Tourunternehmen auf Jamaika – Fair und sicher unterwegs


Lesezeit: 5 Minuten

Ihr wollt die Heimat Bob Marleys und Usain Bolts so richtig kennenlernen und sucht gerade nach Touranbietern auf Jamaika? Ihr wollt keine „Nullachtfuffzehn-Tour“ vom Hotel oder vom Kreuzfahrtschiff aus buchen? Das Angebot an „privaten“ Anbietern individueller Touren auf der Insel – auch in anderen Sprachen als Englisch – ist genauso gross, wie die Preisvielfalt. Der Preis sagt aber über die Seriosität an sich gar nichts aus. Wir erklären euch, worauf ihr achten solltet, wenn ihr sicher und vor allem fair mit einem Tourunternehmen auf Jamaika unterwegs sein wollt.

Jamaikas Tourismus boomt. Fast monatlich gibt das Jamaikanische Tourismus Board neue Destinationen bekannt, von wo aus Jamaika neu angeflogen werden kann. Immer mehr Touristen strömen auf die wunderschöne Karibikinsel. Viele reisen überdies mit Kreuzfahrtschiffen in Montego Bay oder Ocho Rios an. Auch Falmouth hat einen Kreuzfahrtschiffhafen und in Port Royal ist ein neuer Hafen im Bau, der ab Februar 2020 Kreuzfahrtgäste auch nach Kingston bringen soll. Die Nachfrage nach Touren über die Insel steigt und steigt … Kein Wunder, dass da jeder ein Stückchen vom Kuchen abhaben möchte.

Tourunternehmen auf Jamaika schiessen – gefühlt – wie Pilze hervor und sind mehr als bereit, interessierten Reisenden ihr schönes Land zu zeigen. Das ist erfreulich, aber einige Dinge solltet ihr wissen, bevor ihr euch mit dem (rollenden) Tourguide euer Wahl ins Abenteuer stürzen wollt:

Das Wichtigste zuerst: Ein ROTES Nummernschild ist Pflicht!

Denn das bedeutet, dass die Insassen und der Fahrer für Personenschäden speziell haftpflichtversichert und das Fahrzeug für den Personentransport zugelassen ist. Jedes offizielle Taxi hat eine sogenannte „Red Plate“. Natürlich muss man auch als Privatperson auf Jamaika eine Fahrzeug-Haftpflichtversicherung haben, doch die Versicherungsbedingungen und Deckungssummen sind für Transportunternehmen ganz andere. Abgesehen vom zeitaufwändigen Prozess, den man als Geschädigter für die Geltendmachung etwaiger Ansprüche bei aus Unfällen resultierenden Personenschäden auf sich nehmen muss.

Achte auf die DREI Plaketten!

DREI Plaketten muss ein offizielles Tourunternehmen auf Jamaika vom Gesetz her an der Frontscheibe des Fahrzeuges kleben haben:

Die Plakette der Jamaikanischen Transportbehörde (Transport Authority)

Die Plakette der Jamaikanischen Steuerbehörde (Tax Administration Jamaica)

Die JTB (Jamaica Tourism Board) Plakette an der Frontscheibe auf der Fahrerseite signalisiert, dass es sich tatsächlich nicht nur um ein Taxi handelt, denn der Jamaikanische Tourismusverband fordert von Tourunternehmen die Teilnahme an Kursen und Weiterbildungen, um den Besuchern der Karibikinsel stets die bestmögliche Jamaika-Erfahrung zu ermöglichen.

ALLE müssen AKTUELL sein, sie zeigen IMMER die Gültigkeit BIS zu einem bestimmten Stichtag an.

Lizensiertes und zertifiziertes Tourunternehmen auf Jamaika

Drei Plaketten sollst du haben … (die unteren drei sind die wichtigen!)

Noch ein Zeichen: Der magische Schriftzug

Die meisten der lizenzierten und zertifizierten rollenden Tourguides auf Jamaika sind in Verbänden organisiert, deren Schriftzug sie auf dem Fahrzeug angebracht spazieren fahren. Über diese Verbände kann man auch Tourguides für bestimmte Touren anfragen:

JCAL : http://www.jcaltours.com/

MAXITOURS: https://maxitoursltd.com/

JUTA Tours: https://www.jutatoursja.com/tour

Nur die wirklich privaten Tourunternehmen haben solche Label nicht, sollten aber alle anderen Merkmale aufweisen.

Lizenziert und zertifiziert – Die mit dem Bändchen am Hals

Wer darf überhaupt Touren auf Jamaika anbieten? Ohne dafür Geld zu verlangen darf das jeder auf Jamaika – schliesslich ist es nicht verboten, als Gastgeber Freunden und Gästen zu zeigen, worauf man stolz ist. Als Gast kann man sich vielleicht mit einer Einladung zum Essen oder wenigstens mit dem Benzingeld revanchieren.

Ruft man als Gästeführer jedoch Preise auf, bietet man eine Dienstleistung an und muss als Tourguide vom Jamaica Tourist Board (JTB) und der Tourism Product Development Company (TPDCo) lizenziert und zertifiziert sein.
Tourguides – ob mit Fahrzeug oder ohne – sind verpflichtet, ihre JTB-Lizenz (mit Lichtbild) offen zu tragen, während sie „im Dienst“ sind.
Alle Lizenzen und Versicherungen für Tourunternehmen auf Jamaika müssen immer aktuell sein. Das kostet natürlich alles richtig Geld, der jamaikanische Staat ist, was das Erzielen von Einnahmen angeht, sehr findig. Für jeden Pups ist eine Lizenz zu beantragen.

Gastgeber einer zertifizierten Unterkunft zu sein, reicht übrigens auf Jamaika nicht aus, um offiziell auch Touren gegen Bezahlung im Privatauto anzubieten. Auch für sie gelten die gleichen Regeln wie für alle Tourguides auf Jamaika.

Grau ist jede Theorie …

Soviel zur Theorie. Allen Regeln zum Trotz oder gerade wegen ihnen gibt es immer wieder Leute, die keine Lust auf den jamaikanischen Bürokratie-Dschungel oder nicht das nötige „Kleingeld“ haben, sich und vor allem die zahlenden Tourgäste nach allen Seiten hin abzusichern. Das führt dazu, dass nicht nur Jamaikaner versuchen, diesen aufwändigen Prozess einfach zu umgehen. Schliesslich muss die Familie ja irgendwie versorgt werden.

So rollen munter unzählige Gästeführer in Privatautos mit ihren nichtsahnenden Touristen über die schöne Insel. Immer im Hinterkopf: „Wird schon nichts passieren! DARF ja nix passieren!“ Sie wissen, dass sie sich geltenden Gesetzen auf Jamaika gegenüber strafbar machen und vielleicht sogar ihres Lebens nicht mehr froh werden, wenn wirklich ein Unfall mit ernsthaftem Personenschaden passiert.

FINGER WEG! vom Tourunternehmen, wenn ihr vor Fahrtantritt oder bereits bei Buchung, eine Verzichtserklärung auf etwaig entstehende Ersatzansprüche im Schadensfall unterschreiben sollt! Das ist ein sicheres Indiz dafür, dass versicherungstechnisch was nicht ganz koscher ist. Sowohl bei jamaikanischen, als auch bei auf Jamaika operierenden ausländischen Touranbietern haben wir so etwas schon gesehen.

FAIR ist das NICHT!

Ihr kennt das: Man will ja möglichst viel erfahren und aufsaugen über „Land und Leute“. Also ist man froh, wenn der Tourguide die eigene Sprache spricht. Weil der Bedarf an fremdsprachigen Tourguides auf Jamaika nun mal vorhanden ist, nutzen das viele Ausländer, um dem heimischen, ungemütlichen Winter zu entfliehen und sich nebenbei noch die Zeit in der Sonne Jamaikas zu finanzieren.

Um auf Jamaika legal zu arbeiten, braucht man eine Arbeitserlaubnis, die nicht nur verhältnismässig teuer, sondern auch nicht allzu einfach zu bekommen ist. Gleiches gilt für die oben erwähnten Lizenzen. Für viele «Temporäre» rechnet sich der Aufwand nicht und sie machen es auch einfach ohne. Ohne Arbeitserlaubnis, ohne Lizenzen, ohne Versicherungen … und gehen damit nicht nur für sich selbst ein hohes Risiko ein. Abgesehen vom oben erwähnten Straftatbestand ist das auch auf Jamaika SCHWARZARBEIT!

Die wenigen Deutsch sprechenden Jamaikaner und die auf der Insel lebenden deutschsprachigen Auswanderer müssen sich das ganze Jahr hindurch abstrampeln, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Was die Behörden in Jamaika für die ganzen Genehmigungen und Lizenzen verlangen, muss ja schliesslich auch verdient werden.

WIE GEHT MAN DENN SCHON VOR DER BUCHUNG SICHER?
Wer ganz sicher gehen will, dass der gebuchte Tourguide/Fremdenführer safe ist, kann direkt beim JTB anfragen. Sie haben eine stets aktuelle Liste mit lizenzierten, zertifizierten Tourguides und wissen auch, wer welche Sprache spricht. Im Normalfall ist auch beim JTB meistens jemand, der Deutsch kann. Ihr könnt ebenso vorab versuchen, euch von den Tourunternehmen selbst entsprechende Nachweise schicken zu lassen.

„Vier Weisse in ’nem Mietwagen sind Touristen“

Warum das trotzdem funktioniert ist dem „Sonderstatus“ der Weissen geschuldet, der auf der Insel leider herrscht. „Es guckt einfach keiner hin!“ klagte uns ein Tourunternehmen sein Leid. Wir selbst wurden z.B. bei unseren Fahrten im Mietwagen auf Jamaika ja auch noch nie kontrolliert. Und selbst wenn die Polizei die schwarzweissen Schafe anhalten und befragen würde: Der Beweis, dass da ein Geschäft im Gange ist, ist schwerlich zu erbringen, wenn alle Insassen die Klappe halten. Manchmal lässt sich so eine unangenehme Situation auch mit ein paar Scheinchen regeln.

Die von Ausländern gern zur Schau getragene Doppelmoral, nach aussen hin die Korruption auf Jamaika anzuprangern,aber zum Eigennutz das Spiel hintenrum mitzuspielen, ist für die Entwicklung von Gesellschaft und Wirtschaft extrem kontraproduktiv.

FAIR IST FAIR! AUF EIN KLARES WORT:

Weil IHR jetzt wisst, worauf ihr auf der Suche nach einem Tourunternehmen auf Jamaika achten solltet, könnt IHR nun selbst FREI entscheiden, was EUCH Fairness und Sicherheit wert sind. Dass auf Jamaika jeder seinen Lebensunterhalt hart erwirtschaften muss, haben wir unseren „Mitreisenden“ und Lesern bereits oft genug klar gemacht. Nun habt IHR die WAHL, wen ihr unterstützen wollt. WIR unterstützen gern die Menschen, die das ganze Jahr über auf Jamaika leben und arbeiten. Die meisten haben nämlich keine andere Wahl, als:

Zitat Theodore Roosevelt.png

TU WAS DU KANNST – MIT DEM WAS DU HAST – DA WO DU BIST 

Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle an alle lieben Leute, die uns dabei geholfen haben, diesen Beitrag „mit Hand und Fuss“ schreiben zu können:

Ricarda Daley – Tourguide bei Irie Holiday Tours

Donald Sewell – Tourguide a.D. bei Jamaicanincentives

Kemrod Riley – Tourguide bei Rileytours

Vielen, vielen, lieben Dank! Thank you so much!
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