Das Bob Marley Mausoleum in Nine Miles


WELCOME TO NINE MILES- DRIVE CAREFULLY, WE LOVE OUR CHILDREN!

Die Inschrift des Ortseingangsschildes von Bob Marleys Geburtsort heisst Besucher willkommen und mahnt zugleich. Nicht selten laufen hier ein paar Kids in der Hoffnung auf einen Dollar neben den ankommenden Autos her. Von Ocho Rios aus erreicht man Nine Miles in ca. 1.5 Stunden am besten über die A3 in Richtung Colgate, biegt dann in Golden Grove auf die A1 ab und verlässt diese in Claremont wieder in Richtung Alderton/Alexandria. Von Runaway Bay aus folgt man immer der B3, zunächst in richtung Browns Town. Hier sollte man einen längeren Stopp machen und den grossen Bauernmarkt besuchen, wo man allerhand landwirtschaftliche Produkte, wie Obst, Gemüse, Fleisch sowie Kleidung und Haushaltwaren erwerben kann. Sehenswert sind ausserdem noch die Anglikanische Kirche, die Tabernacle Church sowie das Courtyard House. Diese Streckenalternative dauert etwa 1 1/4 Stunden. Für die preiswertere Anreise in Route Taxis sollte man etwas mehr Zeit einplanen, da man umsteigen und manchmal länger auf ein Anschluss-Routetaxi warten muss. Die Strecke von Ocho Rios aus im Routetaxi geht über Browns Town bis Alexandria, wo man nach Nine Miles umsteigt.

In Nine Miles angekommen, solltet ihr am Besten alle „Angebote“ geschäftstüchtiger Jamaikaner ignorieren (es sei denn euch interessieren Ganja-Touren) und euch sofort zum Tor des Bob Marley Mausoleums begeben. Drinnen gibt es reichlich Parkplätze. Der Eintritt für die Tour kostet mittlerweile 25 USD, man bezahlt im Häuschen rechts vom Eingang zum Souvenirshop. Auf dem Aussenhof ist für die Durstigen auch ein Getränkestand und ein paar Sitzmöglichkeiten.

Bob Marley Mausoleum Jamaika

Hinter dem Eingang, wo man bereits T-Shirts u.Ä. kaufen kann, gibt es Toiletten. Zur Tour geht man ein paar Treppenstufen hinauf, wo sich eine Bar befindet, in der man eventuelle Wartezeiten z.B. mit einem  brennenden „Bob Marley-Shot“ oder einen Red Stripe überbrücken kann. Von dort aus hat man eine schöne Aussicht über die hügelige Landschaft. Wenn dann der Guide seine geforderte „Truppenstärke“ (wir haben nie nachgezählt) beisammen hat, geht’s los. Zunächst in einen Raum, in dem alle möglichen Devotionalien, Auszeichnungen, Goldene und Platin- Schallplatten, usw. ausgestellt sind. Hier darf man noch fotografieren. Beim letzten Mal 2017 haben wir dann einen neuen Bereich zu sehen bekommen: Das „Haus der Grosseltern“, oder besser gesagt eine Art räumlicher Nachbau davon mit Austellungsstücken aus dem „Alltag“ von Oma und Opa Marley.

Bob Marley Mausoleum Jamaika

„Three little birds“

Im Innenhof wird’s dann musikalisch. Der stets supergelaunte Guide gibt, unterstützt von einer Mento- Band, ein paar Marley- Songs zum Besten, wobei er meist stimmkräftig vom mehr oder weniger textsicherem Publikum begleitet wird. Natürlich erwarten die Jungs ein kleines Trinkgeld. In der Hütte, die sich dort befindet, wird wiederum Trinkbares, Knabbersnacks und Allerlei aus „Heiligen Kräutern“ angeboten, um sich für den jetzt folgenden Aufstieg auf den Mount Zion „in Stimmung“ zu bringen. Apropos Stimmung- sogar Nicht-Marley-Fans haben uns bestätigt, dass auf dem Mount Zion eine unterschwellig spirituelle Stimmung zu spüren ist.

Kleine Anekdote aus 2016: Wir haben Jesus in Nine Miles gesehen! Glaubt ihr nicht? Wir schon… der junge Mann sah so aus, wie Jesus auf Heiligendarstellungen, ging barfuss und ihn umgab eine dermassen spirituelle „Aura“, dass wir uns nicht mal getraut haben, nach einem Foto zu fragen. Trotzdem haben wir (Mädels) ihn mit den Augen verfolgt und hätten uns gern von ihm wenigstens die Füsse waschen lassen. Am heiligen Kraut kanns nicht gelegen haben, denn wir konsumieren nicht und unsere damaligen Reisebegleiter auch nicht.

Nine Miles 07

„I wanna love you- and treat you right“

Die nächste Tour-Etappe beginnt mit dem Eintritt durch ein Tor, welches den eigentlichen Mount Zion davor bewahren soll, von Touristenhorden überstürmt zu werden. Singend und Geschichten über die Marleys erzählend, führt der Guide durch das Häuschen, in dem Cedella mit Bob und dieser dann später mit Rita eine Weile lebte. Später verbrachte hier Bob mit diversen Geliebten gern ungestört Zeit. „Is this love…“ fragt sich nicht nur der Guide, aber Bob hatte genug Liebe für alle zu geben. Neben dem Haus liegt ein riesiger, in panafrikanischen Farben bemalter Stein einbetoniert- wahrscheinlich damit ihn niemand mitnimmt. Hier stimmt der Guide eine Zeile aus „Talking Blues“ an: „Cold ground was my bed last night…“ In einer Ecke kann man noch die „Küche“ bewundern. Eine ehemalige einfache Feuerstelle aus – jetzt ebenfalls bemalten- Steinen mit einem in ein Dreibeingestell gehängten Topf.

Absolutes Fotoverbot und „Schuhe aus!“ heisst es im Mausoleum, in dem Bob Marley mit seiner Gibson les Paul, einem Fussball und einer Marihuanapflanze in einem Marmorsakopharg bestattet sein soll. Der Rand ist mit diversen Abschiedsgrüssen von Bob-Marley-Fans geschmückt. Ebenfalls in einem weiteren Mausoleum nebenan ist Bobs Mutter Cedella Marley-Booker gemeinsam mit ihrem Sohn Anthony bestattet, der erst 19jährig von einem Polizisten in Miami erschossen wurde.

Die Tour läuft nicht immer gleich ab, manchmal geht es auch zuerst ins Mausoleum, je nachdem, ob auch noch andere Tourgruppen unterwegs sind. Das ist es dann im Groben schon gewesen, am Tor zum Innenhof verabschiedet sich der Guide und freut sich über ein Trinkgeld. Nun könnte man sich im Restaurant stärken, was ebenfalls vom Innenhof erreichbar ist oder im Souvenirshop umherschlendern. Hier können Marley-Jünger prima ihre Fangarderobe mit den angebotenen Merchandisingartikeln auffrischen. Auch Kreuzfahrtler werden hier mit dem Angebot an Inseltypischem glücklich. Jamaika- Rum und Blue Mountain Coffee bekommt man ebenso, wie Flip-Flops und Kühlschrankmagneten „jamaican style“.

Bei den „echten“ Bob Marley- Fans  ist dieser Ort als viel zu kommerziell verschrien. Man kann sicher herrlich wild spekulieren, ob sich nicht nur der Geist, sondern auch der Körper von Bob hier befindet. Trotzdem denken wir, jeder sollte sich selbst ein Bild davon machen dürfen, wenigstens ein einziges Mal.

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Kategorien:Bob Marley, Persönlichkeiten JamaikasSchlagwörter:, , , , ,

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