Firefly Estate in Galina * St.Mary


Lesezeit: 4 Minuten

In Jamaika gibt es immer weniger Orte, die man als echten „Geheimtipp“ durchgehen lassen kann. Einer davon ist unserer Meinung nach das Firefly Estate, welches sich Autor und Schauspieler Sir Noël Coward als zweites Refugium in Jamaika schuf. Von grossen Touristenmassen bleibt man hier verschont, die Anfahrt ist für Busse kaum zu bewältigen. Zwar wird das Firefly Estate auf Jamaika in manchem Reiseführer erwähnt, doch kaum ein Tourunternehmen hat diesen wunderschönen Aussichtspunkt im Portfolio. Dabei ist ein Besuch beim Firefly Estate das perfekte Kontrastprogramm zum manchmal nervigen All-Inclusive-Entertainment.

DIE „SPEKTAKULÄRSTE AUSSICHT ÜBER JAMAIKAS NORDKÜSTE“

… reicht übers Meer bis zum Horizont und ist überwältigend schön. Kein Wunder, dass sich schon dazumal Sir Henry Morgan genau hier einen Ausguck errichten liess. Denn man sieht jedes Schiff schon meilenweit. „Look out“ war Noël Coward allerdings zu unromantisch. Das Haus das er Ende der 1950er Jahre errichten liess, war eher von schlichter Architektur und hatte nur ein Schlafzimmer. Coward taufte das Anwesen auf dem Hügel bei Oracabessa „Firefly“ – der vielen Glühwürmchen wegen, die hier im Dunkeln ihre leuchtenden Liebessignale aussenden.

Wenig verwunderlich, dass dieser Ort Besucher magisch anzog. Noël Coward bekam öfter Gäste wie Eroll Flynn und seinen Freund und Schriftstellerkollegen Ian Fleming und die mit beiden befreundete Blanche Blackwell. Sogar die Queenmum soll sich zum Lunch die Ehre gegeben haben. Und wie um dieses Ereignis zu unterstreichen, gibt es beim Rundgang durch das Haus einen schlicht aber schön gedeckten Tisch zu bestaunen, an dem „Ihre Majestät“ gespeist haben soll.

TIPP FÜR DIE ANREISE:
Firefly Estate lässt sich prima als Zwischenstopp von Ocho Rios nach Port Antonio einbauen.

Es liegt 10 km östlich von Oracabessa bei Galina auf einer Anhöhe. Wenn ihr zum Navigieren Google Maps nutzt,
nehmt als Zielpunkt unbedingt „Noël Coward’s Firefly House“. Die Markierung „Firefly Estate“ ist falsch!

Heutzutage geben sich hier kaum noch Stars die Klinke in die Hand, das Haus ist jetzt ein musealer Zeuge von Cowards Leben und Schaffen auf Jamaika. Bei der Führung durch sein Arbeitszimmer, das Studio sowie das Musikzimmer spürt man die Anwesenheit Noël Cowards. Alles wirkt, als wäre er nur mal eben „außer Haus“. Noël Coward liebte sein Firefly, hier fühlte er sich wohl. In sein Tagebuch schrieb er:

„Firefly hat mir die wertvollste Wohltat von allen gegeben:
Zeit zum Lesen und Schreiben und Nachdenken und um meinen Geist zu ordnen …
Ich liebe diesen Ort, er verzaubert mich zutiefst. Was auch immer mit dieser albernen Welt passiert, hier wird wahrscheinlich nicht viel passieren.“

Coward starb am 26. März 1973 im Alter von 73 Jahren in Firefly an einem Herzinfarkt und ist in der Nähe der Stelle, an der besonders abends oft saß, unter einer Marmorplatte im Garten begraben. Seine Statue – geschaffen von Angela Connors -sitzt heute noch dort und schaut – mit einer Zigarre und einem Drink in der Hand – entlang der üppig grünen Küste aufs Meer hinaus.

Sein Lebensgefährte Graham Payn schenkte 1978 das Firefly Estate dem Jamaica National Heritage Trust. Wie es leider so oft in Jamaika passiert, wurde auch aus Geldmangel nicht für den Erhalt von Firefly gesorgt und es verfiel zunächst. Schließlich kaufte Chris Blackwell (Blanche’s Sohn) das Anwesen und gab ihm seinen früheren Glanz zurück. Blackwell sorgt bis heute für den Unterhalt des Firefly Estate. Ein Großteil der Innenausstattung des Hauses gehört jetzt dem Jamaica National Heritage Trust und der Noël Coward Foundation.

EINATMEN, AUSATMEN UND DIE WEITE GENIESSEN

Die Tour durch Noël Cowards Wohnhaus kostet aktuell (03/2022) 2000 JMD pro Person und dauert zwischen 15 und 30 Minuten. Danach kann man – solange man möchte – den Blick über die Bucht von Port Maria schweifen und die Eindrücke sacken lassen. Es ist fast so unreal  ruhig hier, dass man glaubt, in der Ferne das Meer rauschen zu hören.

Extratipp für das Firefly Estate in Jamaika: Rita und Jo, die uns diesen schönen Ort gezeigt haben, nehmen sich gern ein Picknik mit. Auf dem weichen, gepflegten Rasen läßt es sich mit einer Decke oder einem Tuch prima sitzen. 

Dort wo einst die Steinhütte stand, die als Ausguck für den Piraten Henry Morgan diente, wartet heute ein Restaurant mit kleinem Souvenirshop auf Besucher. Zu Noël Cowards Zeiten gab es hier eine Bar für seine Gäste. Als wir beim Firefly Estate waren, haben wir uns dort ein Erfrischungsgetränk gegönnt und die Aussicht genossen.

TOUREMPFEHLUNGEN VOM FIREFLY ESTATE

Absolut lohnenswert ist ein Besuch bei der ca halbstündig entfernten Sun Valley Plantation. Hier werden bis heute Kokosnüsse angebaut und bei einer Führung durch den Obstgarten erfährt man viel über das, was sonst noch so auf Jamaika wächst. Es darf probiert werden, was gerade reif ist.

Ebenfalls in der Gegend ist „Goldeneye“, das ehemalige Anwesen von James-Bond-Schriftsteller Ian Fleming. Es gehört ebenfalls Chris Blackwell und bietet heute hochpreisige Ferienunterkünfte an. Ohne Buchung aber ganz offiziell könnt ihr auf das Gelände, wenn ihr eine Reservation zum Lunch oder Dinner in der Bizot-Bar habt. Schaut dazu auch gerne in unseren Blogpost „In fast geheimer Mission – Unterwegs in Oracabessa“ .

Uns hat der Ausflug zum Firefly Estate sehr gefallen und wir verstehen, warum es einer der Lieblingsplätze von Rita und Jo in Jamaika ist. Übrigens sind die Beiden sehr herzliche Gastgeber, sprechen auch Deutsch und ihr Bed & Breakfast „Rita’s Home Away From Home“ bei Ocho Rios ist ideal für Ausflüge gelegen. 

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Instagram – Inspirationen, Wissenswertes und Tipps für Jamaika in deutscher Sprache findet ihr bei @jamaika_zum_anfassen oder bei @touchinjamaica  

Kategorien:DIE SCHÖNSTEN AUSSICHTEN, JAMAIKA ENTDECKENSchlagwörter:, , , , ,

Was meinst du dazu?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: