Dengue, Zika, Chikungunya – Was Jamaika-Reisende darüber wissen sollten


Lesezeit: 6 Minuten

Denguefieber & Co in Jamaika – Was Reisende darüber wissen sollten

SsssSSSSSssssssSSSSSS… Mücken sind nicht nur lästig, sie übertragen auch eine Menge nette Krankheiten, wie zum Beispiel Malaria, den Zikavirus, Chikungunya, und das Denguefieber. Letzteres flammt auf Jamaika besonders nach regenreichen Wetterperioden immer wieder mal auf. Das ist nichts Neues, das gibt es immer wieder mal und ist kein Grund zur Panikmache! Trotzdem ist es wichtig, den „Feind“ zu kennen. Wir erzählen wir euch mehr über diese nicht zu unterschätzenden Infektionskrankheiten. Ausserdem teilen wir Tipps, wie du dich in Jamaika effektiv gegen Mücken schützen kannst.

Die guten Nachrichten zuerst: Malaria gilt auf Jamaika als ausgerottet und seit Herbst 2018 ist Jamaika wieder zikavirusfreie Zone. Auch von Chikungunya hat man lange nichts gehört. Das gefährlichere hämorrhagische Denguefieber in Jamaika ist fast jedes Jahr ein Thema. Ende 2023 war es auf der Karibikinsel wieder heftiger aufgeflammt und wurde kurzzeitig zur Epidemie heraufgestuft. So heftig, wie 2018 wurde es aber nicht.

Tigermücke sticht Menschen

Wie werden Denguefieber, Chikungunya und der Zikavirus übertragen? Die drei Viruserkrankungen werden alle gleich übertragen: durch Mücken. Wird ein infinzierter Wirt gestochen und die Mücke saugt sein Blut, kann sie so die Viren auf den nächsten Gestochenen. Die Hauptverantwortlichen für die Übertragung der Erkrankungen sind die Tigermückenarten Aedes aegypti und Aedes albopictu. Sie sind tagsüber sowohl draussen als auch drinnen aktiv auf Nahrungssuche. Aedes albopictu wurde auf Jamaika noch nicht nachgewiesen. Sie kommt mittlerweile aber auch im kühleren Mitteleuropa vor.

Was ist Denguefieber?

Dengue ist eine Virusinfektion, die durch vier DENV-Virustypen verursacht wird, die zur Flaviviridae-Familie gehören. 4 bis 7 Tage nach dem Stich zeigen sich grippeähnliche Symptome. Dazu gesellt sich plötzliches, in Wellen auftretendes hohes Fieber. Ausserdem kommen Schmerzen hinter den Augen, Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen sowie starke Kopfschmerzen hinzu. Auch ein Hautausschlag mit roten Flecken kann auftreten. Oft jedoch verläuft die Erkrankung ohne Symptome.

Die Krankheit kann sich bis zum Dengue-Hämorrhagischen Fieber (DHF) entwickeln. Das DHF beginnt ähnlich wie das klassische Denguefieber. Allerdings verschlechtert sich der Zustand des Erkrankten nach einigen Tagen zunehmend. Der Kreislauf bricht zusammen, das Gesicht ist stark gerötet und es kommt zu inneren Blutungen, beispielsweise im Magen-Darm-Bereich. Darüber hinaus verlieren die Betroffenen stark an Flüssigkeit (Dehydratation).

Bei starkem Blutdruckabfall kann es zum lebensbedrohlichen Dengue-Schock-Syndrom kommen. Das DHF äussert sich durch zusätzliche Symptome wie Bluterbrechen, Teerstuhl, schwachen Puls, kalte Haut und körperliche Unruhe. Zudem treten Hautrötungen und kleine, stecknadelkopfgrosse Blutungen auf der Hautoberfläche (Petechien) auf.

Wenn man mit dem gleichen Dengue-Virus-Serotyp infiziert war, wird man gegen zukünftige Infektionen mit diesem Typ immun. Wird man jedoch später mit einem anderen Serotyp infiziert, nimmt die Immunität mit der Zeit ab, was das Risiko erhöht, das Dengue-Hämorrhagiefieber zu entwickeln. Das Denguefieber ist mit Zika verwandt.

Wie schadet uns der Zikavirus?

Die letzten Fälle von Zika in Jamaika wurden 2017 gemeldet. Auch Zika ist eine Virusinfektion, die aber in 80 Prozent der Fälle ohne Symptome verläuft. Beim Rest kommt es zu meist milden, grippeähnlichen Beschwerden. Die Inkubationszeit ist schwammig und kann von wenigen Tagen bis 2 – 3 Wochen reichen. Häufige Symptome sind ebenso wie bei Dengue auch Fieber, Hautausschlag, Muskel- und Gelenkschmerzen. Auch eine nicht eitrige Bindehautentzündung der Augen (Konjunktivitis) kann auftreten. Der Verlauf einer Zika-Erkrankung ist kurz. Nach etwa einer Woche ist es meist überstanden. Das Gefährliche an Zika sind die nicht zu unterschätzenden Komplikationen wie das Guillain-Barré-Syndrom.

Das Guillain-Barré-Syndrom kann Personen jeden Alters treffen. Es löst durch fehlgeleitete Attacken des körpereigenen Immunsystem gegen Teile des Nervensystems aufsteigende Lähmungen aus. In schweren Fällen kann auch die Atemmuskulatur und das Herz betroffen sein. In den meisten Fällen bildet sich das Guillain-Barré-Syndrome wieder mehr oder weniger vollständig zurück.

Zika kann euer Baby krank machen!

Bei Embryonen und Föten im Mutterleib, besonders im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel kann das Zikavirus zu einer Schädigung des sich entwickelnden Gehirns führen. Das kann sich als Mikroenzephalie und in weiteren Missbildungen an Kopf und Gehirn des Kindes äussern. Geistige und motorische Behinderungen können die Folge sein! Eine schwangere Frau kann Dengue auf ihr ungeborenes Kind übertragen!

Es ist ebenso möglich, das Virus beim Sex zu übertragen, es sollte darum während des Aufenthaltes und bis 6 Monate nach sexuellen Kontakten in Risikogebieten mit Kondomen verhütet werden. Auch bei Zika können nur die Symptome durch Gabe von schmerzstillenden und fiebersenkende Mittel behandelt werden.

Was ist Chikungunya?

Chikungunya trat in Jamaika zuletzt 2014 besonders heftig auf. Chikungunya ist ebenfalls eine akute Viruserkrankung, die durch den CHIKV-Virus ausgelöst wird, der in 5 verschiedenen Varianten existiert. Ebenfalls wie bei Dengue und Zika kommt es 1-12 Tage nach Ansteckung zu grippeähnlichen Symptomen sowie Hautausschlägen und Gelenkschmerzen, die allerdings heftiger ausfallen können, als bei z.B. Dengue und auch oft länger anhaltende schmerzhafte Gelenkschwellungen treten auf. Chikungunya bekommt man ebenfalls mit Schmerzstillern und Fiebersenkern in den Griff.

Wie kann man Viruserkrankungen wie dem Denguefieber in Jamaika vorbeugen?

Die Vorbeugung gegen durch Mücken übertragbare Viruserkrankungen wie Dengue, Zika und Chikungunya ist so einfach, wie schwierig. Einfach, weil man sich nur gründlich und effektiv gegen die aggressiven Moskitos in Jamaika schützen muss. Schwierig, weil es vor allem die konsequente Anwendung der richtigen Techniken zum Schutz gegen die Biester bedeutet:

  • Lange, helle Kleidung tragen, besonders zur Dämmerung morgens und abends
  • Ein wirksames Mückenschutzmittel mit hohem Icaridin- oder DEET-Gehalt, welches schon am Morgen wirklich an JEDER freien Körperstelle aufgetragen wird und nach dem Baden/Duschen unbedingt erneuert werden muss
  • Moskitonetz (Mesh 200 bis 220) über dem Bett und idealerweise Insektenschutznetze an den Fenstern (informiere dich vorab bei der Unterkunft)
Schutz gegen durch Mückenstiche übertragbare Virsusinfektionen.

Schutz vor Mückenstichen ist wichtig !!!

Impfen gegen Dengue in Jamaika – Vorbeugung gegen die Tropenkrankheit

Gegen das Denguefieber gibt es mittlerweile einen Impfstoff, der jedoch nur empfohlen wird, wenn man bereits nachweisbar eine Infektion mit einem der vier Dengue-Typen durchgemacht hat. Reisende ohne nachgewiesene bereits durchgemachte Dengue-Infektion können sich ebenfalls impfen lassen, wenn sie das möchten. Du solltest aber wissen, dass eine spätere Infektion durch die Impfung schlimmer verlaufen könnte. Für die Immunität gegen Denguefieber werden zwei Impfungen im Abstand von drei Monaten empfohlen.

Was hilft ausserdem gegen die aggressiven tropischen Moskitos?

Mich lieben die Biester ja und auch wenn ich meine eigenen Tipps oben immer versuche zu beherzigen, bekomme ich regelmässig Stiche ab. Was mir in Jamaika und auch zu Hause gegen Mückenstiche in der Nacht hilft, ist ein Ventilator.

In Jamaika achte ich zusätzlich darauf, dass die Unterkunft möglichst eine Klimaanlage im Schlafraum hat. Das kann helfen, Moskitos halbwegs fernzuhalten. In Unterkünften mit Klimaanlage PLUS Deckenventilatoren werde ich am wenigsten von Stechbiestern belästigt.

Wer Platz im Reisegepäck hat, kann mit einem mobilen Moskitonetz Abhilfe schaffen. Die Dinger gibt’s sogar als Pop-Up-Modelle und für Doppelbetten. Mückenspiralen zum Anzünden sind für den Aussenbereich (Vape Mosquito Coils) auch halbwegs effektiv, um sich in Jamaika gegen Mücken schützen. Aber sie töten ausser Moskitos leider auch andere Insekten und sind mit Umsicht zu verwenden.

Verhalten bei Verdacht auf Infektion mit Dengue, Zika oder Chikungunya

Wenn du den Verdacht hast, dass es dich mit einer dieser Tropenkrankheiten erwischt hat: Suche unbedingt einen Arzt auf, am besten einen Tropenmediziner! Dengue, Zika und Chikungunya sind meldepflichtig!
Nimm gegen die Symptome kein Ibuprofen und keine acetysalicylhaltigen Medikamente (Asprin) ein! Diese verbessern die Fliesseigenschaften des Blutes, was beim Hämorrhagischen Fieber kontraproduktiv ist und lebensgefährlich werden kann.

Besser ist Paracetamol, das gehört auch ins Reisegepäck. ASS- haltige Medikamente sind zum Beispiel:

  • Deutschland: Acesal, Alka-Seltzer, Aspirin, Godamed, Herz-ASS, Miniasal, Togal-ASS, ASS-ratiopharm, Eudorlin
  • Schweiz: Alcacyl, Asa-Tabs, Aspégic, Aspirin, Aspro, Contra-Schmerz plus, Kardégic, Tiatral muss
  • Österreich: Acekapton, Aspirin, Aspro Classic, Herz-ASS, Thrombo-ASS, Togal Mono, ASS Genericon
  • u.a.

Durch die Inkubationszeiten bei allen drei Viruserkrankungen bemerkt man die ersten Symptome leider oft erst nach der Wiederkehr ins Heimatland. Oftmals nimmt man aber eine Ansteckung gar nicht als solche wahr. Man glaubt eher, man habe sich durch die Klimaanlage im Flugzeug erkältet oder sich bei Mitreisenden angesteckt. Der Nachweis von Dengue und Chikungunya erfolgt durch serologische Untersuchungen. Der Zikavirus kann nicht ganz so einfach und oftmals nicht zu 100% nachgewiesen werden. 

Unser Fazit zu Zika, Chikungunya und Dengefieber in Jamaika

Man kann nicht immer ausschliessen, dass man gestochen wird. Jedoch kann man versuchen, sich bestmöglich gegen Mücken in Jamaika zu schützen. Meidet die Dämmerung sowohl abends, als auch morgens oder tragt vor dem ersten Rausgehen Mückenschutz auf! Wen die Biester lieben, empfehlen wir, geeigneten Mückenschutz mitzunehmen. Bei mir wirken Präparate mit viel DEET am besten.

Es gibt auch in den Drugstores wie der Fontana Pharmacy in Jamaika Moskitospray, wie z. B. die Marken „Bunny Spray“ oder „Off!“ zu kaufen. Ich habe sie noch nicht probiert, kann also die Wirksamkeit nicht einschätzen. Viele Einheimische schwören auch darauf, sich mit weissem Overproof Rum einzureiben.

Möglicherweise spielt auch die Reisezeit eine Rolle, zu gewissen Zeiten regnet es in Jamaika viel. Dies schafft durch stehendes Wasser beste Brutmöglichkeiten für Moskitos und begünstigt das Auftreten von Mücken in Jamaika. Lies darum auch unseren Beitrag über Das Wetter in Jamaika und die beste Reisezeit

Wir sind keine Mediziner und können nur unsere eigenen Erfahrungen und gründliche Recherchen zum Thema Tropenkrankheiten in diesen Beitrag einfliessen lassen. Trotzdem weisst du nun ein wenig mehr über Denguefieber & Co und kannst das Risiko, dich in Jamaika anzustecken besser abschätzen. Wir hoffen natürlich, dass du und deine Lieben verschont bleibt und wünschen eine gesunde und tolle Zeit in Jamaika.

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[*DEET kann Wasserorganismen sowie das menschliche Nervensystem schädigen und ist daher NICHT zur Langzeitanwendung oder bei Kleinkindern zu empfehlen!]
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2 Kommentare

  1. Very informative and timely since the rainy seasons are near. Great job

    • Thank you so much, Rochelle. Since mosquitoes find me everywhere, even in shady restrooms, this topic is always relevant to me. Plus here in German speaking Europe people might not know much about Dengue or ChickV.

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