es wird spät, als wir ins Bett fallen und dem Spiel der Grillen und Baumfrösche lauschend ins Traumland reisen.

12. Februar 2018- Ausser Spesen nix gewesen?

Guten Mor-gähhn, Parottee! Fast hätten wir verschlafen, aber wir haben ja Ferien und uns zwingt weder der Wecker noch sonst jemand aus dem Bett. Wir haben super geschlafen im luftigen Cottage. Das Memmelsche Anwesen liegt in einer ruhigen Gegend. Nachts ist es so still, dass man das Meer rauschen und die Schwalben in ihrem Palmennest träumen hört. Nur ab und zu zerreisst mal ein Fahrzeug die Stille. Zum Frühstück, welches wir uns heute aus Porridge mit Früchten und Kaffee herrichten, setzt sich Brigitte mit ihrem Morgenkaffee zu uns auf die Veranda. Beim Plaudern vergessen wir die Zeit und fahren erst gegen Mittag in Richtung Mandeville. Für die geplanten Breadnut Fallas reicht die Zeit nicht mehr wirklich, so ziehen wir eine später sowieso geplante Erkundungstour vor.

Die Fahrt über Burnt Ground, Santa Cruz und Spur Tree ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und reizvoll. Wir durchfahren Mandeville zunächst, denn in Williamsfield gibt es eine Schokoladenfabrik, die wir gern besichtigen wollen. Laut einem markführenden Reiseführer soll das möglich sein. Doch die Pioneer Chocolate Factory befindet sich gerade im Produktionsprozess, wie uns der Securityguard am Tor nach einem kurzen Telefonat mitteilt. Was wiederum heisst, dass aus Sicherheits- und Hygienegründen doch keine Besichtigungen durchgeführt werden. Nun gut, dann haben wir mehr Zeit für die nächste Station, die auch kulinarisch einzuordnen und so jamaikanisch ist, wie sonst irgendwas: die PickAPeppa- Factory in Shooters Hill. Hier werden die berühmt-berüchtigten und bei Jamaikanern extrem beliebten scharfen Sossen hergestellt, mit denen man hierzulande gern so gut wie jedes Gericht „verfeinert“. Vom sauer- scharfen Duft, der laut oben erwähntem Reiseführer schon weit vorher wahrnehmbar sein soll, riechen wir nichts. Am Tor gibt uns der wachhabende Auskunft: „No more factory tours, since 10 years now, mon.“ Es gibt nicht einmal einen kleinen Werksverkauf.

Enttäuscht von der aktuellsten Auflage des „Marco Polo“ ziehen wir wieder Richtung Mandeville ab. Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen und wir stoppen noch kurz in der Stadt, um uns zu stärken. Jetzt beginnt es auch noch zu regnen. Trotzdem können wir auf dem Rückweg noch ein paar wolkenverhangene schöne Aussichten einfangen. Zurück im Jamaica Beach Cottages, wo es trocken geblieben ist, erwartet uns schon Volker. Am Vorabend hatten wir sein Angebot uns heute ein Abendessen zu zaubern angenommen und nehmen nun am riesigen Tisch in der luftigen Wohnküche Platz. Dann tischt Volker auf und schon beim Anblick von Lobster (ohne Schale), Süsskartoffelstampf und Calalloo – Tomatengemüse läuft uns das Wasser im Mund zusammen. Es ist soo lecker, dass wir den Teller trotz der riesigen Portion restlos leerputzen. Da muss doch morgen wieder die Sonne scheinen!

Weil Lobster ja Seafood ist, das bekanntlich schwimmen will, gesellen sich noch das eine oder andere Red Stripe zu ihm und der Abend artet abermals in eine Quatschorgie aus. Unsere Gastgeber sind vielseitige Menschen, die sowohl gute Erzähler, als auch gute Zuhörer sind. Wir amüsieren uns prächtig und es wird wieder spät. Aber das ist gut so, schliesslich sind es doch auch die Menschen auf Jamaika, die uns interessieren, egal ob Jamaican by Birth oder by Heart. Man soll halt den Tag nicht vor dem Abend schelten… Beschützt vom Moskitohimmel lullen uns das Meer und die Tiere der Nacht in den Schlaf.

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Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

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und Jamaika- Fans

 

Kategorien:2018, LOGBUCH, Woche II - 11.02.- 17.02.2018- von Belmont bis Runaway Bay

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