Das Bob Marley Museum in Kingston


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Auch wenn man kein Bob-Marley-Fan ist, scheint für Kingston-Touristen der Besuch im ehemaligen Stadthaus der Marleys Pflicht zu sein. Das Wohnhaus in der Hope Road 56 kaufte Bob von Chris Blackwell, seinem damaligen Produzenten. Es diente nicht nur als Wohnstatt der Marleys und beherbergte zeitweise das „Tuff Gong Studio“, sondern war auch Treffpunkt für Freunde und Anlaufstelle für alle, die sich etwas von ihm erwarteten.

Ständig baten ihn Leute um finanzielle oder andere Hilfe, die der hilfsbereite Bob auch meistens gab. Er schien sich nicht viel aus dem Geld, das er hatte zu machen.

So antwortete er einmal einem Reporter auf die Frage ob er reich sei: „Was meinst du mit reich, was genau meinst du, Mann?“ Rep.: „Besitzen Sie viel? Viel Geld auf der Bank?“  Bob: „Macht Besitz dich reich? Ich habe nicht diese Art von Reichtum. Mein Reichtum wird für immer das Leben sein.“
Bob Marley Museum Kingston
Wie kommt man zum Bob Marley Museum in Kingston?

Wer nicht selbst motorisiert ist, gelangt entweder mit dem Taxi oder mit dem Bus dort hin, der in unmittelbarer Nähe auf der Hope Road hält. Google Maps ist hilfreich, wenn man mit dem Mietwagen in die Hope Road 56 fährt. Das Gelände ist nicht zu verfehlen. Man betritt es durch das in panafrikanischen Farben bemalte Tor, welches von zwei Lions of Judah und dem Konterfei Bob Marleys gekrönt wird. Parkplätze gibt’s drinnen, allerdings könnte es zeitweise eng werden. Als Alternative könnt ihr kostenlos am Devon House parken und von dort aus die paar hundert Meter zum Bob Marley Museum laufen. Danach gönnt habt ihr euch ein Devon-House-Eis verdient!

Touren finden Montag bis Samstag zwischen 09:30 Uhr und 16:00 Uhr statt und beginnen alle halbe Stunde. Buchbar sind sie z.B. auf der Webseite des Bob Marley Museums. Der Eintritt kostet jetzt 25 USD und bis auf den Innenhof und das Aussengelände darf im Bob Marley Museum NIRGENDS fotografiert werden. Wie in Nine Miles geht auch hier nichts ohne Guide, aber die Gruppen sind kleiner. Ebenfalls wie in Nine Miles ist die Führung auf Englisch und die Guides singen Bob-Marley-Songs. 

Das Highlight bei unserem Besuch 2021 war eine kleine „Jamsession“ mit Bongo Herman im Innenhof. Die Hope Road 56 ist für ihn heiliger Boden. Hier hat er oft mit Bob Marley Zeit verbracht und unter dessen Lieblingsbaum mit ihm über das Leben philosophiert. Bongo spürt immernoch die spirituelle Verbundenheit mit Bob, sobald er diesen Ort betritt. Er zeigt gerne Fotos aus seiner Zeit mit Bob sowie aus seiner Karriere als Drummer und Percussionist und ermuntert die Tourgäste Klanginstrumente auszuprobieren.

Hope Road 56 Kingston, Jamaika

Aus dem Leben eines Reggaestars 

Die meisten Räume zeigen Zeitungsausschnitte, Auszeichnungen und andere Memorabilia aus der Karriere Bob Marleys mit und ohne Wailers. Es gibt Tour-Outfits, Instrumente und ähnliche Erinnerungsstücke zu sehen. Schliesslich darf man noch einen Blick in Bobs Schlafzimmer werfen, welches mit der Etagenküche zusammen die einzigen original und überhaupt möblierten Räume sind. Auch das Studio – welches noch immer in Betrieb und nicht immer Teil der Tour ist – ist grösstenteils noch original.

Natürlich wird auch die Geschichte des Attentates auf Bob Marley erzählt. Die Einschusslöcher unterstreichen immer noch bildhaft, was sich hier am Abend des 3. Dezember 1976 zugetragen hat, als bewaffnete Männer das Haus der Reggae-Legende stürmten. Marley wurde am Arm verletzt, seine Frau Rita am Kopf getroffen und sein damaliger Manager Don Taylor so schwer verletzt, dass er in Lebensgefahr schwebte.

Hope Road 56 Kingston, Jamaika

Tipps für das Bob Marley Museum in Kingston

Wenn ihr die Tour mit einem zertifizierten deutschsprachigen Tourguide gebucht habt, darf der natürlich mit auf die Tour. Vergesst dann trotzdem nicht, den Guides im Museum ein Trinkgeld zu geben.

Nach der Führung im Haus kann man im kühl klimatisierten Kino mit 80 Sitzplätzen noch einen kurzen Dokumentarfilm auf Englisch anschauen. Ausserdem findet man hier einen gut gefüllten Souvenirshop, Merchandisingartikel und einen „Plattenladen“, wo man unter Anderem vielleicht so manche lang gesuchte Tonaufnahme findet. Hungrig muss man auch nicht heimgehen, man kann sich im „One Love Café“ verpflegen lassen.

Alljährlich am 06. Februar findet hier abends ein Konzert mit namhaften Künstlern zu Ehren des Geburtstages Bob Marley statt. Der Eintritt zum Konzert ist frei und das Museum an diesem Tag sowie an allen offiziellen Feiertagen auf Jamaika geschlossen.
Geschichtsinteressierte können im fussläufig gelegenen Devon House die erste Villa eines dunkelhäutigen Millionärs in Jamaika besichtigen. Eine Kugel von berühmten Eis des Devon House sollte man sich ebenso wenig entgehen lassen, wie einen Pattie aus der Devon House Bäckerei.

Für noch mehr Reggaefeeling empfiehlt sich die Kombitour mit den Tuff Gong Studios oder vielleicht ein Besuch im Trenchtown Culture Yard.

Das Bob Marley Museum wird oft als sehr kommerzialisiert beschrieben, was zwar zutreffend sein mag, doch niemanden von einem Besuch dort abhalten sollte. Uns hat bei unserem letzten Besuch das Bob Marley Museum besser gefallen, als sein Mausoleum in Nine Miles.

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

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