A wie Autofahren auf Jamaika ODER Topfschlagen im Minenfeld


Warum Autofahren auf Jamaika wie Topfschlagen im Minenfeld ist? Egal, wohin man ausweicht, EIN Schlagloch trifft man immer! In diesem Beitrag fassen wir unsere ersten eigenen Erfahrungen mit den jamaikanischen Verkehrsverhältnissen zusammen.

Einigermassen gute Strassen gibt es nur auf dem Aussenring von Negril bis etwa Port Antonio. Auch der brandneue Highway 2000 von Ocho Rios nach Kingston ist gut und die T1 von Kingston nach May Pen, allerdings muss man Maut bezahlen.
Fehlende Orts- bzw. Hinweisschilder, lebendige Verkehrshindernisse sind Normalität auf Jamaika. Das Meiste, was man ausserhalb von Montego Bay oder Kingston Jamaika «Strasse» nennt, sind nämlich bessere Feldwege, die man vor 60 Jahren mal asphaltiert hat, ohne anscheinend für einen gescheiten Untergrund zu sorgen. Die Zeit, das Wetter und natürlich auch der Verkehr sind solchen «Make-up»- Methoden nicht gerade zuträglich und so präsentiert sich die Infrastruktur überwiegend als «Loch-an-Loch-und-hält-doch». Eine durch und durch rumplige Erfahrung, besonders in den Bergen. Dort kommt zum Strassenzustand und der Enge noch dazu, dass rechts der Berg und links das Nichts ist. Ohne Leitplanke. Oftmals kamen uns aus uneinsehbaren Kurven überraschend (weil vorher nicht gehupt) Gefährte mit halsbrecherischer Geschwindigkeit entgegen, welche Lars vor die knifflige Aufgabe des „Ausweichens-aber-wohin-?“ stellten.

Alles klar mit „Rent A Car“

Überhaupt- Wenn es auf Jamaika einen TÜV gäbe, wären nur 3 Sachen wichtig: nämlich, dass die Bremsen und die Hupe funktionieren und dass die Stossdämpfer in Schuss sind. Da sind wir auch schon beim Thema «Mietwagen», den wir über AVIS im Voraus reserviert hatten. AVIS ist zwar nicht die billigste Autovermietung auf der Insel, bietet aber einen sehr guten Versicherungsschutz ohne Selbstbehalt und mit Pannenservice. Letzteren mussten wir nie in Anspruch nehmen. Die Abholung am Tag nach der Anreise hat gut funktioniert. Wir haben einen Wagen der Kategorie bekommen, die wir bestellt hatten, es war ein grauer TOYOTA RAV 4. Echt eine leistungsstarke und komfortable Kutsche, an die man sich gewöhnen könnte. Wir waren im Reiseverlauf sehr oft dankbar, dass wir so ein «Schiff» hatten. Dass es ein Mietwagen ist, war schlauerweise nicht zu erkennen.

Links vor Rechts oder wie jetzt?

So rollten wir also «vom Hof» des am Flughafen in MoBay befindlichen AVIS- Stützpunktes und Lars machte seine ersten Erfahrungen mit dem Linksverkehr auf Jamaika. Jetzt fragen sich Einige vielleicht: «Häähhh…Wieso Linksverkehr?» Tja, daran sind wohl die Engländer Schuld, deren Kolonie Jamaika knapp 300 Jahre bis zur Unabhängigkeit 1962 war. Gut, dass unsere ersten Wege uns über den besser ausgebauten Aussenring in Richtung Ocho Rios führten, so konnte sich Lars erstmal an die ungewohnte Fahrerperspektive gewöhnen. Die Höchstgeschwindigkeit auf Jamaika beträgt 80 km/h, in Ortschaften 50 km/h, an die sich aber kaum ein Jamaikaner hält, obwohl die Polizei Radarkontrollen durchführt. Da Lars aber immer ein korrekter Fahrer ist, haben uns die schmucken Officer/innen stets freundlich lächelnd durchgewunken. Die Jamaikaner hingegen haben uns oft hinterrücks angehupt- ob aus Freundlichkeit oder weil sie es eilig hatten, konnten wir nicht eruieren. Eine allgemein verbindliche Regelung an gleichrangigen Strassen wie bei uns gibt es übrigens nicht, wo die Vorfahrt nicht durch „Give way“-Verkehrszeichen geregelt wird, fährt man lieber umsichtig und achtet auf die Hand-oder Hupzeichen der anderen Autofahrer.

Nachtfahrten auf Jamaika und ihre Tücken

Die erste «Nachtfahrt» musste Lars recht bald nach unserer Ankunft bewältigen, obwohl wir nicht wirklich nachts fahren wollten. Aber weil niemand eine Taxi-Nummer wusste und wir den Route-Taxis im Dunkeln nicht trauten, musste doch wieder der Privatchauffeur «dran glauben». Wir wissen jetzt, warum Jamaikaner auch im Dunkeln Sonnenbrillen tragen. Sie fahren NUR mit Aufblendlicht, was echt anstrengend ist. Anstrengend waren auch die heimtückischen Schlaglöcher, die nachts an schattigen Strassenrändern auf unschuldige und unerfahrene Touristenautos lauern. Auch unbeleuchtete Menschen und Tiere am Strassenrand haben uns oft einen Schrecken eingejagt. Nach der zweiten Nachtfahrt hatten aber all diese Dinge ihren Schrecken verloren. Sie führte uns in die bergige Gegend um Steer Town, wo wir eine Freundin vom Abendessen heimbrachten. Auf der Fahrt mussten wir einigen riesigen, hupenden, uns blendenden Trucks ausweichen, die getreu dem Recht des Stärkeren uns keinen Meter schenkten.

Mach’s einfach wie die Jamaikaner

Nach einer Woche fuhr Lars dann schon fast wie ein Jamaikaner. Ein bisschen frech und ein bisschen «auf Gott vertrauend», dass schon nichts passieren würde. So wie sie fahren, so parken sie auch. Gerne in zweiter Reihe und da, wo eben Platz ist. Wir haben je nachdem genauso geparkt. Oder einfach unser Auto auf einem Parkplatz am Geschäft, Imbiss, Tankstelle usw. stehen gelassen und sind von dort gelaufen, wo wir hinwollten. Gekostet hat das meist nix, ausser wenn ein geschäftstüchtiger Jamaikaner unser Auto entweder geputzt hatte oder ein anderer auf ein Trinkgeld für das Rauswinken aus kniffligen Parksituationen hoffte.

Apropos Tankstelle- da der Tank gross genug war und Lars immer ein Auge darauf hatte, hatten wir über die gefahrene Distanz von 1779 km nie das Problem eine Tankstelle finden zu MÜSSEN. Ausser wenn wir Eis für unsere Kühlbox brauchten. Die meisten Tankstellen auf Jamaika bieten Tankservice an: hilfreiche Herren oder Damen, die nach Wunsch das Auto betanken und auch Reinigung der Frontscheiben anbieten. Bezahlt wird direkt bei ihnen und sie freuen sich, wie jeder Jamaikaner, über ein angemessenes Trinkgeld. Je nach Lage der Tankstelle kostete der Liter Benzin 140-150 JMD (02/2018). Das Fahren in den Städten war übrigens nicht so schwierig, wir sind ja aus Basel viele Einbahnstrassen schon gewöhnt. Am Erstaunlichsten war, dass das Fahren in Kingston am Einfachsten zu sein schien und Lars dabei fast entspannt wirkte. Und noch ein Kuriosum: Die Ampeln, die man zu beachten hat, stehen HINTER der Kreuzung.

Falls ihr euch also für einen Mietwagen entscheiden solltet, um durch Jamaika zu reisen wünschen wir euch : Allzeit gute Fahrt!

Mitreisen könnt ihr auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Kategorien:JAMAIKA- ABCSchlagwörter:, , , , , , , ,

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: