T wie Taxi gefällig? ODER „Die Öffentlichen“ auf Jamaika


Eine Frage, die sich Jamaika- Reisende spätestens kurz nach der Landung auf Jamaika stellen ist die, wie man am besten von A nach B kommt. Die komfortabelste Antwort darauf ist für uns bekannterweise ein Mietwagen. Doch nicht jeder kann oder will auf Jamaika ein Auto mieten und für Erstbesucher der schönen Karibikinsel finden wir das auch nicht uneingeschränkt ratsam.
Darum zeigen wir euch hier andere Möglichkeiten, auf Jamaika transporttechnisch ohne eigenes oder gemietetes Fahrzeug voranzukommen. Vorab jedoch wappnet euch mit Zeit sowie Geduld und setzt euer bestes Pokerface auf. Ihr werdet all das brauchen.

Öffentliche Verkehrsmittel, wie wir sie in Mitteleuropa gewöhnt sind, gibt es auf Jamaika nämlich nicht. Auch Züge, Strassenbahnen und U-Bahnen, werdet ihr hier vergeblich suchen. Zwar gab es auf Jamaika sogar das allererste Eisenbahnnetz außerhalb von Europa und Nordamerika, übrig geblieben sind davon aber nur noch die Schienen, wenn sie noch niemand zu Geld gemacht hat. Jamaika liegt in einem Erdbebengebiet und nach Hurrican Gilbert 1988 kam man mit dem Reparieren gar nicht mehr nach. Das Bahnnetz wurde 1992 stillgelegt. 2011 gab es einen Wiederbelebungsversuch, doch auch der scheiterte nach ein paar Monaten.

„Welcome to Jamaica! You need a taxi?“
Direkt am Ankunftsbereich des Sangster-Airport in MoBay, empfängt Reisende nicht nur die unglaubliche Hitze wie ein Keulenschlag, sondern auch eine Meute geschäftshungriger Jamaikaner auf der Suche nach Fahrgästen. Und jeder macht euch natürlich den besten Preis! -zwinker. Noch bevor ihr überhaupt realisiert habt, dass ihr auf Jamaika seid, werdet ihr so unter Umständen den ersten Batzen Dollars los.

Charter-Taxis
Sind zwar die schnellste, aber auch die teuerste Art, auf Jamaika von einem Ort zum anderen zu kommen. Sie sind unter anderem überall da zu finden, wo sich erfahrungsgemäss viele Touristen aufhalten.

Den Fahrtpreis solltet ihr unbedingt VOR der Fahrt aushandeln und erst NACH der Fahrt bezahlen. Die Preise, die pro Taxi bezahlt werden, richten sich nach der Entfernung, wer gut verhandeln kann ist im Vorteil. Eine ungefähre Richtlinie haben wir auf der Seite caribya.com gefunden.

Taxipreise Jamaika

Sollten eure Verhandlungskünste nicht fruchten und der Taxifahrer auf seinem Preis bestehen, scheut euch nicht, weiter zu gehen. Das nächste Taxi hupt bestimmt bald und vielleicht habt ihr dann mehr Glück!

Wenn ihr euch diesen Stress nach einem langen Flug ersparen wollt, fragt besser vorab in eurer ersten Unterkunft nach, ob ein Airportshuttle angeboten wird oder ob man dort einen vertrauenswürdigen Charter- Taxifahrer kennt. Das nächste Level der Jamaika-Reise-Challenge kann schliesslich auch bis morgen warten.

Routetaxi Jamaika

Route-Taxis
Alle zugelassenen Taxis auf Jamaika sind an den Buchstaben „PP“ oder „PPV“ oder/und den roten Nummernschildern zu erkennen. Auf Jamaika ist Taxi nicht gleich Taxi- ausser den oben beschriebenen Chartertaxis gibt es noch die bei der jamaikanischen Bevölkerung und preisbewussten Jamaika-Reisenden sehr beliebten Route-Taxis. Sobald ihr zu Fuss wohin unterwegs seid, werdet ihr gerade in den Städten öfter von Route-Taxis angehupt oder direkt aus einem vorbeifahrenden Route-Taxi angesprochen, in dem es gerade freie Plätze gibt. Das ist praktisch für die die gern mitwollen, kostet aber denen Zeit, die drinsitzen. Wollt ihr mit, dann winkt einfach.

Route-Taxis in Jamaika können PKWs aller Grössen oder auch Kleinbusse sein, welche auf vorher festgelegten Routen verkehren. Fragt den Fahrer, in welche Richtung er fährt und wo er hält. Die Preise pro Strecke sind von der Regierung festgesetzt und berechnen sich pro Person aus einem Basispreis plus einem Preis pro gefahrenen Kilometer. Den Preis vor der Fahrt zu erfragen ist trotzdem immer sinnvoll, besonders wenn man grosses Gepäck dabei hat. Route-Taxis sind das preiswerteste und auch populärste Verkehrsmittel auf Jamaika. Feste Abfahrtszeiten gibt es allerdings nicht wirklich und ein stehendes, leeres Taxi fährt auch erst los, wenn es voll ist.

Wer nicht gerne wartet oder wer nicht gerne mit Fremden kuschelt, kann ein leeres Route-Taxi auch chartern. Dann heisst es, mit dem Fahrer einen Preis zu verhandeln. Der liegt dann je nach Zielwunsch wahrscheinlich irgendwo zwischen dem normalen Routetaxipreis für ein volles Taxi und dem Preis für eine Charterfahrt.
Aktuelle Preislisten für Route-Taxis auf Jamaika sind online leider nicht verfügbar. Eine Berechnungsgrundlage von 2013 fand sich auf der Seite der Jamaikanischen Transportbehörde:

Preisinformationen für Route- Taxis auf Jamaika

Ein eigenes Erfahrungs-Beispiel: Wir haben in Negril für eine Fahrt im Route- Taxi vom Westend bis zum „Yellow Bird Cottages“ am 7 Mile Beach (das sind laut Routenplaner gute 5 km) gesamt 500 JMD bezahlt. Es sassen noch 2 fremde Passagiere im Taxi. Dass das zuviel war, hat uns dann unser Glasbodenboot-Captain Pogo gesteckt. Die Strecke sollte p.P. nur 150 JMD kosten.

Auch auf der englischsprachigen Webseite von Road Affair gibt es annähernde Preiskalkulationen. Wenn diese auch nicht ganz aktuell sind, helfen sie doch, ein etwaiges Gefühl für die tatsächlichen Preise zu bekommen.
Pauschal kann man jedoch sagen, dass Fahrten innerorts 100-150 JMD kosten und man von Ort zu Ort mit 200- 250 JMD rechnen sollte. 

Knutsford-Express
Bequemer hat man es in den Überland-Bussen, die die grösseren Städte Jamaikas miteinander verbinden. Der bei Jamaika-Reisenden bekannteste ist der Knutsford-Express. Er hat feste Abfahrtszeiten, deren Häufigkeit je nach Strecke variieren. Es gibt feste Haltestellen.Die Knutsford-Busse sollen sehr komfortabel, günstig und pünktlich sein, zudem sind sie nie überfüllt. An Bord der meisten Fahrzeuge gibt es Aircondition, WLAN, Steckdosen und manchmal sogar Bordkino. Wenn es im Bus keine Toilette gibt, wird zwischendurch an einer Tankstelle/Reststop gehalten.

Die Kosten sind festgelegt und liegen weit unter denen für Charter-Taxis, was sich auf Langstrecken besonders lohnt. Plätze und Tickets kann man online oder in einem der Büros buchen. Man sollte eine halbe Stunde vor der Abfahrt vor Ort sein, um seine Anwesenheit zu bestätigen.

So zahlt man beispielsweise für die Strecken
Montego Bay- Negril 1800 JMD (ca 15 USD)
Montego Bay nach Kingston (über die Südküste) 2950 JMD (25 USD)
Montego Bay nach Port Antonio 3400 JMD (ca 29 USD).

Strecken, Haltestellen und aktuelle Preise findet man ganz einfach auf der

Buchungs-Website des Knutsford- Express

Wenn ihr es gern komfortabel habt, die Kosten lieber im Voraus im Blick haben wollt und wenn euch die festen Abfahrtszeiten und feste Haltepunkte nichts ausmachen, kann der Knutsford- Express euer Lieblingsverkehrsmittel auf Jamaika sein.

Solltet ihr den Knutsford-Express nach der Ankunft mit dem Flugzeug von Montego Bay aus nutzen wollen, schaut vorher genau die Abfahrtszeiten für eure Strecke an, damit ihr nicht mitten in der Nacht am Ziel ankommt. Liegt die Abfahrtszeit am späten Nachmittag, seht euch lieber in MoBay nach einer Übernachtung um.

ACHTUNG: Der Knutsford-Express verkehrt NICHT am 25. Dezember !!!

Coaster- Minibusse auf Jamaika
Andere Busse mit festen Abfahrtszeiten gibt es nicht, aber in den Transport Centern der grösseren Ortschaften warten Minibusse, sogenannte Coaster, die ähnlich wie Routetaxis funktionieren, auf Fahrgäste. Allermeistens gibt es eine Art „Schaffner“, also jemanden der das Fahrgeld kassiert und Auskünfte gibt, sowie laut rufend oder sogar singend um die Gunst neuer Fahrgäste buhlt. Die rasante Fahrt ähnelt oft der auf einer „Wilden Maus“ und man braucht einen festen Magen. Trotzdem ist es mitunter recht einfach, wenn auch zeitaufwendig, damit zu reisen. Wer raus will ruft einfach „One stop, please!“. Auch wenn es oft von A nach B keine Direktfahrt gibt, sorgen die auskunftswilligen Fahrer oder Schaffner dafür, dass ihr beim Umsteigen den richtigen Anschluss erwischt.

Minibus Jamaika

Who drives slower than me, is an idiot! Who drives faster than me, is a maniac!

Öffentliche Busse in Kingston
Last but not least gibt es doch noch so etwas wie „europäisch anmutende Öffentliche Verkehrsmittel“. In und um Kingston verkehren tatsächlich Linienbusse. Man erkennt sie leicht an ihrer strahlendem Gelb mit der Jamaika- Flagge auf der Motorhaube. Es gibt festgelegte Strecken und feste Fahrpläne, die man am besten bei den Abfahrtsstellen erfragt. Auch Google Maps kann hilfreich bei der Routenplanung sein, wenn man funktionierendes mobiles Internet hat. Auf der Seite der JUTC sollte man ebenfalls fündig werden. Ebenso gibt es auf der Seite Jamaican Classifieds die Möglichkeit herauszufinden, welche Buslinie in welche Richtung fährt.

Solltet ihr darauf spekulieren, an den Busstops Fahrpläne zu finden- vergesst es. Die Haltestellen in Kingston sind mit allem Möglichen schön bunt foliert, jedoch wird man weder Abfahrtspläne, geschweige denn die Nummern der Buslinien finden. Im verlinkten Beitrag könnt ihr nachlesen, wie unsere Suche nach dem richtigen Bus in eine Odyssee durch Kingston ausartete.
Für eine Strecke zahlt man, egal wie viele Stationen man mitfährt, 100 JMD direkt beim Fahrer. Vorgezählt und in kleinen Scheinen hat er daran die meiste Freude. Wer aussteigen will drückt den roten Knopf. Wenn ihr nicht sicher seid, wann eure Haltestelle dran ist, sagt beim Einsteigen dem Fahrer, wo ihr rauswollt und er sagt dann die Haltestelle extra an.

Die Metro von Montego Bay
Nein, es gibt nach wie vor keine unterirdische Schnellbahn auf Jamaika. Die „Montego Bay Metro“ ist die städtische Buslinie in Montego Bay. Sie verkehrt auf drei Strecken:
von Greenwood, Sandy Bay und Cambridge jeweils ins Stadtzentrum Montego Bay bis zum Transport Center aka Montego Bay Bus Terminal und zurück. Abfahrtszeiten waren nicht zu finden. Dort kann man auch in die weiter oben erwähnten „Coaster“ einsteigen.

Montego Bay Metro

Die Öffentlichen Linienbusse sind selten so komfortabel, wie die Fahrzeuge des Knutsford- Express. Oft dient der Luftzug durch die offenen Fenster als Aircondition. Doch auch sie bieten die Möglichkeit, recht preiswert durch die Stadt zu kommen.

Die meisten „Öffi’s“ in Jamaika sind auf maximalste Auslastung erpicht. Das kann aufgrund der Enge in den Fahrzeugen und der ungewohnten jamaikanischen Mentalität unterhaltsam bis nervig sein. Manchmal kommt man sich vor wie auf dem Rummel, wenn gleich mehrere Mitfahrer meinen, sie müssen jetzt unbedingt IHRE Musik spielen und lautstark mitsingen. Auf jeden Fall zwingt es Jamaika-Reisende zur Kommunikation und Interaktion mit den Einheimischen, was ja auch nicht das Schlechteste ist. Jamaikaner sind meist sehr auskunftsfreudig und hilfsbereit und meist für ein Schwätzchen zu haben. Gerade die Taxifahrer sollte man sich warmhalten, wenn man mehrere Tage in einer bestimmten Gegend ist. Noch mehr Tipps und Tricks für Taxis auf Jamaika haben wir demnächst in der „Trickreichen Sieben“

Egal, für welche Fortbewegungsmittel ihr euch auf Jamaika entscheidet: Wir wünschen euch eine gute Fahrt und viele spannende Begegnungen!

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

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