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Cranberry Water, Jelly & Red Stripe – Beliebte Durstlöscher und Getränke in Jamaika

Blogbeitrag über die Trinkkultur in Jamaika.
Lesezeit: 13 Minuten

Die beliebtesten Durstlöscher und Getränke in Jamaika

Was trinken Jamaikaner eigentlich am liebsten? „Rum natürlich!“ kommt wie aus der Pistole geschossen die Antwort. Klischees sind wohl echt nicht tot zu kriegen … Doch wie löschen Jamaikaner wirklich ihren Durst? In diesem Blogbeitrag über die beliebtesten Getränke in Jamaika erfährst du nicht nur, was man auf der Karibikinsel gerne trinkt. Wir verraten dir auch, wo du hinter das Geheimnis einiger dieser flüssigen Schätze kommst.

Beginnen wir am besten gleich mit dem liebsten Heissgetränk der Jamaikaner: dem Tee.

It’s Tea-Time – Jamaikas populärste Heissgetränke

Ein Heissgetränk am Morgen ist in Jamaika „Pflicht“. Die Trinkkultur in Jamaika ist stark von den Briten geprägt. Morgens, mittags und abends auch Zwischendurch – Tee geht auf Jamaika immer. Lemongrass aka Fevergrass, Ginger, Sorrel, Peppermint, Cerassee sind gängige Sorten. Allerhand Leiden werden mit Tee kuriert, so verspricht der leicht bittere Cerassee-Tea Linderung bei Bluthochdruck. Er soll zur Senkung des Cholesterinspiegels und zur Reinigung des Blutes beitragen und gegen Diabetes helfen. Die Blätter der Soursop helfen der Verdauung, senken den Blutdruck, hemmen Entzündungen und beruhigen ausserdem die Nerven. 

Ebenfalls ein Heissgetränk ist der sogenannte Chocolate Tea, welcher aus Kakaobällchen in heisser Milch oder Wasser mit Gewürzen verfeinert hergestellt wird. „Chaklit Tea“ kann man in etwa mit unserem Kakao vergleichen. Ähnlich sind Milo und Ovaltine – malzhaltige Getränkepulver mit Schokoladengeschmack – die normalerweise mit Milch, heißem Wasser oder beidem angemischt werden.

Jamaica Blue Mountain – Das Geheimnis richtig guten Kaffees

In puncto Getränke ist Jamaika ausser für Rum noch für eines berühmt: Einen der edelsten Kaffees der Welt. Leider ist der „Jamaica Blue Mountain“ auch eine der teuersten Kaffeesorten. So verwundert es nicht, dass viele Jamaikaner gar nicht bis selten Kaffee trinken. Keine Sorge – in den Hotels und Resorts der Insel gibt es Kaffee, manchmal sogar den berühmten Inselkaffee. Das Geheimnis des „Jamaica Blue Mountain Coffee“ können Kaffeeliebhaber bei einer Kaffeeplantagen-Tour in den landschaftlich reizvollen Bergen Jamaikas ergründen. Tipps für Kaffeetouren in Jamaika findet ihr im Link am Ende des Beitrages.

Noch ein Tipp: Wenn ihr irgendwo unterwegs oder im Café oder Restaurant einen Kaffee wollt, dann bestellt ihn ausdrücklich ohne Milch. Meistens wird gezuckerte Kondensmilch zugefügt und man schmeckt nur noch Zucker. Nach „richtiger“ Milch zu fragen, ist natürlich auch eine Option, jedoch selten zielführend. Cafés, ähnlich wie denen, wie wir sie kennen, gibt es in Jamaika höchstens in den Grossstädten.

Wasser frisch aus der Quelle – Durstlöscher Nr.1 in Jamaika

Jamaika trägt nicht ohne Grund den Beinamen „the land of wood and water“. Zahlreiche reine Quellen sprudeln in den Bergen. Das reine Wasser wird aufbereitet und gewerbsmässig abgefüllt. Als „Wata“, „Catherine Peak“, „Life Span“, „876 Blue Mountain Spring Water“ u. A. steht es dann in den Regalen der Supermärkte oder wird an Strassenständen direkt aus Kühlboxen an durstige Kehlen verkauft.

Im Alltag löschen viele Jamaikaner ihren Durst mit Wasser, z.B. mit dem sehr beliebten aromatisierten Cranberry-Water. Sprudelwasser ist in Jamaika sehr teuer. Wenn, dann gibt es sowas in grösseren Supermärkten oder feineren Restaurants. Eine preiswertere Alternative zu Wasser mit Kohlensäure ist in Jamaika „Schweppes Soda“. 

In manchen Restaurants und auch oft in All-Inclusive-Hotels gibt es Leitungswasser (Tap Water) mit Eis gratis. Wer es nicht von anderen Reisezielen gewohnt ist, wird sich erst mal wundern: In den meisten Resort-Hotels auf Jamaika gibt es nämlich gewohnheitsmässig zu jeder Mahlzeit Wasser dazu. Immer wieder werden die Gläser aus einer Karaffe mit Eiswasser aufgefüllt. Auch viele Restaurants bieten – oft sogar gefiltertes – „free tap water“ an. Die Jamaikaner sind sehr stolz darauf, dass Jamaika eines der saubersten Leitungswasser in ganz Zentralamerika hat.

Das Leitungswasser in den Touristenzentren ist also absolut trinkbar. Anders hingegen kann es in einfacheren Unterkünften auf dem Land in Jamaika aussehen. Am besten fragt ihr euren Gastgeber, ob das Leitungswasser safe ist. Eine weitere Möglichkeit wäre, Wasser vor dem Trinken abzukochen.

Diabetes ahoi! Süsse Getränke in Jamaika

Leider zählen auch übersüsste Softdrinks zu den favorisierten Getränken in Jamaika. „Bag Juice“ aka Suck-Suck sind nicht nur bei jamaikanischen Kindern der Renner. Sie sind in Plastiktütchen abgefüllt und werden meist halbgefroren als Wassereis genossen. In die gleiche Richtung geht Sky Juice, was aus frisch von einem Eisblock geschabtem Eis besteht, welches mit verschiedenen Sirups übergossen wird. Oft werden solche Erfrischungen von Strassenhändlern verkauft.

Auffällig bunt gefärbte Softdrinks gibt es in verschiedenen fruchtigen Geschmacksrichtungen. Beispielsweise Ananas, Traube oder Fruitpunch. Die Sorten Cola Champagne (oder einfach Kola) und Cream Soda bedürfen einer gesonderten Erklärung. Cola Champagne hat nämlich weder mit Kola noch mit Champagner zu tun. Es sieht Orangenbrause täuschend ähnlich, schmeckt in Jamaika aber ein bisschen nach Kaugummi. Cream Soda sieht aus wie Sprudelwasser, der Geschmack erinnert an verwässertes Vanilleeis und es ist ebenfalls süss.

Jamaika ist übrigens Pepsi Country, es gibt aber auch Coca Cola und andere uns bekannte gesüsste Softdrinks der Marke zu kaufen. Sie schmecken allerdings nicht ganz gleich wie wir es von daheim kennen.

Sprudelnde Grapefruit im Glas – A Jamaican „Ting“

Ein weiterer Softdrink Hersteller in Jamaika ist „Desnoe & Geddes“, welcher auch das in Jamaika allseits beliebte Getränk „Ting“ entwickelte, welches heute von PepsiCo in Kingston vertrieben wird. Ting ist eine „lebendige Mischung aus prickelndem Wasser und der subtilen Süße der Grapefruit und einem Spritzer jamaikanischer Sonne“. So jedenfalls bewirbt der Hersteller die lecker-spritzige Pampelmusenbrause. Als „Geheimwaffe jeden Barkeepers“ darf Ting in keiner Bar in Jamaika fehlen.

Desnoe & Geddes produziert ebenfalls das alkoholfreie Malzgetränk „Malta“, Old Jamaica Ginger Beer und das beliebte „Red Stripe“ Bier, zu dem wir später im Beitrag noch mehr erzählen.

Nix für „Softies“: Ginger Beer und Malta – Made in Jamaica

Jamaikaner lieben auch bei Getränken Kombinationen wie süss mit würzig. Ein gutes Beispiel dafür ist Ginger Beer, was traditionell durch Fermentation von Ingwerwurzel, Zucker und Hefe mit Wasser hergestellt wurde. Das sorgte für die natürliche Produktion von Kohlensäure, ohne dass dabei Alkohol entstand. Bei der industriellen Herstellung von Ginger Beer wird meist schon Kohlensäure zugesetzt. Man kann so auf auf die langwierige Fermentation verzichten, was Ginger Beer komplett alkoholfrei macht. Ginger Beer ist pur und kalt genossen, sehr erfrischend, scharf und würzig. Die beliebteste Ginger Beer Sorte in Jamaika ist das „Old Jamaica Ginger Beer“ von Desnoe & Geddes.

Malzgetränke wie Vita Malt oder Malta sind ähnlich unserem heimischen Malzbier, aber die Zutaten sind komplett andere. Jamaikanisches Malzbier wird aus fermentiertem Zuckerrohrsaft – gemischt mit Wasser und Hefe hergestellt. Zimt, Ingwer, Nelken, Muskatnuss, Pimentbeeren, Vanilleschoten und Kardamomkapseln sorgen für den jamaikanischen Twist. Das beliebteste Malz-Getränk in Jamaika ist Malta. Vita Malt und Malta sind alkoholfrei.

Natürlich und erfrischend – Jamaikas gesunde Durstlöscher

Weniger süss, viel gesünder und ebenfalls sehr erfrischend ist das Wasser einer gekühlten, frisch aufgeschlagenen grünen Kokosnuss. „JELLY COCONUT“ oder einfach nur „Jelly“ werden die unreifen Trink-Kokosnüsse in Jamaika genannt. Sie sind ein perfekter 2 in 1 Snack und obendrein sehr fotogen. Doch nicht nur das, mit einer Jelly Coconut tut ihr euch wirklich etwas echt Gutes. Im Kokosnusswasser und Gelee sind wichtige Mineralstoffe wie Eisen, Kalium, Kalzium, Natrium, Phosphor, Zink, Mangan, Selen und Kupfer enthalten. Diese gleichen den Mineralstoffhaushalt des erhitzen Körpers aus und wirken isotonisch. Eine Jelly kannst du in Jamaika am Strassenrand für um die 500 JMD kaufen.

Säfte frisch gepresst und lecker aus sonnengereiften Zutaten geniessen

Ebenfalls an Obstständen oder bei fliegenden Händlern gibt es selbst gemachte Säfte. Für diese gesunden Durstlöscher werden allerhand saisonale Früchte und Gemüse hergenommen und auf unterschiedliche Art zu Säften verarbeitet. Manchmal werden solche Säfte auch in Garküchen verkauft. Oftmals wird den Saftmischungen Limette und/oder Ingwer beigemischt.

Gleichbleibende Qualität und die Auszeichnung der Inhaltsstoffe darf man allerdings höchstens bei kommerziellen Herstellern wie „Tru Juice“ erwarten. Tru-Juice ist eine Marke des jamaikanischen Unternehmens „Trade Winds Citrus Limited“, welches in Bog Walk in Jamaika Getränke produziert. „Tru Juice“ garantiert 100 % Saft ohne Zuckerzusatz und das Geschmackserlebnis „wie hausgemacht“.

Alkoholfreie Getränke-Spezialitäten, die du in Jamaika probieren solltest

Die Auswahl an Getränken in Jamaika mag dir bisher nicht sonderlich aussergewöhnlich erscheinen. Darum stellen wir in diesem Beitrag auch ein paar flüssige Spezialitäten der Insel vor. Hast du schon mal von „Sorrel“ gehört? Dieses Getränk ist in Jamaika besonders zur Weihnachtszeit beliebt und wird Gästen als erfrischender Aperitif und Durstlöscher serviert. Sorrel (oft auch Sorreldrink genannt) wird aus den Blüten der Roselle gewonnen. Die Kelche dieser Hibiskusart werden in den letzten Monaten des Jahres geerntet und dann überall auf der Insel frisch auf Märkten angeboten.

Sorreldrink ist angenehm säuerlich und erfrischend. Zimt und Piment geben dem tiefroten Getränk einen Glühwein-Touch. Sorrel wird aber immer kalt gereicht und für Erwachsene oft mit Rum oder Red Label Wine gemischt. Sorrel ist übrigens ein perfektes Sommergetränk. Mit unserem Rezept für Sorreldrink bist du der Star auf jeder Sommerparty!

Jamaikanisches Wundermittel für die Manneskraft: Irish Moss

Dieses Getränk mögen in Jamaika nicht nur Männer. Die Hauptzutat ist ein echtes Superfood: Irish Moss ist eine Algenart, welche reich an Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Mineralstoffen ist. Sie soll den Blutdruck, den Cholesterinspiegel senken, das Risiko von Herzerkrankungen verringern und ausserdem die Manneskraft stärken, sind die Jamaikaner überzeugt. Irish Moss stellt man her, indem man zunächst aus den Algen ein Gel gewinnt, welches man dann üblicherweise mit gesüsster Kondensmilch, Vanille und Muskat fein verblendet.

Irish Moss – die Algenart – wird in Jamaika meistens getrocknet und verpackt auf Märkten und an Strassenständen angeboten. Wir haben es auch schon in einigen Souvenirshops oder im Supermarkt gesehen. Das Getränk Irish Moss (auch Sea Moss) kann man aber in Jamaika auch schon fertig kaufen, was als spezielles Mitbringsel wohl eher taugt.

Peanut Punch – Die jamaikanische Mahlzeit zum Trinken

Jamaika hat eine Vielfalt von kalorisch gehaltvollen Getränken zu bieten, die schon mal eine ganze Mahlzeit ersetzen können. Ein gutes Beispiel dafür ist Peanut Punch, welcher alleine durch die enthaltenen fein gemahlenen Erdnüsse schon sehr sättigend sein dürfte. Peanut Punch ansich ist nicht nur in Jamaika ein populäres Getränk. Das Spezielle am Jamaican Peanut Punch ist, dass man den Blend aus Erdnüssen, Kondens- oder Kokosmilch, Vanille und Gewürzen oft noch mit Dragon Stout oder Guiness ergänzt. Erdnusspunsch ist cremig und süß und in Jamaika nicht schwer zu finden. Die meisten Straßenverkäufer verkaufen ihn in Tüten oder Plastikbechern, aber auch in Supermärkten ist Peanut Punch erhältlich und steht in einigen Restaurants und Bars auf der Karte.

Von Red Stripe bis Rumcocktails – Alkoholische Getränke in Jamaika

Zurück zum Klischee und ran an den Rum! Natürlich trinken Jamaikaner auch Rum, wenn sie es sich leisten können. Alkohol ist ein Luxusgut, auch wenn die Karibik als das Rumparadies schlechthin gilt. Und mal ehrlich – was wäre ein Karibikurlaub, ohne einen gehaltvollen Rumcocktail? Ausser aus Zuckerrohr Rum zu destillieren können jamaikanische Braumeister tatsächlich auch ziemlich gutes Bier brauen. In den Bars der Insel ist nämlich nicht Rum, sondern Bier das meist verkaufte Getränk in Jamaika.

Erfrische dich mit dem süffigen Inselbier Red Stripe

RED STRIPE (4.7 ‰) ist der absolute Touristen-Favorit der leichteren alkoholischen Getränke in Jamaika. Jamaikaner sind sehr stolz auf ‚ihr‘ Red Stripe und auch wir lieben diese süffige jamaikanische Hopfenkaltschale extrem. Das bernsteinfarbene Bier mit der milden Würze und seinen subtilen Malzaromen ist leicht trinkbar und darum bei vielen Frauen beliebt. Red Stripe gibt es auch als Lightversion (3.6 ‰) oder aromatisiert als Lemon, Sorrel, Apple oder Melone (alle 3.4 ‰).

Neben dem von Desnoe & Geddes in Kingston gebrautem berühmten Red Stripe wird auch HEINEKEN getrunken. Die niederländischen Bierbrauer übernahmen 2015 die Aktienmehrheit von Desnoe & Geddes und brachten um 2018 herum ihre Version des jamaikanischen Inselbieres auch nach Europa. In Jamaika enthält Red Stripe Cassava-Stärke, die in Europa weggelassen wird. Dadurch schmeckt es definitiv anders, als in Jamaika und hebt sich geschmacklich nicht sonderlich von den Lagerbieren des deutschsprachigen Raumes ab.

Jamaikas bestgehütetes Biergeheimnis – Die Flasche mit dem Drachen drauf

Bei denen, die ein eher kräftigeres Bier mit mehr Umdrehungen bevorzugen, stehen GUINNESS und DRAGON STOUT hoch im Kurs. Das kräftige Stout Pilsener, das mit kräftigem Gerstenmalz und braunem Zucker in Kingston gebraut wird ist eines der Getränke, welches man in Jamaika probieren sollte. Viele Menschen mögen dieses dunkle Stout wegen seines unverwechselbaren Rauchgeschmacks. Der Alkoholgehalt von Dragon Stout beträgt etwa 7,5 ‰. Das ist etwa doppelt so viel Promille, wie im Red Stripe.

Mit diesem Promillegehalt gilt das jamaikanische Dragon Stout ansich bereits als Starkbier und wird nur noch durch das Dragon Stout „Spitfire“ getoppt, welches mit 10 Volumenprozent schon den Alkoholgehalt von Wein aufweist.

Alkoholfreies Bier ist in Jamaika übrigens noch kaum verbreitet.

Ein Gläschen in Ehren …Tipps für Weinliebhaber in Jamaika

Jamaika ist nicht als ausgesprochenes Wein-Land bekannt, denn edle Reben mögen zwar die Sonne, haben’s aber gern trocken. Ideale Bedingungen für den Weinanbau sind in tropischen Graden schwer zu finden, trotzdem werden in Jamaika schon hier und da Weintrauben angebaut. Da die Erträge aber bisher keine rauen Mengen ergeben, steckt die Weinherstellung in Jamaika noch so ziemlich in den Kinderschuhen. In den Supermarktregalen findet man darum ausschliesslich ausländische Weine, welche entsprechend teuer sind.

Auch in Restaurants ist das Gläschen Wein zum Essen entsprechend kostenintensiv. Wenn Wein auf der Getränke-Karte in Restaurants auf Jamaika steht, dann ist das meist Pinot (Grigio und Noir), Cabernet (Sauvignon und Blanc) oder Chardonnay. In den meisten All Inclusive Hotels wird eine Art Hauswein ausgeschenkt, der zwar trinkbar ist, aber selten von guter Qualität. Der hohe Sulfit-Anteil solcher Weine kann bei empfindlichen Weingeniessern nach nur zwei Gläschen schon einen heftigen Kater verursachen.

Wein oder nicht Wein? Obstwein und weinähnliche Getränke in Jamaika, die man kennen sollte

Jamaika hat eine Fülle süsser Früchtchen zu bieten, in manchen jamaikanischen Haushalten wird darum auch Fruchtwein gemacht. Ananas, Mango, und Soursop dürfen hier bis zur Reife Sonne tanken und geben perfekte Grundzutaten für hausgemachte Obstweine her. Sorrel, Ingwer und Zuckerrohr und sogar die kleinen, kirschähnlichen Früchte des Pimentbaumes eignen sich zur Weinherstellung auf dem eigenen Yard

Red Label Wine – Jamaikas Lieblingswein

J.Wray and Nephew sind eher für Rum bekannt, als für Wein, stellen aber seit den 1970ern den meistverkauften Wein Jamaikas her: Red Label Wine ist ein preisgünstiger Likörwein aus Trauben mit unverwechselbarem Geschmack. Die Aromen reichen von kandierten Beeren, Marzipan, Rosinen über Muskatnuss und Zimt bis zu einem Hauch dunkler Schokolade. Mit diesen sehr weihnachtlich anmutenden Geschmacksnoten ist der Red Label Wine eine fast unentbehrliche Zutat für den Christmas Cake. Regelmässig kommt es um die Vorweihnachtszeit darum zu Lieferschwierigkeiten für Red Label Wine im In- und Ausland.

„Wine dat ting“- Was Magnum Tonic Wine mit Dancehall zu tun hat

Magnum Tonic Wine ist mehr als nur ein Getränk in Jamaika – er ist ein kulturelles Phänomen. Die Zutaten sind nicht haargenau herauszufinden, weichen jedoch weit von dem ab, was man als „Wein“ bezeichnen dürfte. Die Zusammensetzung des Magnum Tonic Wine ist eine Mischung aus Grapefruitsprudel, Kräutern, Wurzeln und Gewürzen mit Vigorton2. Vigorton2 ist eine Art Eisenelixier (ähnlich Floradix Kräuterblut) und wird zur Stärkung eingesetzt. Magnum Tonic Wine ist sirupartig süß mit einem ausgeprägt künstlichen Kirschgeschmack und dass er auf satte 16.5 ‰ kommt, nimmt man beim trinken nicht wahr.

Die kleine 200 ml Flasche wurde ursprünglich 1999 in der Dancehall-Szene Jamaikas eingeführt und ist heute noch genauso ikonisch wie damals. Magnum Wine ist seit 2007 der Hauptsponsor für Jamaikas erste im Fernsehen übertragene Dancehall-Show „The Magnum Kings & Queens of Dance Hall Competition“. Die Verknüpfung mit der Dancehall-Kultur und die Behauptung, Magnum Tonic Wine würde aphrodisierende Wirkung haben, hat das Getränk in Jamaika populär gemacht.

Roots Wine / Roots Tonic – Zurück zu den Wurzeln der Gesundheit

Roots Wine oder Roots Tonic sind in Jamaika beliebte, gesundheitsfördernde Getränke, hergestellt aus Rinde, Wurzeln oder Blättern von wild wachsenden Kräutern und Heilpflanzen. Sie enthalten oft Honig oder Melasse und gelten als natürliche Stärkungsmittel für die ganze Familie, besonders auf dem Land. Diese fermentierten, leicht sprudelnden Getränke enthalten typischerweise weniger als 5% Alkohol. Ihre kulturhistorischen Wurzeln reichen bis zur afrikanischen Herkunft der jamaikanischen Bevölkerung und dem überlieferten Wissen der Taino, die unter den Maroons in den Bergen überlebten.

Das Wissen um Kräuter und Pflanzenheilkunde wurde über Generationen weitergegeben, auch durch die Rastafari. Roots Wine / Roots Tonic werden oft an Straßenständen, auf Märkten oder in kleinen Shops verkauft. Neben hausgemachten Varianten gibt es auch industriell hergestellte Root Drinks, wie z.B. „Baba Roots“, die in der Dancehall-Szene populär sind. 

Das flüssige Gold der Karibik – Probiere die ausdrucksstarken Rums in Jamaika

Woher kommen die besten Rums der Welt? Uns darfst du sowas genauso wenig fragen, wie die Jamaikaner. Dreimal darfst du raten, wie die Antwort lautet … Die Welt der Rums ist spannend, doch uns schmecken die aus Jamaika eben am besten. Kräftig, würzig, mit Charakter, „… definitiv eine andere Liga als Bacardi und Havanna Club“. So hat mal jemand seinen ersten Schluck echten Jamaika-Rum beschrieben – und den tollen Worthy Park prompt stehen lassen. Eigentlich kein Wunder, denn viele Abfüllungen im heimischen Supermarkt, die den Gaumen der Mainstream-Rumtrinker schmeicheln, sind „spiced“ und darum auch nur „Spirituosen auf Rumbasis“.

Auch wir kannten vor unserer ersten Jamaikareise nichts anderes. Mittlerweile bevorzugen wir jedoch die „echten“ Jamaikarums, die die Insel bis zur Abfüllung nicht verlassen haben. Nur so kann man nämlich sicher sein, dass der typische Charakter jamaikanischer Rums nicht durch irgendwelche Beimengungen verfälscht wird.

Mal ein bisschen Rum probieren  – Tipps für geführte Rumtouren in Jamaika

Rumtouren sind in Jamaika unter den nachgefragtesten Aktivitäten. Wie man aus Zuckerrohr erst Molasse gewinnt und dann das Gold Jamaikas destilliert, ist nicht nur für Spirituosen-Fans interessant. Bis 2016 musste man dafür noch die Anreise nach Appleton im Nassau Valley im Süden der Insel in Kauf nehmen. Besonders von Norden her ist dieser Ausflug eine tagesfüllende Angelegenheit. Allerdings ist die „Joy Spence Appleton Estate Rum Experience“ sozusagen die Mutter der Rumtouren in Jamaika und – trotz einiger Änderungen – immer noch so interessant, wie vor 10 Jahren. Charmanter, umfassender und vom Norden oder Kingston aus besser erreichbar finden wir die Rumtour auf dem Worthy Park Estate im Lluidas Vale. Hier hat man sogar die Chance, Manager oder Masterblender anzutreffen. Kennern hochprozentiger Spirituosen legen wir die Hampden Estate Rumtour im Hinterland zwischen Montego Bay und Falmouth ans Herz.

Erlebe typisch jamaikanische Rumkultur in einer Rumbar

Guter Rum ist – wer hätt’s erwartet – auch in Jamaika ziemlich teuer, zumindest im Verhältnis zum Einkommen gesehen. Gängige Rumsorten, welche man in nahezu jeder Bar in Jamaika erwarten kann, sind Rumbar (Worthy Park) und Kingston 62 (Appleton). Beide werden in einer weissen und goldenen Variante verkauft, beide Hersteller haben auch einen Overproof im Angebot. Wenn man als Tourist in Jamaika einen Rum pur bestellt, wird man sofort als Kenner identifiziert.

Wenn Jamaikaner sich mal einen Rum gönnen, bevorzugen die meisten den starken, weissen „Overproof“. Der brennt aufgrund seiner 63‰ nicht nur heftig am Gaumen, den kann man sogar anzünden! J.Wray and Nephew’s Overproof hat nahezu jede Bar in Jamaika. Da jedoch auch der abgehärteste Gaumen Overproof Rum nicht pur verträgt, geniessen Jamaikaner ihn hauptsächlich gemischt. Beispielsweise mit Wasser, denn so kommt kommt das Aroma der jamaikanischen Rums besser zur Geltung.

Jamaika steht im Guinnessbuch der Rekorde. Nicht wegen Rum oder Usain Bolts Sprinterqualitäten – Jamaika hat weltweit die meisten Kirchen pro Quadratkilometer. Was das mit Rum zu tun hat? Naja, in der Nähe dieser Kirchen gibt es meistens mindestens eine Rumbar. In die verziehen sich die Herren der Schöpfung, wenn sie befinden, dem Schöpfer für diesen Sonntag genug gedankt zu haben. Die dazu gehörigen Damen haben mehr „Sitzefleisch“ und holen ihre Männer ab, wenn die Kirche vorbei ist. Also müsste es doch in Jamaika theoretisch wenigstens so viel Bars, wie Kirchen geben? Nachgezählt hat noch niemand, aber ein Grund anzustossen wäre das für die Jamaikaner sicher.

 Ein Klassiker in den Bars auf Jamaika ist Overproof mit dem Grapefruitsprudel „Ting“. Kokosnusswasser mit Rum ist vom gesundheitlichen Nutzen der beiden Getränke zwar total paradox, oft bietet man Touristen diese Kombi aber genau so an. Rum mit Cola zu mischen, ist in Jamaika relativ unüblich.

Obwohl Jamaika so tolle Spirituosen zu bieten hat, sind Cognac und Wodka wie Hennessy und Smirnoff besonders unter den Jüngeren ziemlich angesagt. Der Einfluss aus Amerika lässt sich nicht mehr länger verleugnen. 

Rumpunch oder Bob Marley – Cocktails und andere Bar-Getränke in Jamaika

Schön entspannt im Liegestuhl oder an der Bar sitzen, die Aussicht auf das türkisrauschende Meer bei einem Schirmchen-Cocktail geniessen … Genau so träumen vielen Urlauber ihren Karibiktraum. Frischfruchtige Säfte, gemixt mit den leckersten Rums der Karibik – viel kann ja da wirklich nicht schief gehen. Cocktail Nummer 1 in Jamaika ist der RUMPUNCH. Man geht davon aus, dass Rumpunsch im 19. Jahrhundert auf Jamaika entstand, darum ist Rumpunsch ein wichtiger Teil der Kultur und Geschichte der Insel. Die genauen verwendeten Zutaten können variieren, umfassen jedoch typischerweise Limette, Ananas, Orangensaft und Grenadinesirup.

Legendär – und das in zweierlei Hinsicht – ist „BOB MARLEY“. Erfunden von einem Sandals-Barkeeper in Jamaika, ist dieser Cocktail in Rastafarben unverkennbar eine Hommage an den legendären jamaikanischen Reggaestar. Typischerweise wird dieser „Slushy für Erwachsene“ aus gefrorenen Mango- und Erdbeer-Daiquiri-Schichten zubereitet. Manchmal bekommt man auch einen „Bob Marley Shot“ angeboten, der zur Krönung auch noch brennend serviert wird.

Weitere populäre Bargetränke mit Rum sind in Jamaika beispielsweise Pina Colada, Hummingbird, Dirty Banana, Mojito oder Daiquiri. Unser Favorit jedoch ist Dark & Stormy, ein Longdrink aus Ginger Beer, Limettensaft und dunklem Rum.

Nun hast du einen tieferen Einblick in die facettenreiche Trinkkultur Jamaikas bekommen, welche sowohl lokale Traditionen als auch moderne Trends widerspiegelt. Die Vielfalt der Durstlöscher und Getränke in Jamaika bietet – von gesundem Kokosnusswasser über erfrischende Fruchtsäfte bis hin zu exotischen Cocktails – für jeden Reisenden eine grosse Auswahl.

Bist du neugierig, welche typisch jamaikanischen Gerichte du unbedingt probieren solltest und möchtest mehr über traditionelles Essen in Jamaika erfahren? Dann ist unser Beitrag „Mehr als Jerk Chicken – Authentisch essen in Jamaika“ bestimmt interessant für dich. Und wie eingangs versprochen, laden wir dich noch zu den bekanntesten Kaffeetouren in Jamaika ein.

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