Krokodile und Mangroven – Eine Bootsfahrt auf dem Black River in Jamaika


Lesezeit: 5 Minuten

Erlebe Natur pur bei einer Bootsfahrt auf dem Black River in Jamaika

Der ruhigere Süden Jamaikas ist touristisch noch nicht so überlaufen, wie andere Teile der grünen Karibikinsel. Dennoch hat er einige interessante Ausflugsziele zu bieten. Neben den Y.S. Falls, der Appleton Rum Experience Tour und der Pelican Bar gehört auch eine Bootsfahrt auf dem Black River zu den absoluten Tour-Klassikern in dieser Gegend. Doch nicht nur der wunderschönen Natur wegen, die den schwarz schimmernden Fluss säumt, ist diese Aktivität so beliebt bei Jamaika-Reisenden. Der eigentliche Kitzel besteht darin, dass man riesigen und sehr lebendigen Krokodilen ganz ohne Glasscheibe ziemlich nahe kommen kann. Wie sich so ein Erlebnis dann auch noch toppen lässt, erzählen wir in diesem Beitrag.

Das Geheimnis des schwarzen Flusses: Der Black River in Jamaika

Der Black River, welcher im Cockpit Country entspringt und an der Südküste Jamaikas nahe der gleichnamigen Stadt ins Meer fliesst, speist eines der Feuchtgebiete in Jamaika. Das Black River Morass beherbergt neben Mangroven und anderen wasserliebenden Pflanzen auch Krokodile und Wasservögel. Und genau die gilt es bei der Bootsfahrt auf dem Black River zu entdecken.

Der Black River, ist der längste schiffbare Fluss Jamaikas und wurde in früheren Zeiten für den Transport von Blauholz (auch Blutholz, Englisch: Logwood) und auch Zuckerrohr genutzt. Heutzutage werden auf dem Black River hauptsächlich Touristen transportiert sowie im Fluss Fische, Krebse und Krabben gefangen.

Obwohl das Wasser des Black River schwarz schimmert, ist es ganz klar. Der schwarze Effekt entsteht durch die vielen abgelagerten Schichten verrottender Vegetation im Flussbett.

Auf nach Black River – Tipps zur Anreise

Die Bootsfahrt auf dem Black River in Jamaika ist bei Negril-Urlaubern beliebt, da sie gut mit einer Südküstentour kombinierbar ist. Von Negril oder Treasure Beach reist man am besten per Chartertaxi oder mit einer Tourgruppe an.

Selbstfahrer finden den Ort leicht per Navi („Black River Safari“ eingeben) und Parkplätze gibt es nahe der Eisenbrücke. Route-Taxis sind umständlicher: Von Negril muss man über Savanna la Mar und Whitehouse nach Black River, von Treasure Beach gibt es Direktverbindungen. Eine alternative Anreisemöglichkeit ab Treasure Beach folgt unten.

In der Stadt angekommen, wird dich dann gefühlt jeder Zweite ansprechen, ob du zur Black River Safari möchtest. Solltest du noch nichts geplant oder vorgebucht haben, höre dir ruhig mal die Angebote an. Oft sind es Bekannte von lokalen Fischern, die versuchen, sich durch die Vermittlung an diese ein Trinkgeld zu verdienen. Manchmal wollen sie dir aber einfach nur den Weg zum Anleger der „J. Charles Swaby’s Black River Safari“ zeigen.

Gruppenzwang statt Individualerlebnis – die offizielle „Black River Safari Tour“

Mister Swaby hat nämlich seit 1987 das Schippern von Touristen auf dem Black River perfektioniert. J. Charles Swaby’s Black River Safari „bietet ein Ökotourismus-Erlebnis, das Besucher über die vielfältige Fauna und die ökologische Bedeutung des Black River Morass informiert“. Die Safari umfasst auch eine Krokodilaufzuchtstation, die sich der Rettung und Rehabilitation von Krokodilen widmet.

Die Bootstour geht über 4 Meilen und bis zu 40 Leute passen auf eines der riesigen Katamaran-Boote. Die aktuellen Preise kannst du auf der Website J. Charles Swaby’s Black River Safari einsehen.

Kleinere Boote hat der Anbieter „Irie Safari“ schräg gegenüber, die Fahrt ist ähnlich der bei Swaby’s, aber ohne Krokokindergarten. Natürlich ist bei beiden Anbietern ein sachkundiger Guide an Bord, der viel über die Flora und Fauna des Black River zu erzählen hat, während ihr versucht, am mangroven- und schilfbewachsenen Flussufer Krokodile zu erspähen.

Spitzkrokodile leben auch im Black River in Jamaika.

Mit dem Fischer auf dem Black River: Jamaikas wilde Seite authentisch entdecken

Interessanter und authentischer finden wir eine Bootsfahrt mit einem lokalen Fischer. Dort, wo die Fischerboote sich dekorativ geparkt vom Nachtfischen erholen, warten oft lokale Fischer auf krokodilverrückte Kundschaft. Viele der Fischer sind am Black River aufgewachsen, kennen jedes Krokodil beim Namen und mischen die Infos über den Black River und seine Besonderheiten mit ihren persönlichen Geschichten.

Ihre Boote sind kleiner und wendiger und somit kommen sie auch an Stellen im Fluss, für die die Fahrzeuge der Safari-Anbieter einfach zu breit oder zu hoch sind. Ist man sich über den Verlauf der Tour (Optionen unten bei den Extratipps) und den Preis (ab 40 USD p. P.) einig geworden, wird losgetuckert.

Jesusvogel, Spitzkrokodil und schwimmende Blümchen – Flora und Fauna im Black River

Der Black River Morass ist ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Arten und ein beliebtes Ziel für Naturliebhaber. Das größte Feuchtgebiet Jamaikas erstreckt sich über etwa 140 km² und besteht aus Mangrovenwäldern, Sümpfen und Marschland. Dieses Feuchtgebiet ist besonders wichtig für die Artenvielfalt Jamaikas und beherbergt zahlreiche Tierarten. Besonders auffällig sind die Mangroven, die mit ihren weit verzweigten Wurzeln nicht nur das Ufer stabilisieren, sondern auch zahlreichen Tieren einen geschützten Lebensraum bieten.

Zartlila Wasserhyazinthen und Seerosen bedecken Teile des Black River, welcher – gesäumt von Moor- und Sumpfgräsern – einen wichtigen Lebensraum für Insekten wie Libellen und an die 100 Arten Wasservögel wie Reiher und Watvögel wie den Regenpfeifer Jacana Spinosa darstellt. Der Fluss beherbergt zudem eine Vielzahl an Fischarten, darunter Süßwasseraale und verschiedene Buntbarsche. In den dichten Mangrovenwurzeln tummeln sich Krebse und Krabben.

Weil der Jacana Spinosa (links) über das Wasser zu gehen scheint, wird er von den Fischern auch scherzhaft Jesusvogel genannt. Weisse Reiher wie dieses Exemplar rechts bevölkern zahlreich die Ufer des Black River in Jamaika.

Doch die Attraktion der Bootstour auf dem Black River in Jamaika sind natürlich die Krokodile. Die Fischer wissen genau, wo sich diese verstecken und wie sie sie nahe ans Boot locken können. Aus der Nähe ohne Glas oder Gitter betrachtet sind die Respekt einflössenden Reptilien noch mal so imposant. Im Black River leben einige der letzten verbliebenen amerikanischen Spitzkrokodile, die einst zahlreich die Südküste bevölkerten. Diese sind weniger aggressiv, werden sogar als freundlich beschrieben, sind aber trotzdem keine Kuscheltiere. Ob es schon Unfälle mit Touristen gab, liess sich nicht recherchieren.

Nervenkitzel de Luxe beim Schwimmen im Krokodil-Fluss

Nach dieser Info bekommst du bestimmt grosse Lust, in den Fluss zu hüpfen und dich abzukühlen … Aber erst mal geht’s weiter den Black River rauf. Bei der Brücke kannst du dich zwischendurch bei „Sister Lou’s River Stop“ mit frischen Krabbenspezialitäten oder Fisch stärken oder auf dem Rückweg anhalten. Wo die Crane Road den Black River kreuzt, fängt für die Fischerboote der Spass nämlich erst an.

Bei einer Bootsfahrt auf dem Black River in Jamaika kan man auch im Fluss schwimmen.

Vorbei an den „Cheese Rocks“ geht die Bootsfahrt auf Jamaikas Black River weiter, bis der Captain das Boot an einem hölzernen Bootsanleger festmacht und die Gäste aussteigen lässt. Der Bootssteg gehört zu Rudy’s Bar, auch einen kleinen Sprungturm hat der Besitzer aus ein paar Latten zusammen gekloppt. Es kostet – zugegeben – etwas Überwindung, in den Fluss zu springen, doch keine Angst. Krokodile soll es hier keine geben, zumindest haben wir auch beim zweiten Besuch keine gesehen. In der Bar kann man Erfrischungen kaufen, es gibt einfache Toiletten und die Möglichkeit, sich umzuziehen.

Extratipps und Kombis für die Bootsfahrt auf dem Black River in Jamaika

Hat man genug vom Nervenkitzel im Fluss, geht’s wieder zurück zum Anleger. Wenn es noch früh genug am Tage ist, kannst du die Gelegenheit nutzen, mit dem Fischerboot zur Pelican-Bar aufs Meer zu fahren. Viele Captains bieten diese Tour zum Kombipreis gleich mit an. Glückspilze sehen unterwegs sogar Delfine, die neugierig das Boot begleiten. Und wo lässt man so einen spannenden Tag besser ausklingen, als mit einem Red Stripe beim Sonnenuntergang in einer Bar im Meer? Von Treasure Beach und von Parottee aus bieten lokale Fischer ebenfalls Bootstouren zur Pelican Bar und zum Black River an.

Falls du keine Lust auf mehr im Meer und noch genügend Zeit hast, mach einen Spaziergang durch die Stadt. Black River hat als Hauptstadt des Parish St. Elizabeth viel Historisches zu bieten. Auch einen Streifzug über den Bauernmarkt sollte man nicht verpassen. Wir hoffen, mit unseren Tipps und Infos aus diesem Beitrag, kannst du deine Bootsfahrt auf dem Black River in Jamaika voll auskosten und wünschen dir dabei viel Spass.

Was sich sonst an der Südküste für Naturliebhaber noch lohnt, haben wir dir hier verlinkt:

Floyd’s Pelican Bar – Chillen im Meer

Treasure Beach – Community-Perle im Süden Jamaikas

Y.S. Falls in Jamaika – Wasserfall-Spass für die ganze Familie

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