Green Grotto Caves * St.Ann


Unverfehlbar an der Strasse von Montego Bay nach Ocho Rios liegen rechterhand zwischen Discovery Bay und Runaway Bay die Green Grotto Caves. Hier hat die Kraft der Natur ein einzigartiges Kalkstein-Labyrinth erschaffen, welches sich auf gut 1,5 Kilometern bis zu einer Tiefe von 12 Metern bis ans Karibische Meer ausbreitet. Umgeben von dichter, grüner Vegetation beherbergen die einzigartigen Felsformationen mit ihren zahlreichen verwinkelten Kammern neun der 21 Fledermausarten auf Jamaika, Schlangen, Fische und andere Meereslebewesen, Insekten wie Termiten und einige nicht näher benannte tierische Bewohner.

Wie kommt man zu den Green Grotto Caves?

Man kann die Einfahrt zu den Green Grotto Caves an der A1 wirklich nicht verpassen, das rosafarbene Hinweisschild an der Einfahrt zum Parkplatz fällt aus beiden Richtungen sofort ins Auge. Wir waren an einem Samstag am frühen Nachmittag dort und bis auf ein paar Privatautos und kleinere Tourbusse war der Parkplatz leer. Da die Green Grotto Caves direkt an der Hauptstrasse liegen, ist es sicher auch kein Problem, ein Route-Taxi zu bitten, dort zu halten.
Geöffnet sind sie täglich von morgens um 9:00 Uhr bis nachmittags um 16:00 Uhr. Erwachsene zahlen 20 USD, Kinder von 4 bis 12 die Hälfte.

Die Führungen finden in kleinen Gruppen statt, wir haben ein paar Minuten beim Eingangsbereich gewartet, bis ein Guide parat war. Es gibt einen Kiosk, wo man sich Erfrischungen besorgen kann, die die Wartezeit verkürzen. Bevor wir die Höhlen betreten durften, bekamen wir einen Helm und eine kleine Sicherheitseinweisung von unserem Guide, der sich als Leroy vorstellte und uns auch kurz etwas über die Entstehung der Green Grotto Caves und ihre Nutzung über die Jahrhunderte hinweg erzählte.
Die Helme sollen übrigens die Köpfe der Besucher nicht nur vor Verletzungen an den Stalaktiten schützen, sondern auch gegen eventuell auftretende Niederschläge durch „Fledermaus-Scheissen“, wie uns Leroy scherzhaft in seinem besten Deutsch erklärte. Der Rest der Führung erfolgte mangels weiterer Deutschkenntnisse auf Englisch, bis zum Ende der Tour haben wir unserem Guide aber noch „Löwe“ und „Ameise“ beigebracht. Er führte uns etwa eine Stunde lang sicher, informativ und unterhaltsam durch das spannende Höhlensystem. 

Eine unterirdische Reise durch die Geschichte Jamaikas

Die Green Grotto Caves waren und sind nicht nur für lichtscheues Getier ein beliebter Zufluchtsort. Quer durch die Geschichte Jamaikas bot das unübersichtliche Labyrinth der Höhlen auch Menschen immer wieder Unterschlupf. Anhand archäologischer Funde kann eine Nutzung der Green Grotto Caves bereits durch die Ureinwohner Jamaikas, der Tainos, nachgewiesen werden. Für sie war es unter anderem ein wichtiger ritueller Ort. Während den Zeiten der Sklaverei auf Jamaika boten die Höhlen entlaufenen Sklaven Schutz und die Spanier wussten ebenso ein gutes Versteck wie die Green Grotto Caves auf der Flucht vor den Engländern zu schätzen. In den Kriegsjahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurden sie von Waffenschmugglern benutzt und die jamaikanische Regierung brachte Mitte der 40er-Jahre im Eingangsbereich sogar zeitweise volle Rumfässer unter. Sicher ist sicher, nicht wahr…? Im James-Bond-Film „Live and Let Die“ aus dem Jahr 1973 stellen die Höhlen den unterirdischen Stützpunkt des Bösewichts Doktor Kananga dar, der hier von James Bond besiegt wird.

Höhle in Runaway Bay Jamaika

Höhlen auf Jamaika- ein Zufluchtsort für Viele

Wen wundert es da, dass auch der Name der Höhlen dem Nutzungszweck zu verschiedenen Zeiten angepasst wurde. So waren die Green Grotto Caves schon als Runaway Bay Caves, Cave Hall Caves, Discovery Bay Caves, Dry Harbor Caves, Hopewell Caves, Rum Caves und Dairy Caves bekannt. Sofort beim Betreten fällt die Farbe der Wände auf, die durch Algen grün schimmern. Die Green Grotto Caves entstanden wie die meisten Höhlen auf Jamaika durch Verkarstung und befanden sich in ihrer früheren geologischen Vergangenheit unter Wasser, welches durch Ausspülung des Kalksandsteines auch für die Vielfalt der Felsformationen sorgte.

Noch immer sind einige Teile der Höhlen mit Wasser gefüllt, sowohl Meerwasser, welches über unterirdische Verbindungen in die Höhlen gelangt, als auch Süsswasser, welches als Regenwasser Zugang findet. Ein kristallklarer unterirdischer See – der Grotto Lake- wird aus den geheimnisvollen Tiefen des geologischen Systems von Jamaika gespeist. In ihm leben Fische, die aufgrund der Dunkelheit im Laufe der Jahrhunderte ihre Sehfähigkeit verloren haben. Dieses evolutionäre Phänomen trifft man in vielen Höhlen der Welt an, ich erinnere mich da an die blinden und weissen Grottenolme in den Feengrotten bei Saalfeld.

Die Green Grotto Caves sind gut beleuchtet und weisen ebenso einige natürliche Lichtöffnungen auf, so ergeben sich im Spiel der Schatten viele Bilder, die man mit genug Fantasie auch deuten kann, wie beispielsweise die afrikanische Frau in der Fotoshow unten. Auch in den Felsen gibt es viel zu lesen, wenn man aufmerksam hinschaut, erkennt man den Löwen mit seiner Nase und der Mähne.

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Noch mehr Tipps zu den Green Grotto Caves auf Jamaika

Sicheres Schuhwerk ist sinnvoll, Sneakers statt Flipflops ist die Devise. Manche Stellen können recht glitschig sein, besonders wenn es geregnet hat. Ein Jäckchen kann, wenn sich die Sonne draussen nicht zeigen mag, auch unter Tage nützlich sein.

Die Green Grotto Caves kann man aufgrund ihrer Lage gut mit den meisten Attraktionen an der Nordküste verbinden. Eine Flossfahrt auf dem Martha Brae passt ebenso, wie der Besuch eines Great Houses oder einer Rum- Tour in Hampden. Natürlich kann man sich stattdessen auch an einem der vielen Strände wieder aufwärmen. Der Cardiff Hall Beach in der Nähe ist ein besonders an Wochenenden bei Einheimischen sehr beliebter Strand, der zwar gratis ist, aber trotzdem einige Annehmlichkeiten zu bieten hat.

Wer Lust hat, den Zauber der Unterwelt Jamaikas zu entdecken und ein Stück jamaikanischer Geschichte einmal anders erleben möchte, dem legen wir die Green Grotto Caves auf Jamaika wärmstens ans Herz.

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

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Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

 

Kategorien:NATURSCHÖNHEITEN, Unterirdisches- Höhlen auf Jamaika

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