Das Peter Tosh Museum in Kingston


Man mochte ihn- oder man mochte ihn nicht. Dazwischen gab und gibt es bis heute nichts. Einer der charismatischsten und umstrittensten Reggaestars in einer der aufgewühltesten Zeiten Jamaikas- das war Winston Hubert McIntosh aka Peter Tosh aka Steppin‘ Razor. Als Gründungsmitglied der Wailers schaffte er es mit seinen musikalischen Mitstreitern auf die Plattenteller und die Tanzflächen Jamaikas, Englands und den USA, bis er 1974 die Band verliess und als Solokünstler Erfolg und Erfüllung suchte und fand.

Peter Tosh

Immer kompromisslos, direkt und provokant, protestierte er in seinen Texten gegen die Zustände der jamaikanischen Gesellschaft und prangerte Korruption und Willkür der Regierung an. Und wäre das nicht genug, trat er auch noch für die Legalisation von Cannabis ein. Die Lockerung des Cannabis-Gesetzes auf Jamaika hat Peter Tosh nicht mehr miterlebt. Er starb 1987 bei einem Überfall in seinem Haus in der Plymouth Street in Kingston und bis heute wird spekuliert, ob es wirklich nur um ein bisschen Geld ging, oder ob auch dieser Mord von ganz anderen Kreisen angeordnet worden sein könnte.

Es hat lange gedauert, bis nach seinem Ableben das wahre Potenzial seines Vermächtnisses erkannt und touristisch kommerziell genutzt wurde. Das Peter-Tosh-Museum ist eine Partnerschaft zwischen Pulse Investments, seiner Witwe Andrea Marlene Brown und dem Peter Tosh Estate. Letzteres wird von Toshs Tochter Niambe McIntosh verwaltet und von Brian Laturre, dem ehemaligen Songschreiber und Co-Manager von LL Cool J, geleitet. Während unserer Jamaika-Tour 2017 haben wir das damals brandneu eröffnete Peter-Tosh-Museum in Kingston besucht und teilen in diesem Beitrag unsere Eindrücke und Informatives mit euch.

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Das Peter-Tosh-Museum befindet sich mitten in Kingston, auf dem Areal des Pulse Centre in der Nummer 38a der Trafalgar Road. Links vor dem Museum, wo sich die Kasse befindet kann man auch Shirts und  CD-s und andere Souvenirs erwerben. Wenn gerade eine Tour stattfindet, ist Warten angesagt. Ins Peter-Tosh-Museum darf aufgrund der Grösse nur eine begrenzte Zahl interessierter Teilnehmer.

Rechts vor dem Museum ist eine offene Bar, an der man sich erfrischen kann, wenn sie geöffnet hat. Als man uns endlich in die geheiligten Hallen des Peter- Tosh- Museums einlässt, erfahren wir fast einen Kälteschock. Drinnen ist es dank der hochgestellten Klimaanlage im Vergleich zu Draussen sehr frisch. Die Dame die uns guided, wirkt ebenso etwas unterkühlt. Auf Täfelchen erfahren die Besucher Einzelheiten über Toshs Leben und Wirken mit und ohne Wailers und man kann Tosh- Reliquien wie seine Gitarre in Form eines Maschinengewehrs bestaunen. Der Guide passt anscheinend nur auf, dass niemand etwas entwendet, mehr als auf den Täfelchen steht, wird kaum erzählt. Am Ende läuft in englischer Sprache ohne Untertitel auf einem kleinen TV- Bildschirm eine Art Interview-Doku, der wir aber nicht recht folgen können, weil das Thema unklar ist und die Protagonisten teils Patois reden.

Peter Tosh mit seinem Einrad

Das berühmte Einrad ist ebenfalls original im                                Peter-Tosh-Museum in Kingston ausgestellt.

Der Rundgang dauert etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde, wobei man ja die Zeit für die Doku noch abziehen muss. Wir haben ehrlich gesagt, nicht auf die Uhr geschaut. Fotografieren ist überall im Peter-Tosh-Museum untersagt, das Aussengelände gibt nicht viele Fotomotive her. Geöffnet ist es Montag bis Freitag von 9:30 Uhr bis 18:00 Uhr,  Samstag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr, Sonntag ist es geschlossen. Der Eintritt beträgt 20 USD und die Hälfte für Kinder. Konditionen für Gruppenführungen und spezielle Preise kann man telefonisch unter +1 876-960-0049 erfahren.

Eingefleischte Fans von Peter Tosh weilen hier sicher im 7. im Himmel.
Im Oktober rund um seinen Geburtstag herum findet das Peter-Tosh-Music-Festival statt, Veranstaltungen und Daten auf petertosh.com .
Das Peter-Tosh-Museum lässt sich super mit einem Besuch im Bob-Marley-Museum in der Hope Road 56 verbinden. Auf dem halbstündigen Weg- den man am Besten zu Fuss bewältigt- liegt das Devon House, welches ebenfalls sehr sehenswert ist und wo man unbedingt die berühmte Devon House Icecream probieren sollte.
Noch näher kommt man Peter Tosh im Trenchtown Culture Yard wo viel Wissenswertes vermittelt wird und Führungen durch Trenchtown, wo sein Spirit und der der prägendsten Musik-Legenden Kingstons weiterlebt, angeboten werden. Wer dieser Reggae-Legende posthum huldigen und ihm verspätet die letzte Ehre erweisen will, sollte unbedingt das Peter-Tosh-Memorial in Belmont besuchen.

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

 

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