Roadside-Food – Strassenküche auf Jamaika


Über offenem Feuer in einfachsten, halboffenen oder offenen Hütten wird auf Jamaika gebrutzelt, gekocht, gegrillt und gedünstet, was das eigene Feld oder der Bauernmarkt hergibt. Der würzig-aromatische Duft der leckeren Jamaika-Küche mischt sich mit den rauchigen Schwaden verbrannter Holzkohle… Strassenküchen auf Jamaika haben eine ganz eigene, faszinierende Ausstrahlung und Anziehungskraft. In belebten Gegenden findet man gefühlt an jeder Ecke einen Jerk-Stand oder jemanden, der irgendeine gehaltvolle Suppe in Bechern verkauft. 

Roadside-Food auf Jamaika ist so vielfältig wie die jamaikanische Küche selbst. Authentischer kann man auf Jamaika kaum speisen. Und eines ist gewiss: Auf Jamaika muss man als Tourist auch ausserhalb der All-Inclusive-Resorts nicht verhungern!
Kommt mit auf einen Streifzug durch die Töpfe und Grills am Strassenrand und lasst euch die Mäuler wässrig machen mit

ROADSIDE FOOD – STRASSENKÜCHE AUF JAMAIKA

Die jamaikanische Küche ist geprägt von den vielen Einflüssen der auf Jamaika lebenden Bevölkerungsgruppen. Afrikanisch, Indisch, Chinesisch, Europäisch… quasi dem Landesmotto getreu „Out of many – One Kitchen“. Dementsprechend wird auch kräftig gewürzt, gerne mit Curry und Scotch Bonnet Pepper. Piment und Thymian spielen in jamaikanischen Kochtöpfen und Pfannen ebenfalls eine Hauptrolle.

JERK – Ist wohl eines der beliebtesten Streetfoods auf Jamaika. Oft in ausgedienten Ölfässern werden über Holzkohlefeuer würzig-scharf gewürzte Hähnchenteile saftig gegrillt und typisch mit ungetoastetem Toast oder gerösteter Breadfruit serviert. Eine meist hausgemachte scharfe Sosse rundet das Ganze ab. Besteck? Braucht kein Mensch. Das Jerk wird kleingehackt in Alufolie serviert und mit den Fingern verzehrt.

Das beste Jerk an der jamaikanischen Südküste gibts bei Omar
an der A2 in der Nähe vom Bluefields Beach
Sonntags hat er auch Chickenfoot-Soup im Angebot

FRIED CHICKEN – Ist nicht typisch jamaikanisch, aber populär auf Jamaika. Oft ist mit Teig ummanteltes, frittiertes Hühnchen das einzig verfügbare Gericht von einer langen Menütafel.

PATTIES – Ebenfalls sehr populär sind die verschieden gefüllten, leckeren Teigtaschen, die man freilich bei verschiedenen Fastfood-Ketten auf Jamaika kaufen kann. Man sollte sich jedoch einen handgemachten Patty frisch aus dem Strassenlokal nicht entgehen lassen. 

CURRY GOAT oder CURRY CHICKEN – Die Hauptbestandteile dieser beiden Gerichte sind in Stücke gehacktes, geschmortes Ziegen – oder Hähnchenfleisch. Die lecker gewürzte Sosse wird mit Festivals,  Dumplins oder Breadfruit aufgesaugt. Vorsicht beim Essen- die Knochen sind noch drin!!!

Patties sind in aller Munde. Ob nun wie links im Bild von Alley im „Little Magic Mushroom“ in Negril
oder rechts aus einem Juici Patties Store.


GEKOCHTER MAIS – Manche von euch kennen gekochten Mais vielleicht aus Ferien am Balaton aka Plattensee, wo man am Strand liegend von den „Mais-Maiiiis“ rufenden Verkäufern mit den gebutterten und gesalzenen Kolben versorgt wurde.

Der  jamaikanische Mais ist ansich etwas zäher und erfordert mehr Zeit zum zart werden. In mit Thymian, Escallions (Lauchzwiebeln) oder Scotch Bonnet Pepper gewürztem Wasser oder diversen Suppen – wie den weiter unten vorgestellten – mitgekocht, erhalten die Maiskolben eine spezielle Würze und werden direkt aus der Hand gegessen.

SUPPENVIELFALT IN JAMAIKAS STRASSENKÜCHEN

Als schneller Magenfüller für Zwischendurch oder zum Lunch – Suppen sind der Renner bei den Jamaikanern. Während die jamaikanische Mama die Suppe eher als Eintopf zubereitet, enthalten die Suppen an den Strassenständen mehr Brühe. Diese wird genussvoll abgeschlürft, bevor man sich an die festeren Suppenbestandteile macht. Im Folgenden stellen wir euch ein paar typisch jamaikanische Roadside-Suppen vor:

CORNSOUP – Für eine Maissuppe wird frischer Mais mit Gewürzen und Yam, Erdnuss oder grüner Banane und anderen Zutaten gekocht.

PUMPKINSOUP – Wird ähnlich zubereitet wie die Cornsoup, aber eben mit Kürbis.

PEANUTSOUP – Ebenfalls vegetarisch und mit ähnlichen Zutaten wie die  vorhergehenden Suppen gekocht, ist die Erdnussuppe herzhaft und sättigend. 

RED PEA SOUP – Eine gehaltvolle Suppe aus Kidneybohnen. Entweder mit Fleisch (Schwein, Rind, Huhn) oder vegetarisch nur mit Yams, Süsskartoffeln oder Coco zubereitet.

FISH TEA – Kein Tee, sondern eine Fischsuppe aus dem Fang des Tages und üblicherweise Yam, Kartoffel, Mais und Dumplins.

CONCH SOUP – Aus dem Fleisch der Riesenmeeresschnecke mit verschiedenen Gemüsen wird diese Suppe zubereitet.

Soupy verkauft die beste Conch-Soup in Negril.
Soupy  – bekannt in Negril – verkauft die beste Conch-Soup. Mithilfe einer Sachspende, vermittelt durch die  One Love Brigade ist er jetzt dabei auch komfortabel unterwegs.  Ihr wollt mehr wissen und dieses tolle Projekt unterstützen? Hier geht’s zur One Love Brigade 

LECKERER ALS SIE KLINGEN: CHICKENFOOT-SOUP & CO

MANNISH WATER CHICKEN – Mannish Water Soup wird traditionell mit Ziegenfleisch gekocht -und zwar mit dem, was man anderweitig nicht verwerten kann: Kopf, Füsse und sogar Genitalien des Ziegenbocks werden verwendet. Jamaikanische Hausfrauen sind überzeugt, dass Mannish Water NUR mit Fleisch von männlichen Ziegen richtig gut wird. Sonst wird noch reingeworfen, was sich an Gemüsigem findet: Chocho, Yams, Kartoffeln… Manchmal zusätzlich auch gerne Hühnerfleisch.

COW SKIN SOUP – Klingt grenzwertig, oder? Schmeckt aber richtig lecker! Die Kuhhaut wird nach dem Schlachten solange abgeflammt, bis alles Fell entfernt ist und erhält dadurch einen rauchigen Geschmack. In mundgerechten Stückchen findet sie sich dann gemeinsam mit allerhand anderen Zutaten – siehe oben – in der Suppe wieder.

CHICKEN FOOT SOUP – Hühnerfüsse in der Suppe? Na klar! Warum die besten Teile wegwerfen? Was für uns nach Abfall klingt, enthält sehr viele wertvolle Nährstoffe, die eine gehaltvolle Brühe ergeben. Auch die Hühnerfusssuppe wird mit verschiedenen Gemüsen und Sättigungseinlagen zubereitet in Jamaikas Suppenküchen angeboten.

Wundert euch nicht, wenn ihr beim Suppengenuss in Jamaikas Strassenküchen auf kaugummiartig anmutende Minitorpedos oder kleine Ufos stosst. Das sind Spinners oder Dumplins genannte Einlagen, die lediglich aus Mehl, Salz und Wasser bestehen und der Sättigung dienen. Jamaikaner lieben halt was zum Beissen in Suppen und Eintöpfen!

Jarvel und seine fantastischen Suppen to go an der A4 in Castleton.
Sehr empfehlenswert ist seine Cow Skin Soup (Bild unten links)
KRUSTENTIERE TO GO AUF JAMAIKA

PEPPER SHRIMPS – Besonders in der Nähe von Flüssen werden auf Jamaika kleine scharfe Süsswasserflusskrebse, die mit verschiedenen Gewürzen und Scotch Bonnet Pepper gekocht werden, verkauft. Abgepackt in durchsichtigen Plastiktüten kann man sie dann direkt aus der Hand gepult essen. Sie sind so gut wie überall auf Jamaika zu finden, besonders berühmt sind aber die Pepper Shrimps in Middle Quarters/ St.Elizabeth. Hier findet man gleich mehrere Verkaufsstände mit Pepper-Shrimps oder gekochten Landkrabben. Am Hellshire Beach und am Fort Clarence Beach haben wir auch Strandverkäufer mit Peppershrimps gesehen.

CRABS = KRABBEN – Mit neun Arten beherbergt Jamaika weltweit die höchste Dichte an einheimischen Krabben. Landkrabben (seltener auch Fluss-oder Meereskrabben) werden am Strassenrand auf Jamaika hauptsächlich mit verschiedenen Gewürzen gekocht im Ganzen verkauft. Zwar ist es eine ziemliche Sauerei, des leckeren, süsslichen Krabbenfleisches habhaft zu werden, doch für Liebhaber von Krustentieren lohnt sich der Aufwand definitiv. Richtig lecker sind die Krabben „curried“, das färbt auch die Hände schön und man hat sensorisch noch ganz lange was davon.

LOBSTER – Diese edlen Krustentiere, die man in unseren Breiten höchstens in der gehobenen Gastronomie serviert bekommt, haben auf Jamaika vom 01.Juli bis 31.März Saison. Zwischendrin ist „closed season“, damit die Tierchen sich in Ruhe fortpflanzen können. Lobsterfans kommen auf Jamaika voll auf ihre Kosten. Am Strand von Negril bekommt man gekochten Lobster sogar bis ans Handtuch geliefert. „Lobster-Man“ Patrick hat alles dabei, was man zum Lobsterlunch direkt am Strand so braucht.

Patricia verkauft auch sonntags ihre leckeren Pepper-Shrimps in Middle-Quarters
Crab Roadsiede Style

Krabben gekocht in Scotch Bonnet Pepper und Knoblauch aus Old Harbour Bay südwestlich von Kingston. Foto: Thanks to Streetfood Saturdays


„ZWEI IN EINS“- SNACK AUF JAMAIKANISCH: JELLY COCONUT – GRÜNE KOKOSNÜSSE 

JELLY COCONUT – „Icecold Jelly sold here“, „Fresh Coconut Jelly“ – so oder ähnlich wird sie angepriesen, die noch nicht ganz reife Kokosnuss, deren Innenleben so erfrischend wie nahrhaft ist. Solltet ihr euch vor eurem inneren Auge jetzt schneeweisse Kokosmilch schlürfen sehen, dann stellt den Film wieder ab, denn die werdet ihr IN einer Kokosnuss nicht finden*. Im Inneren der Nuss sind Kokosnusswasser und Gelee, worin sich wichtige Mineralstoffe befinden. Wenn es heiss ist und man durchs Schwitzen viel Flüssigkeit verliert, wird so auch gleich der Mineralstoffhaushalt des Körpers wieder aufgefüllt. Somit ist eine am Strassenrand frisch aufgeschlagene Kokosnuss der perfekte und dazu preiswerte Jamaika-Snack.
(*Für Kokosmilch wird das Fruchtfleisch reifer Kokosnüsse gerieben und ausgepresst)

GESUNDER SNACK AUF JAMAIKA – FRÜCHTE VOM OBSTSTAND AM STRASSENRAND

Das fruchtbare Klima Jamaikas macht eine Früchtevielfalt möglich, die uns das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Obst, was bis zur Reife Sonne tanken konnte – das schmeckt und erfrischt unterwegs enorm. Die Regel „Schäl es! Koch es! oder Vergiss es!“ gerät da leicht in Vergessenheit. Allerdings hatten wir auf unseren Jamaika-Touren noch nie Probleme mit dem, was wir uns in den Mund steckten. Unsere Lieblingsfrüchte auf Jamaika sind:

MANGOS – Die saftig-süssen Früchtchen isst man auf Jamaika einfach aus der Hand. Circa 70 Sorten soll es auf Jamaika geben. Die Mangoseason beginnt je nach Sorte und Gegend etwa im Mai und geht bis Oktober, der Höhepunkt ist allerdings die Zeit zwischen Juni und August.

ANANAS – Man sagt, die Ananas sei auf Jamaika „geboren“, nicht umsonst kommt sie auch im Landeswappen vor. Am Strassenrand bekommt man oft die kleineren Ananas, die voller Aroma stecken. Oft sind sie sogar schon essfertig geschält, geschnitten und abgepackt. Wem das zu heikel ist, der greift vielleicht gerne auf das nächste Obst zurück:

BANANEN – Es kommt nicht auf die Grösse an! Diese Regel gilt auf Jamaika besonders für Bananen. Die Kleinsten sind meist die Süssesten. Die Grösseren sind festere Sorten, die man in der Pfanne gebraten zu Deftigem isst. Ebenfalls als Beilage gereicht werden gekochte „Green Bananas“. 

Alley Minnot an seinem "Little Magic Mushroom" in Negril.

Bei Alley Minnot im „Little Magic Mushrooms“ in Negril bekommt man ausser Obst und Snacks die besten Lobster-Patties im Westend.

OTAHAITI APPLES auch JAMAICAN APPLES – Haben mit unseren heimischen Äpfeln so gar nichts gemeinsam. Konsistenz und Form sind eher birnenförmig. Der Kern des Myrtengewächses ähnelt nichts, was in unseren Obstsorten zu finden ist. Sie sind rot bis dunkelrot und je dunkler sie sind, desto mehr Aroma entwickeln sie. Mit ihrem süss-säuerlich-erfrischenden Geschmack sind Jamaican Apples unser liebster Obstsnack für unterwegs.

JACKFRUIT – Wenn ihr jemals dazu kommen solltet, eine Tüte bereits fixfertig vorbereitete Jackfruit angeboten zu bekommen – greift zu! Man muss es mal probiert haben. Zwar riecht sie ein wenig wie „Misthaufen“, schmeckt mir persönlich aber wirklich sehr lecker nach Papaya, Mango und Ananas zusammen. Lars hingegen kann mit der festfleischigen Konsistenz der Jackfruit nichts anfangen. 

Noch mehr frische Früchte aus Jamaika haben wir euch in diesen riesengrossen >>> Obstkorb gelegt.

Frisches, sonnengereiftes Obst findet man auf Jamaika überall: Ananas, Starapples, Jamaican Apples, Mangos und vieles mehr.

Süsse Ananas, saftige Mangos, erfrischende Jamaican Apples – Jamaika ist voll mit Vitaminen! Mittig ein Star Apple. Rechts hinten versteckt sich noch eine SweetSop.

AUGEN AUF! SO FINDET IHR UNTERWEGS-LECKEREIEN AUF JAMAIKA

Selten findet man Strassenküchen so konzentriert, wie z.B. am einst beliebten und heute fast verwaisten Rasthof in Faiths Pen, wo sich Roadside-Kitchen Hütte an Hütte drängen. Fragt am Besten eure Gastgeber oder einfach mal die Leute auf der Strasse nach Empfehlungen.

Unterwegs sollte man sowieso immer mit einem Auge am Strassenrand bleiben. Qualmende Jerktonnen und dampfende Suppentöpfe sind vielleicht einen Stopp wert.  Obst- und Kokosnussverkäufer sitzen oft einfach so neben ihrer Ware am Strassenrand und haben manchmal nicht mal einen improvisierten Sonnenschutz überm Kopf. In den Städten findet man Obstverkäufer meist an viel frequentierten Strassen/ Kreuzungen, wo sie die Ware gerne auf buntbemalten Pushcarts präsentieren.

In den grösseren Orten und Touristenzentren sind oftmals mobile Streetfoodverkäufer unterwegs, die entweder Fahrräder oder umgebaute Pushcarts nutzen. Sie sind meist nicht zu überhören, wenn sie lautstark ihre Ware anpreisen.

Jovan steht mit seinem Obst-Pushkart immer an der Union Street in der Nähe der Rubis- Tankstelle

Jovan steht mit seinem Obst-Pushkart immer an der Union Street in der Nähe der Rubis- Tankstelle in Montego Bay.

Ganz bestimmt hat unser kleiner Streifzug durch Jamaikas Strassenküchen noch längst nicht alles erfasst, womit man sich unterwegs auf Jamaika lecker den Bauch füllen kann. Wir freuen uns auf eure Ergänzungen oder besondere Empfehlungen in der Kommentarfunktion.

Stimmt’s, jetzt habt ihr Appetit bekommen!? Schaut doch mal, ob sich eure Vorräte mit den Zutaten unserer Rezepte aus unserer Kategorie Jamaika-Kulinarik decken. Und wenn ihr auf der Insel seid haltet schön Ohren, Augen und Nasen auf nach Roadside-Food in Jamaika ! 

Folgt uns auch auf Social Media!

Touchin‘ Jamaica bei Instagram

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Kategorien:GENIESSER- TOUREN, JAMAIKA-KULINARIKSchlagwörter:, , , , , , , , , , , , , , ,

6 Kommentare

  1. I’m hungry just being here. What nice like my country’s food?!

    • Oh yes. Food is an expression of the culture of a country. As you can see in our culinary section, I’m so in ❤ with Jamaican food, that I try to adapt it at home. My wow-experience was indeed the cow skin soup in Castleton. Sounds unusual to us, but tastes yummy, if one loves the consistency of the skin.

  2. Peanut soup is new to me! I’m going to need more details on where to find. 🙂

    • I asked the soup vendor at Faiths Pen, what kind of „roadside soups“ he knows. He told me about peanut soup. During my research I asked some Jamaican friends, if they know the ingredients. One from St.Mary said, she knows a vendor from Junction, who sells peanut soup sometimes.

Was meinst du dazu?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: