JAMAIKA-URLAUB TROTZ CORONA – TEIL DREI – ERFAHRUNGEN IM HOTEL


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JAMAIKA-URLAUB TROTZ CORONA – GEFANGEN IM ALL-INCLUSIVE-„KNAST“

Raus aus der Komfortzone – rein ins Abenteuer! Wie fühlen sich Individualtouristen, wenn sie aufgrund der besonderen Umstände im All-Inklusive-Bunker landen? Wir wollten es wissen und sind im September nach Jamaika aufgebrochen. In den ersten beiden Teilen von „Jamaika-Urlaub trotz Corona“ haben wir über unsere Anreise mit dem Flugzeug  und die Einreise unter Covid19-Auflagen berichtet. Heute erfahrt ihr, wie wir im Hotel empfangen wurden und wie sich die Einschränkungen durch die Massnahmen dort auf unseren Entspannungsfaktor auswirkten.

Die knapp drei Stunden Fahrzeit vom Airport in Kingstons in unser Hotel nach Montego Bay nutzen wir, um uns von unserem Driverguide Kemrod auf den neuesten Stand bringen zu lassen. „Ihr seid seit März die ersten und einzigen Fahrgäste, die ich habe. Viele meiner Kollegen sind jetzt für ein paar Monate in die USA gegangen, um zu arbeiten. Manche arbeiten dort sogar in Wäschereien, um ihre Leute hier auf der Insel durchzubringen.“ Er selbst ist geblieben und hat, wie viele Jamaikaner, alternative Einkunftsmöglichkeiten für sich entdeckt. „Die Mädchen müssen ja essen.“ – er hat immerhin drei Töchter.

Als wir gegen halb Acht im „Holiday Inn“ ankommen, ist es bereits dunkel. „Ankunft – zwei Gäste.“ gibt er dem maskierten Security an der Schranke durch das Fenster Auskunft. Dieser hebt das Thermometer und misst Kemrods Temperatur. Wir sind erstaunt, dass er nicht seine Covid-19-Zertifikation nachweisen muss, aber „Die sehen halt nur den JUTA-Schriftzug vorne am Auto und winken durch.“

WELCOME TO HOLIDAY INN!

Wir steigen aus und nachdem Kemrod unser Gepäck ausgeladen hat, verabschieden wir ihn in den wohlverdienten Freitags-Feierabend. Der Hotelpage begrüsst uns und nimmt unsere Koffer auf, wir folgen ihm zum Eingang. Dort werden wir von der „Temperature Lady“ nochmals willkommen geheissen und gebeten, die Hände am Spender zu desinfizieren. Das und das Aufnehmen der Temperatur der eintretenden Gäste, scheint ihre Hauptaufgabe zu sein.

An der Rezeption ist der Bereich direkt vor dem Tresen abgesperrt, man tritt einzeln heran, um sein Anliegen vorzubringen. Neben dem normalen Check-In sollen wir ein Formular zu unserem Gesundheitszustand ausfüllen und darauf die Kenntnis der Covid19-Massnahmen bestätigen. Von der Lobby-Bar aus hat uns bereits einer der Barkeeper erspäht und serviert einen Rumpunch „Welcome to Holiday Inn!“. Der Hotelpage begleitet uns mitsamt Gepäck und Punch auf unser Zimmer. Dort entledigen wir uns erstmal der klamm-feuchten Klamotten  und zischen, noch ein Red Stripe, bevor wir – einfach so – ins Bett fallen. Immerhin ist es zuhause jetzt ungefähr drei Uhr morgens und wir seit fast 24 Stunden auf den Beinen.

Auf unseren obligatorischen Morgenkaffee mussten wir hier nicht verzichten. Es gibt neben einem Kühlschrank auch eine Mini-Kaffeemaschine, mit der man die beigelegten fixfertigen Kaffee-Filterpäckchen aufbrühen und auch Heisswasser für Tee machen kann. Dazu stehen Einmal-Kaffeebecher bereit. Erwartet hatten wir dieses Angebot wegen der Einschränkungen durch Covid19 eigentlich nicht.

Eingeschränkt war nur der Rhythmus des Roomservice: „Alle 4-5 Tage kommt das Zimmermädchen. Wenn ihr zwischendurch irgend etwas braucht, gebt einfach hier bei der Rezeption Bescheid.“ Doch das mussten wir gar nicht. Wann immer wir etwas brauchten – sei es Kaffee, Becher frische Handtücher oder anderes – gaben es uns die Zimmermädchen. Wir fragten sie, wenn wir sie irgendwo auf dem Gang sahen. Und wir mussten auch nie 5 Tage warten, bis sie unser Zimmer auf Vordermann brachten, sie kamen auch mal zwischendurch zu uns.

MAN BITTET ZU TISCH! – HYGIENE A LA CARTE

Wir waren ja sehr gespannt, wie die Corona-Massnahmen bei den Hauptmahlzeiten umgesetzt werden. Zuerst desinfizierten wir uns die Hände am Eingang des Restaurants und warten maskiert darauf, platziert zu werden. An den ersten beiden Tagen gab es noch Buffet. Es waren nicht alle Stationen aufgebaut, trotzdem war immer noch reichlich Auswahl vorhanden. Nach dem ersten Wochenende wurde der Service auf „A la Carte“ umgestellt und sämtliche Mahlzeiten am Tisch serviert. Täglich wurden die Menükarten „durchgewechselt“ und dazu wurden immer auch „Tages-Spezialitäten“ angeboten. So kam kaum Langeweile auf den Tellern auf.

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Eigentlich hat das Holiday Inn insgesamt 6 Restaurants mit verschiedenen Themen. Für die paar Gäste lohnte es sich jedoch nicht, alle zu öffnen. Darum fanden die Hauptmahlzeiten immer im Hauptrestaurant statt, weil dieses sowohl von der Grösse her ideal ist, als auch durch die offene Bauweise eine maximale Durchlüftung garantiert. Es war genug Abstand zwischen den Tischen und diese wurden meistens nur einmal pro Mahlzeit besetzt. Oder aber zwischendurch von einem speziellen Mitarbeiter, dem „Desinfection-Guy“ desinfiziert. Jener war mit Plastikschürze, Gummihandschuhen, Desinfektionsmittelflasche, Maske UND Faceshield bestens ausgerüstet und geschützt. 

Das Servicepersonal war sehr freundlich und die meiste Zeit auch sehr aufmerksam. Wir mussten jeweils nicht lange auf den nächsten Gang warten und zwischendrin wurden immer wieder unaufgefordert unsere Getränke nachgefüllt. Sicher hätte das nicht ganz so prima funktioniert, wenn das Holiday Inn maximal mit Gästen ausgelastet gewesen wäre. Tagsüber hatten wir diverse andere Möglichkeiten, unseren Appetit zu stillen. Ein Jerk-Hut, ein Burger-Stand und ein Kiosk mit Hotdogs und Sandwiches hatten vieles zum zwischendurch schnabulieren im Angebot und die Angestellten waren immer zu einem Scherz oder Schwätzchen aufgelegt.

NICHT WUNSCHLOS – ABER GLÜCKLICH!

Apropos Kommunikation … Die klappte in allen Bereichen des Holiday Inn besser, als reibungslos. Ob es nun das von uns angefragte Upgrade auf ein Zimmer ohne Aussicht auf den Spielplatz war oder weniger Aufwändiges. Man konnte immer mit den verantwortlichen Leuten reden. Mehr noch: Alle paar Tage wurde bei uns angerufen, ob noch alles in Ordnung sei oder man uns was Gutes tun könne. Das Guest-Relation-Management funktionierte vorzüglich, wir fühlte uns wie Könige. Und NEIN, das lag nicht am Status „Blogger“, wir fallen nie mit der Tür ins Haus. Man wollte einfach den Gästen trotz aller Einschränkungen die bestmögliche Urlaubserfahrung bieten.

Was wir ausserdem noch wirklich meeegaaaa angenehm fanden, war die Ruhe, die man tagsüber hatte. Keine Klopperei um die Liegen, obwohl auch deren Anzahl stark reduziert worden war. Trotzdem hatten wir jeden Tag einen anderen Strand für uns. Am Liebsten den am äusseren linken Ende des Resorts, nicht weit von der Hütte, wo es neben Jerk auch Drinks gab. Manchmal kamen die Barkeeper/innen auch bis an die Liege, um Getränkewünsche zu erfragen. VIP-Service quasi, den wir nie einfordern würden, aber sehr genossen haben.

Unser Lieblingsstrand hatte aber noch andere Attraktionen: Die Lebewesen am und im Wasser, die jetzt nicht von Menschenmassen gestört und vertrieben werden. Es gab jeden Tag etwas Spannendes zu sehen und zu entdecken. Soviel Abwechslung haben wir echt nicht erwartet, man muss jedoch auch bereit sein, sie finden zu wollen. Langeweile? Fehlanzeige! Wir haben gemerkt, dass wir tatsächlich nicht jeden Tag Action brauchen und die Ruhe im Hier und Jetzt durchaus geniessen können. Nach ein paar Tagen ergab sich eine gewisse Struktur, deren Highlight meistens der Sonnenuntergang bildete. Den konnten wir auch jedes Mal von einem anderen Platz auf dem Gelände des Holiday Inn aus ungestört bewundern. Entspannung und Romantik pur …

„WENN“- das Wörtchen ist nur klein, doch ein böses Wort. „WENN“ – so sagt man allgemein – klagt man hier und dort. (Otto Reutter)

Wirklich zu klagen hatten wir zwar nichts, doch gab es natürlich auch ein paar Dinge, die unsere Entspannung störten:

LEUTE, die ihre Masken nicht trugen. Für uns ist es eine Frage des Respekts, Regeln – egal wo – zu akzeptieren. Wir respektieren das Schutzbedürfnis unserer Mitmenschen. Gäste, die sich einen Dreck um Abstandsregeln und Maskengebot scherten, gab es so einige.

NACHBARN, die dachten, sie wären allein im Resort. Da wird die Familie zusammengebrüllt, Türen geknallt, das hellhörige Badezimmer mit fettem Dancehall beschallt oder gleich nachts der Strand. Natürlich nicht der entlegenste, sondern der vor unserem Balkon. Und nennt uns ruhig „Petzen“ – wir haben uns das nicht gefallen lassen, sondern die Security oder die Guest Relation damit beschäftigt, Abhilfe zu schaffen. Hat funktioniert, zumindest für den Moment.

BEUNRUHIGENDE POST vom Ministry Of Health. So am zweiten Tag checkten wir unsere Mails und fanden die Bestätigung vom Gesundheitsinterview. Darin wurden wir als „High Risk“ eingestuft und unter entsprechende Order gestellt. Im ersten Moment ein echter Schocker … Wir sahen unsere Tourpläne schon den Bach runtergehen, es war die Rede von „Quarantine at the hotel“. Die JamCovid19App funktionierte allerdings nur in den ersten zwei Tagen. Funfact: Immer, wenn wir auf unserem Zimmer ankamen, gab sie an, dass jetzt der „Resilient Corridor verlassen“ würde.

Sonst war alles fein und wir wussten auch mit dem Regen umzugehen, der auf Jamaika von September bis in den November hinein keine Seltenheit ist.

ALLES NUR LIQUID SUNSHINE

Wobei wir richtig Glück hatten, denn ein paar Wochen nach unserer Abreise erlebte Jamaika eine der heftigsten Regenzeiten der letzten 15 Jahre. Meistens weckte uns die strahlende Sonne, die oft bis um den frühen Nachmittag herum anhielt. Dann gab es Wolken, manchmal mit und manchmal ohne Regen. Wenn es regnete, dann heftig. Es waren sogar ab und zu Gewitter dabei.

Doch einen komplett verregneten Tag hatten wir 2020 während unserer Zeit auf Jamaika nicht. Warm bleibt es ja trotzdem.  Was allerdings wirklich lästig war, waren die Moskitos. Ich bin ja sowieso ein Mückenfänger und Lars hat mit mir das beste Mückenschutzmittel. Bei der feuchtwarmen Luft jedoch waren die frechfiesen Biester besonders in der Dämmerung sehr aggressiv und besonders anhänglich. Warum es auf Jamaika unerlässlich ist, sich so gut wie möglich gegen die fliegenden Stecher zu schützen, lest ihr in Dengue, Zika, Chikungunya …

Wenn Petrus versuchte, uns mit seinen Wetterkapriolen zu ärgern, nahmen wirs gelassen. Ein bisschen Regen hält man ja auch unterm Dach an der nächsten Strandbar aus. Und wenn er es gar zu arg trieb, gingen wir aufs Zimmer, warfen die Kaffeemaschine an und beobachteten das Spektakel vom Balkon aus. Das war so spannend, dass unsere mitgebrachten Spiele kaum zum Einsatz kamen. Wenn man ein paar Social Media Kanäle zu bespielen und zu füttern hat, kommt sowieso selten Langeweile auf.

Ihr kennt uns – NUR am Hotelstrand rumgammeln, ist und wird trotz allem Komfort nie unser Ding sein. Was wir trotz der damals geltenden Einschränkungen und Massnahmen möglich gemacht haben, um mal „rauszukommen“ und wie wir sogar ganz regelkonform Freunde treffen konnten, erzählen wir euch im nächsten Beitrag unserer Serie „JAMAIKA-URLAUB TROTZ CORONA“.

Bis dahin werden wir unser Bestes tun, damit möglichst bald wieder so etwas wie Normalität einkehren kann und damit auch eure Jamaika-Reisen wieder einfacher werden. Macht ihr mit? Ihr wisst schon … Abstand, Maske, Hände waschen.
Und keine wilden Parties. 😉 Danke.
Ihr plant ebenfalls, in nächster Zeit nach Jamaika zu fliegen? Dann sind folgende Beiträge sicher für euch ebenfalls interessant:

EINREISE NACH JAMAIKA 2020 – AKTUELLE INFOS

WISSENSWERTES FÜR JAMAIKA-REISEN IN CORONA-ZEITEN

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