Das Wetter in Jamaika und die beste Reisezeit


Lesezeit: 5 Minuten

Die Sonne lacht, die Palmen wiegen sich in der sanften Brise, die vom Meer herüberstreift – Sommer das ganze Jahr. So stellt man sich Jamaikaurlaub vor und ist enttäuscht, wenn es ausgerechnet dann regnet. Da ist es nicht verwunderlich, dass uns die Frage nach dem Wetter in Jamaika besonders oft gestellt wird.

In einschlägigen Jamaika-Reiseführern wird die beste Reisezeit für Jamaika von November bis März angegeben. In dieser Zeit ist es normalerweise weder zu heiss noch zu nass und auch die Hurrikansaison ist vorbei. Ob es sich vielleicht nicht doch lohnt, ausserhalb der empfohlenen Zeiten Jamaika-Urlaub zu planen, erzählen wir euch in diesem Blogpost.

 DAS WETTER IN JAMAIKA

LIQUID SUNSHINE REGGAE

Jamaika liegt in der tropischen Klimazone etwa 18 Grad nördlicher Breite und 77 Grad westlicher Länge. In Geografie haben wir gelernt, dass diese dadurch charakterisiert wird, dass die Sonneneinstrahlung das ganze Jahr über relativ senkrecht einwirkt. Das sorgt für Tagestemperaturen, die normalerweise zwischen 25 und 30 Grad Celsius und mehr variieren. Es wird also nie wirklich kalt. Allerdings hat die Sonne auch eine hohe Verdunstungskraft und es ist feuchtwarm. Frühmorgens vor dem Sonnenaufgang ist es am angenehmsten. Für eine kühlende Brise sorgen auf Jamaika die Passatwinde, die sich besonders an den Küsten bemerkbar machen.

Von diesem Nordpassat wird auch das Klima der Insel beeinflusst. In den Wintermonaten weht er von Nordamerika her auflandig und verursacht von Dezember bis März Temperaturabfälle in Jamaika. Allerdings liegen die Temperaturen auch dann um die 25 – 27 °C. Das Klima der Insel wird ebenso stark vom Meer beeinflusst. Passatwinde nehmen Feuchtigkeit aus den warmen Gewässern rund um die Insel auf. Die Feuchtigkeit steigt wiederum auf und wenn sie sich hohen Bergen nähert fällt sie dann an den Hängen als Entlastungsregen.

Wenn es regnet, regnet es oft erst gegen Nachmittag.
Jamaikaner nennen einen Regenschauer übrigens „Liquid Sunshine“ – flüssiger Sonnenschein.
Ein paar Tropfen kühlen die erhitzte Haut

und man ist ja schnell wieder trocken, warm bleibt es nämlich trotzdem.

Auch wenn Jamaika auf der Landkarte recht klein erscheint, kann man das Wetter nicht für die ganze Insel verallgemeinern. Unter Anderem hat noch die topografische Beschaffenheit der Insel einen Einfluss auf das Wetter in Jamaika. Das Cockpit Country, die Dry Harbour Mountains und die Blue Mountains sowie die Santa Cruz Mountains dominieren die Insel und lassen an manchen Stellen relativ wenig Platz für Ebenen. Durch die Verteilung dieser Gebirgsformationen ergeben sich unterschiedliche „Wetter“-Regionen.

DAS WETTER IN JAMAIKA VON NORDEN BIS WESTEN

An den Küsten Jamaikas hat man eher die Aussicht auf ein paar Sonnenstrahlen mehr, als im Inland. Nicht umsonst sind die meisten Hotels an der Nordküste und Westküste zu finden.

Der NORDEN, der für unsere Begriffe an der Küste entlang von Montego Bay bis etwa Port Maria reicht, ist bei Touristen mit am beliebtesten. Ocho Rios und Runaway Bay weisen eine hohe Dichte an Hotels auf. Das Wetter in der Gegend ist durch den Passatwind angenehmer und die Temperaturen für unser Gefühl etwas erträglicher, als auf dem Rest der Insel. Ab und an ein Schauer ist jedoch wahrscheinlicher, als im Westen.

Im OSTEN Jamaikas – speziell in den bis zu 2256 m hohen Blue Mountains – regnet es viel öfter. Davon profitiert nicht nur der berühmte Blue Mountain Kaffee, sondern die gesamte Region Portland. Nicht umsonst ist die Vegetation hier besonders vielfältig und viele der ungezählten Wasserfälle Jamaikas sind in diesem Gebiet zu finden. Die ausgesprochen üppige Natur ist nur einer der Gründe, warum die Gegend um Port Antonio und weiter östlich bis Long Bay eine magische Anziehungskraft auf viele Jamaikareisende ausübt.

Der SÜDEN ist im Allgemeinen ziemlich trocken, was im Parish St.Elizabeth beispielsweise an den Santa Cruz Mountains liegt, die die Küstenregion vor Regenfällen abschirmen. Oft geht es nur um diese Gegend, wenn von der Südküste Jamaikas die Rede ist. Doch umfasst die gesamte Südküste den Bereich ab etwa Bluefields bis Hellshire nahe Kingston. Mittendrin liegt das bei Individualreisenden bekannte Treasure Beach. Die Trockenheit ist auch an der Vegetation ablesbar, hier gedeihen z. B. mannshohe Säulenkakteen und es gibt reichlich stachelbewehrtes Gesträuch.

Im WESTEN von Jamaika ist es zwar meistens sonnig, doch nicht ganz so trocken, wie im Süden. Die Berge, die hier für Regen sorgen könnten, sind nicht so hoch, wie die im Osten. Zudem ist das Meer meistens ruhig, weswegen Negril bei Touristen aus aller Welt so beliebt ist.

Stark bebaute Ortschaften wie Kingston oder Montego Bay heizen sich tagsüber stärker auf und kühlen abends schlechter ab, als beispielsweise ein Dörfchen in den Bergen. In den Blue Mountains ist es immer etwas kühler und nachts oft so frisch, dass Frostbeulen sogar in Leggings und T-Shirt schlafen.

REGENZEIT UND HURRIKANSAISON IN JAMAIKA

Jetzt habt ihr schon so viel von Regen gelesen – sicher fragt ihr euch, ob es auf Jamaika eine bestimmte Regenzeit gibt. Es gibt sogar zwei: Mai und Juni sowie September bis November. Jedoch heisst das nicht, dass es dann monsunartig die ganze Zeit durch regnet. Doch gerade in der Hurrikanzeit ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch mal einen ganzen Tag lang stürmt und schifft. Vor allem, wenn mal wieder einer der Tropischen Wirbelstürme knapp an Jamaika vorbeischrammt, wie 2021 Grace.

Hurrikansaison ist von Juni bis Ende November, konzentriert sich aber eher auf September / Oktober und heisst nicht, dass jedes Jahr auch ein Hurrikan direkt Jamaika treffen muss. Die meisten Tropischen Stürme ziehen von Osten her kommend mehr oder weniger nahe an der Nordküste vorbei. Gefährlicher sind die, die den südlichen Weg in den Golf von Mexiko nehmen. Unter Anderem sorgt auch die wärmere Wassertemperatur der westlichen Karibik sorgt dafür, dass Tropische Stürme, die über den Golf von Mexico ziehen, schnell an Kraft gewinnen.

Gewitterschauer wie bei unserem Urlaub im September 2020 in Montego Bay
gibt es in Jamaika in der Regenzeit öfter mal.

Oft ist das Verheerende an diesen Wetterphänomenen in Jamaika ausser dem Sturm, der alles fortbläst, auch der sehr sehr starke und dann stundenlang anhaltende Regen. Die Folgen sind Erdrutsche, begünstigt durch den Raubbau an der Landschaft. Die Abholzung der Bergregionen ist auch in Jamaika leider an der Tagesordnung. Oftmals sind ganze Ortschaften tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten und der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur zieht sich manchmal wegen erneut auftretender Witterungseinflüsse ewig.

UND WAS IST MIT JUNI …?

Tatsächlich spielt der Monat Juni bei der Frage wie das Wetter in Jamaika wird, eine genauso grosse Rolle, wie der September. Vermutlich, weil für diese Monate zuweilen günstige Flüge angeboten werden. Ausserdem ist Nebensaison und viele Unterkünfte haben Sonderpreise. Was den September betrifft, könnt ihr euch die Frage nach dem Wetter in Jamaika schon aus dem bisher Gelesenen beantworten. Wettersicher ist diese Zeit im Jahr nicht, was wir aus unseren Erfahrungen im September 2020 und 2021 heraus bestätigen können. Es gab zwar immer mal einen heftigen – auch gewittrige – Schauer, wir hatten aber nie einen komplett verregneten Tag.

Der Juni hingegen ist der erste „Sommermonat“ und läutet die heisseste Phase des Jahres in Jamaika ein. Sie zieht sich bis etwa in den September.  Als erster Monat der Hurrikansaison kann auch der Juni recht feucht werden, muss aber nicht. Es kam in der Vergangenheit sehr selten vor, dass bereits im Juni ein Hurrikan auf Jamaika traf. Wen die Hitze nicht stört, die sich dann sehr schwül anfühlen kann, der sollte im Juni fliegen. Zwischen Juni und September fallen übrigens die achtwöchigen Schulferien in Jamaika und die Strassen sind dann nicht so voll mit Autos.

 

FAZIT ZUR BESTEN REISEZEIT UND DEM WETTER IN JAMAIKA: Wenn ihr nicht zur empfohlenen „besten Reisezeit“ urlauben könnt, aber euch Superwetter im Urlaub in Jamaika wichtig ist, wählt eure Unterkünfte lieber im Westen und Süden der Insel. Erfahrungsgemäss bleibt es dort eher trocken, als im Osten. Reist ihr jedoch zwischen Dezember und Ende April, habt ihr fast überall beste Chancen auf gutes Wetter in Jamaika.

Wir raten gerne dazu, den Aufenthalt in Jamaika auf zwei Locations zu splitten, um viel zu sehen. Von Ocho Rios aus kann man auch im Osten noch viel entdecken. Negril ist super für die Attraktionen an der Südküste. Und beim Zwischen-Transfer kann man noch ein paar Plätze erkunden, die in der Gegend um Montego Bay auf dem Weg liegen.

Wann immer ihr euch aufmacht, die spannende Reggaeinsel in der Karibik zu entdecken …

Wir wünschen euch eine superschöne Zeit auf Jamaika!
[Übrigens sind alle „Wetter“-Fotos und Videos im Beitrag aus unseren Jamaika-Aufenthalten im September 2020 oder 2021.]

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Kategorien:JAMAIKA-PINNWAND

2 Kommentare

  1. Great analysis of weather in Jamaica. How lovely is it that Jamaica is almost great to visit year-round 🙂 As you rightly mentioned, September and October are almost a no-go due to the hurricane risk

    • Thank you, dear Rochelle. We now visited Jamaica “ all year round“, the only moth missed is August. I wouldn’t say September / October is a no-go to visit Jamaica. We had the experience twice and it wasn’t to bad. Even 2020, when we were not allowed to travel around. To be honest that was the most relaxing vacation we ever had. 😀

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