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Dengue, Zika, Chikungunya – Was Jamaika-Reisende darüber wissen sollten

Deguefieber in Jamaika wird durch stechende Mücken übertragen
Lesezeit: 5 Minuten

Denguefieber & Co in Jamaika – Was Reisende darüber wissen sollten

SsssSSSSSssssssSSSSSS… Mücken sind nicht nur lästig, sie übertragen auch eine Menge nette Krankheiten, wie zum Beispiel Malaria, den Zikavirus, Chikungunya, und das Denguefieber. Letzteres flammt auf Jamaika besonders nach regenreichen Wetterperioden immer wieder mal auf. Das ist nichts Neues, das gibt es immer wieder mal und ist kein Grund zur Panikmache! Trotzdem ist es wichtig, den „Feind“ zu kennen. Wir erzählen wir euch mehr über diese nicht zu unterschätzenden Infektionskrankheiten. Ausserdem teilen wir Tipps, wie ihr euch in Jamaika gegen Mücken schützen könnt.

Die guten Nachrichten zuerst: Malaria gilt auf Jamaika als ausgerottet und seit Herbst 2018 ist Jamaika wieder zikavirusfreie Zone. Auch von Chikungunya hat man lange nichts gehört. Das gefährlichere hämorrhagische Denguefieber in Jamaika ist fast jedes Jahr ein Thema. Ende 2023 war es auf der Karibikinsel wieder heftiger aufgeflammt und wurde kurzzeitig zur Epidemie heraufgestuft. So heftig, wie 2018 wurde es aber nicht.

Wie werden Denguefieber, Chikungunya und der Zikavirus übertragen? Die drei Viruserkrankungen werden alle gleich übertragen: durch Mücken. Wird ein infinzierter Wirt gestochen und die Mücke saugt sein Blut, kann sie so die Viren auf den nächsten Gestochenen. Die Hauptverantwortlichen für die Übertragung der Erkrankungen sind die Tigermückenarten Aedes aegypti und Aedes albopictu. Sie sind tagsüber sowohl draussen als auch drinnen aktiv auf Nahrungssuche. Aedes albopictu wurde auf Jamaika noch nicht nachgewiesen. Sie kommt mittlerweile aber auch im kühleren Mitteleuropa vor.

Was ist Denguefieber?

Dengue ist eine Virusinfektion, die durch vier DENV-Virustypen verursacht wird, die zur Flaviviridae-Familie gehören. 4 bis 7 Tage nach dem Stich zeigen sich grippeähnliche Symptome. Dazu gesellt sich plötzliches, in Wellen auftretendes hohes Fieber. Ausserdem kommen Schmerzen hinter den Augen, Muskel-, Gelenk- und Knochenschmerzen sowie starke Kopfschmerzen hinzu. Auch ein Hautausschlag mit roten Flecken kann auftreten. Oft jedoch verläuft die Erkrankung ohne Symptome.

Die Krankheit kann sich bis zum Dengue-Hämorrhagischen Fieber (DHF) entwickeln. Das DHF beginnt ähnlich wie das klassische Denguefieber. Allerdings verschlechtert sich der Zustand des Erkrankten nach einigen Tagen zunehmend. Der Kreislauf bricht zusammen, das Gesicht ist stark gerötet und es kommt zu inneren Blutungen, beispielsweise im Magen-Darm-Bereich. Darüber hinaus verlieren die Betroffenen stark an Flüssigkeit (Dehydratation). Bei starkem Blutdruckabfall kann es zum lebensbedrohlichen Dengue-Schock-Syndrom kommen. Das DHF äussert sich durch zusätzliche Symptome wie Bluterbrechen, Teerstuhl, schwachen Puls, kalte Haut und körperliche Unruhe. Zudem treten Hautrötungen und kleine, stecknadelkopfgrosse Blutungen auf der Hautoberfläche (Petechien) auf.

Behandlung:  Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente, am besten NUR Paracetamol. Kein Ibuprufen und auch kein Aspirin. Aspirin ist kontraprodukiv, weil es die Fliesseigenschaften des Blutes verbessert, was beim DHF wegen der auftretenden Blutungen gefährlich ist.

Bei Denguefieber NUR Paracetamol !!! – Fotoquelle: Adobe Stockphotos

Wenn man mit dem gleichen Dengue-Virus-Serotyp infiziert war, wird man gegen zukünftige Infektionen mit diesem Typ immun. Wird man jedoch später mit einem anderen Serotyp infiziert, nimmt die Immunität mit der Zeit ab, was das Risiko erhöht, das Dengue-Hämorrhagiefieber zu entwickeln. Das Denguefieber ist mit Zika verwandt.

Wie schadet uns der Zikavirus?

Die letzten Fälle von Zika in Jamaika wurden 2017 gemeldet. Auch Zika ist eine Virusinfektion, die aber in 80 Prozent der Fälle ohne Symptome verläuft. Beim Rest kommt es zu meist milden, grippeähnlichen Beschwerden. Die Inkubationszeit ist schwammig und kann von wenigen Tagen bis 2 – 3 Wochen reichen. Häufige Symptome sind ebenso wie bei Dengue auch Fieber, Hautausschlag, Muskel- und Gelenkschmerzen. Auch eine nicht eitrige Bindehautentzündung der Augen (Konjunktivitis) kann auftreten. Der Verlauf einer Zika-Erkrankung ist kurz. Nach etwa einer Woche ist es meist überstanden. Das Gefährliche an Zika sind die nicht zu unterschätzenden Komplikationen wie das Guillain-Barré-Syndrom.

Das Guillain-Barré-Syndrom kann Personen jeden Alters treffen. Es löst durch fehlgeleitete Attacken des körpereigenen Immunsystem gegen Teile des Nervensystems aufsteigende Lähmungen aus. In schweren Fällen kann auch die Atemmuskulatur und das Herz betroffen sein. In den meisten Fällen bildet sich das Guillain-Barré-Syndrome wieder mehr oder weniger vollständig zurück.

Zika kann euer Baby krank machen!

Bei Embryonen und Föten im Mutterleib, besonders im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel kann das Zikavirus zu einer Schädigung des sich entwickelnden Gehirns führen. Das kann sich als Mikroenzephalie und in weiteren Missbildungen an Kopf und Gehirn des Kindes äussern. Geistige und motorische Behinderungen können die Folge sein! Eine schwangere Frau kann Dengue auf ihr ungeborenes Kind übertragen! Es ist ebenso möglich, das Virus beim Sex zu übertragen, es sollte darum während des Aufenthaltes und bis 6 Monate nach sexuellen Kontakten in Risikogebieten mit Kondomen verhütet werden. Auch bei Zika können nur die Symptome durch Gabe von schmerzstillenden und fiebersenkende Mittel behandelt werden.

Was ist Chikungunya?

Chikungunya trat in Jamaika zuletzt 2014 besonders heftig auf. Chikungunya ist ebenfalls eine akute Viruserkrankung, die durch den CHIKV-Virus ausgelöst wird, der in 5 verschiedenen Varianten existiert. Ebenfalls wie bei Dengue und Zika kommt es 1-12 Tage nach Ansteckung zu grippeähnlichen Symptomen sowie Hautausschlägen und Gelenkschmerzen, die allerdings heftiger ausfallen können, als bei z.B. Dengue und auch oft länger anhaltende schmerzhafte Gelenkschwellungen treten auf. Chikungunya bekommt man ebenfalls mit Schmerzstillern und Fiebersenkern in den Griff.

Gegen Zika und Chikungunya gibt es weder Impfungen noch medikamentöse Prophylaxen. Gegen Dengue wurden bereits Impfstoffe entwickelt, sie allerdings nur nach bestimmter Indikation und vorheriger Abklärung verabreicht werden. Infos darüber, ob ihr für eine Impfung gegen das Dengefieber in Jamaika infrage kommt, erhaltet ihr beim Tropenmedizinischen Institut. 

Wie kann man Viruserkrankungen wie dem Denguefieber in Jamaika vorbeugen?

Die Vorbeugung gegen durch Mücken übertragbare Viruserkrankungen wie das Denguefieber in Jamaika ist so einfach, wie schwierig. Einfach, weil man sich nur gründlich und effektiv gegen Mücken in Jamaika schützen muss. Schwierig, weil es vor allem die konsequente Anwendung der richtigen Techniken zum Schutz gegen die Biester bedeutet:

– Lange, helle Kleidung tragen
– ein wirksames Mückenschutzmittel mit hohem Icaridin- oder DEET-Gehalt*, welches schon am Morgen wirklich an JEDER Körperstelle aufgetragen und nach dem Baden/Duschen unbedingt erneuert werden muss
– Moskitonetz (Mesh 200 bis 220) über dem Bett und idealerweise Insektenschutznetze an den Fenstern

Schutz vor Mückenstichen ist wichtig !!!

Was hilft ausserdem gegen Mücken in Jamaika?

Auch eine Klimaanlage kann helfen, Moskitos halbwegs fernzuhalten, wenn sie kühl genug gestellt ist. In Unterkünften mit Klimaanlage PLUS Deckenventilatoren wurden wir drinnen am wenigsten von Stechbiestern belästigt. Leider nimmt nicht jede Unterkunft diese Schutzmassnahmen gleichermassen ernst. Informiert euch daher vorher, ob ein Moskitonetz über dem Bett hängt.

Wer Platz im Reisegepäck hat, kann mit einem mobilen Moskitonetz Abhilfe schaffen. Die Dinger gibt’s sogar als Pop-Up-Modelle und für Doppelbetten. Mückenspiralen zum Anzünden sind für den Aussenbereich (Vape Mosquito Coils) auch halbwegs effektiv, um sich in Jamaika gegen Mücken schützen. Aber sie töten ausser Moskitos leider auch andere Insekten und sind mit Umsicht zu verwenden.

Wenn ihr den Verdacht habt, dass es euch erwischt hat: geht UNBEDINGT zum Arzt!
Dengue, Zika und Chikungunya sind meldepflichtig!
KEINE acetysalicylhaltigen Medikamente (Asprin) nehmen! Besser NUR  Paracetamol!!!
ASS- haltige Medikamente:
Deutschland: Acesal, Alka-Seltzer, Aspirin, Godamed, Herz-ASS, Miniasal, Togal-ASS, ASS-ratiopharm, Eudorlin
Schweiz: Alcacyl, Asa-Tabs, Aspégic, Aspirin, Aspro, Contra-Schmerz plus, Kardégic, Tiatral
Österreich: Acekapton, Aspirin, Aspro Classic, Herz-ASS, Thrombo-ASS, Togal Mono, ASS Genericon u.a.

Durch die Inkubationszeiten bei allen drei Viruserkrankungen bemerkt man die ersten Symptome leider oft erst nach der Wiederkehr ins Heimatland. Oftmals nimmt man aber eine Ansteckung gar nicht als solche wahr. Man glaubt eher, man habe sich durch die Klimaanlage im Flugzeug erkältet oder sich bei Mitreisenden angesteckt. Der Nachweis von Dengue und Chikungunya erfolgt durch serologische Untersuchungen. Der Zikavirus kann nicht ganz so einfach und oftmals nicht zu 100% nachgewiesen werden. 

Unser Fazit zu Zika, Chikungunya und Dengefieber in Jamaika

Man kann nicht immer ausschliessen, dass man gestochen wird. Jedoch kann man versuchen, sich bestmöglich gegen Mücken in Jamaika zu schützen. Meidet die Dämmerung sowohl abends, als auch morgens oder tragt vor dem ersten Rausgehen Mückenschutz auf! Wen die Biester lieben, empfehlen wir, geeigneten Mückenschutz mitzunehmen. Bei mir wirken Präparate mit viel DEET am besten. Es gibt auch in Jamaika Mückenspray, wie z.B. die Marken „Bunny Spray“ oder „Off!“ zu kaufen. Möglicherweise spielt auch die Reisezeit eine Rolle, zu gewissen Zeiten regnet es in Jamaika viel. Dies schafft durch stehendes Wasser beste Brutmöglichkeiten für Moskitos und begünstigt das Auftreten von Mücken in Jamaika. Lest darum auch unseren Beitrag über

Das Wetter in Jamaika und die beste Reisezeit

In diesem Beitrag geben wir euch

Nützliche Tipps für entspannte Jamaika-Anfänger

Nun wisst ihr ein wenig mehr über das Risiko, sich in Jamaika mit Denguefieber & Co anzustecken und wie ihr euch effektiv schützen könnt. Wir hoffen, dass ihr verschont bleibt und wünschen euch eine gesunde und tolle Zeit in Jamaika.

 

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[*DEET kann Wasserorganismen sowie das menschliche Nervensystem schädigen und ist daher NICHT zur Langzeitanwendung oder bei Kleinkindern zu empfehlen!]
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