Montego Bay – Tipps für Jamaikas „zweite Hauptstadt“


Lesezeit: 13 Minuten

MONTEGO BAY ist die Hauptstadt der Gemeinde Saint James und einer der Hauptorte in Jamaika. Mit dem Donald-Sangster-Airport und einem grossen Kreuzfahrthafen ist die Stadt in Jamaikas Nordwesten das wichtigste Drehkreuz für den Tourismus auf der Karibikinsel. Die meisten Reisenden aus den deutschsprachigen Ländern Europas landen hier und verteilen sich von Montego Bay aus auf die Hotels und Resorts an den Küstenstreifen.

In diesem kleinen Guide mit Tipps für Montego Bay werdet ihr nicht alle, aber viele lohnende Ausflugsziele und mehr Tipps für Montego Bay finden. Einige lassen sich in einem Stadtbummel zusammenfassen andere bringen euch raus aus der quirligen Stadt aufs Land und weg von der Strandliege zu schönen Aussichten.

Schriftzug "I love Montego Bay in "Grossbuchstaben vor dem Flughafen in Montego Bay.

MONTEGO BAY – MEHR ALS BEACH, DRUGS UND ROCK‘ N ROLL

Wenn man nach Ausflugszielen in Jamaika sucht, tauchen als Tipps für Montego Bay meist nur der Doctor’s Cave Beach, Pier One und der „HIP STRIP“ auf.  Mit bürgerlichem Namen heisst der Hip Strip Gloucester Ave und ist die touristische Hauptschlagader der Stadt. Hier reihen sich Souvenirgeschäfte, Hotels, Restaurants und andere Lokalitäten zur Touristenbespassung aneinander. Auch der bekannte Amüsiertempel Margaritaville und der Doctor’s Cave Beach sind auf der Gloucenster Ave zu finden. Auf dem Hip Strip steppt der Bär, hier tobt das Leben, hier wurde so mancher Reisende schon am ersten Abend über den Tisch gezogen. Seit April 2019 trägt diese Amüsiermeile in Montego Bay den Namen Jimmy Cliff Boulevard, was sich allerdings längst noch nicht eingebürgert hat.

WO GEHTS DENN HIER ZUM STRAND? – BEACHLIFE IN MONTEGO BAY

DOCTOR’S CAVE BEACH – Er gilt in Tourismuskreisen als der Top-Strand in Montego Bay. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde hier eine Art Kuranstalt – ein Bathing Club – gegründet, der den Reichen und Schönen als Erholungsort diente. Mit seinem weichen, weissen Sand zieht der Strandclub  Besucher immer noch magisch an. Und glaubt uns – die 6 USD Eintritt war er wirklich wert. In unserem Beitrag Doctor’s Cave Beach ~ St.James  könnt ihr lesen, warum der Strand direkt am Hip Strip so beliebt ist. Doch ist er seit Kurzem nicht mehr der einzige „schöne“ Strand in Montego Bay.

HARMONY BEACH PARK – Seit Mai 2021 macht er den Stränden in Montego Bay Konkurrenz. Und er ist auch wirklich attraktiv, auch wenn ihm noch ein wenig der natürliche Bewuchs und somit Schatten fehlt. Der Harmony Beach punktet ebenfalls mit weissweichem Sand, auf dem sich besonders am Wochenende viele Einheimische tummeln. Für den Eintritt im Harmony Beach Park am Ende des Hip Strip zahlt man nämlich nichts. Nur der Parkplatz ist mit 200 JMD pro Stunde kostenpflichtig. Den ganzen Tag parken kann man für 700 JMD.

Eine Promenade mit allerhand Geschäften und Snack-Pavillions verleitet die Sonnenhungrigen zum Geld ausgeben. Für die Kids gibt es einen Spielplatz, der allerdings nicht besonders schlau in der prallen Sonne angelegt ist. Gegen die Hitze hilft ein Eis der inselweit berühmten Kette Scoops, die auch als Devon House Icecream bekannt ist. Sonnenliegen und Schirme gibt’s gegen Gebühr. Montag und Dienstag ist der Strand gesperrt, der Park ist aber geöffnet.

Viel frei zugängliche Strandflächen gab es in Montego Bay Stadt nie wirklich und die, die es vor dem All-Inclusive-Boom gab, gehören jetzt zu den Resorts und Hotels. Mit dem 2021 begonnenen Umbau des Walter Fletcher Beach und der damit ebenfalls einhergehenden Sperrung des One Man aka Old Hospital Beach fallen nochmal zwei bei Einheimischen beliebte Strände vorübergehend weg. Was die Zahl der Strand-Tipps für Montego Bay noch weiter schrumpfen lässt. Trotzdem gibt es auch ausserhalb der Gelände der Resorts und Hotels in MoBay attraktive Strände, wo man besonders an den Wochenenden Jamaikaner Badefreuden frönen sehen kann.

DEAD END BEACH – Am Ende einer Sackgasse. die nördlich vom Hip Strip abzweigt, findet man den wohl letzten verbliebenen Strand in Montego Bay, der noch fast so ist, „wie früher“. Fast – denn hier merkt man sehr deutlich, dass der Anstieg des Meeresspiegels seinen Tribut fordert. Der verbliebene schmale Streifen ist gerade gut für eine kleine Abkühlung zwischendurch oder zum Feierabend. UND zum Flugzeuge gucken. Besonders zum Sonnenuntergang ist der Dead End Beach ein toller Fotospot und entsprechend gut besucht. Besucher und Touristen bevölkern dann die Kaimauer.

SCHNORCHELN UND MEER IN MONTEGO BAY

Die Gewässer vor der Stadt Montego Bay sind Meeresschutzgebiet und liegen im MONTEGO BAY MARINE PARK. Was die Unterwasserwelt vor der Küste Montego Bays zu bieten hat, kann man dennoch bei geführten Schnorcheltouren oder beim Tauchen entdecken. Es werden auf der Website des Montego Bay Marine Trust verschiedene Möglichkeiten angeboten, das Meeresschutzgebiet im und auf dem Wasser zu erkunden. Der Stützpunkt des Montego Bay Marine Parks ist beim Pier One Complex am Howard Cooke Boulevard.

Wassersportanbieter in Montego Bay findet man mit den passenden Stichworten im Internet zuhauf. Professionelle Begleitung in Tritons Reich gibt es z.B. von DRESSEL DIVERS INTERNATIONAL. Auf ihrer Webpage gibt es einen Überblick der Tauchplätze in den Gewässern vor Montego Bay und man wird für Schnorchel- und Tauchtouren fündig.

Ein vielfältiges Angebot für Wassersportaktivitäten und ausserdem beste Bewertungen hat KELLY’S WATERSPORTS. Unter Anderem kann man eine Parasailing-Tour buchen, wobei man sicher auch einen spannenden Überblick auf Montego Bay von oben bekommt. Kelly und Kollegen haben ihren Standort am Sunset Drive.

In vielen Strandhotels und Resorts sind unmotorisierte Wassersportangebote im All-inklusive-Preis enthalten. Oft kann sogar Schnorchelzubehör ausgeliehen werden, wenn man nicht das eigene Equipment bevorzugt. Bei unserem Aufenthalt im Holiday Inn in Montego Bay hat Lars 2020 beim Schnorcheln im Meer vor dem Hotel interessante Beobachtungen und schöne Aufnahmen davon gemacht. Allerdings waren zu dieser Zeit sehr wenig Gäste dort und wir hatten ganze Strandabschnitte faktisch für uns.

Gelber Seestern in türkisblauem Wasser vor der Küste Jamaikas.

JAMAIKANISCHE GESCHICHTE IN MONTEGO BAY ENDECKEN

Wann genau Montego Bay gegründet wurde, ist nicht genau zu eruieren. Stadtrecht sprach man der Stadt im  Nordosten Jamaikas zuletzt 1980 zu. Fakt ist jedoch, dass die „Bucht des schönen Wetters“ (fand jedenfalls Columbus) schon zur Zeit der Spanier ein wichtiger Hafen und Handelsplatz für Leder und Schweinespeck (span.: manteca) gewesen ist. Während der britischen Kolonialherrschaft florierte dann das Zuckergeschäft und fast die ganze Gegend bestand aus Zuckerrohrfeldern. Aus dieser Epoche sind heute noch einige Überbleibsel wie beispielsweise Greathouses oder Kirchen zu besichtigen. Die folgenden Tipps für Montego Bay sind besonders für historisch interessierte Besucher spannend.

MONTEGO BAY CULTURAL CENTRE – Einen konzentrierten, mit vielen Informationen und zahlreichen Artefakten gespickten Überblick über die Geschichte Jamaikas bis in die Neuzeit bekommt ihr im grössten Haus am historischen Sam Sharpe Square. Früher war es das Gerichtsgebäude der Stadt und wurde ebenso für diverse Festlichkeiten der reichen Gesellschaft genutzt. Sam Sharpe wurde hier am 19. April 1832 vor Gericht gestellt. Das Gerichtsgebäude wurde 1968 durch einen Brand zerstört und 2001 erfolgreich restauriert.

Heute beherbergt das Montego Bay Cultural Centre u.A. das National Museum West und die National Gallery West Jamaikas. Sehr sehenswert ist auch die Dauerausstellung zur „Entstehung der Rastafari-Religion und der Geschichte und Wahrnehmung der Rastafari in Jamaika“. Öffnungszeiten und Touranfragen über die Website des Montego Bay Cultural Centre. Touristen zahlen 8 USD Eintritt.

TIPP: Das Montego Bay Cultural Centre ist angenehm klimatisiert. Man kann dort sicher mindestens zwei lehrreiche Stunden verbringen.
Ein Besuch ist eine willkommene Abkühlung von der Hitze der Stadt oder eignet sich prima zur Zeitüberbrückung, wenn es mal regnet. Wer mit den Eckdaten der Geschichte Jamaikas noch gar nicht vertraut ist, sollte den Stadtrundgang im Montego Bay Cultural Centre beginnen. So kann man viele Informationen aus der Ausstellung anschaulicher und direkt im Anschluss an den Besuch im Museum verarbeiten.

Auf dem rückwärtig umzäunten Gelände des Montego Bay Cultural Centre steht das FREEDOM MONUMENT. Es erinnert an die Christmas Rebellion, bei der im Dezember 1831 und im Januar 1832 auf mehr als 300 Plantagen in Jamaika die Versklavten gegen die Kolonialisten rebellierten, damit diese endlich den Abolition Act anerkannten. Der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und die Aufrührer – unter ihnen Sam Sharpe – gehängt oder anderweitig gemeuchelt. Mit dem 10 Fuss hohen Freedom Monument wird der mutigen Aufständischen und der Opfer gedacht.

SAM SHARPE PLACE – Zu Ehren Sam Sharpes – der übrigens einer der Nationalhelden Jamaikas ist – wurde 1976 der Charles Square umbenannt. Auf ihm stand und steht bis heute der berüchtigte „CAGE“. Der Käfig war ein vorübergehendes Gefängnis, das betrunkenen Seeleuten, entlaufenen Sklaven und Landstreichern als Nachtlager diente. Das kleine Backsteingebäude von 1822 befindet sich in der nordwestlichen Ecke des Sam Sharpe Square und wurde ursprünglich 1806 aus Holz erbaut. Heutzutage beherbergt The Cage einen Handy- und Souvenirladen.

Das SAM SHARPE MONUMENT zeigt den Baptistenprediger bei einer glühenden Diskussion mit seinen Anhängern. Er reiste als Diakon von Plantage zu Plantage und sollte den Versklavten die Bibel näherbringen. Die Figuren des von Kay Sullivan entworfene Sam Sharpe Monuments wurden in Jamaika in Bronze gegossen. Apropos Prediger – im Land mit der laut Guinessbuch grössten Kirchendichte weltweit sollte man wenigstens eine Kirche von innen gesehen haben.

ARCHITEKTUR AUF SCHRITT UND TRITT IN MONTEGO BAY

Die ST. JAMES PARISH CHURCH wurde 1774 – 1782 als  Hauptkirche des damaligen Jamaikas aus strahlend weissem Sandstein errichtet. Nach den Erdbeben 1957 beschädigt, wurde die St. James Parish Church wieder fast original aufgebaut. Normalerweise steht sie ausserhalb der Gottesdienste Besuchern offen. Bemerkenswert sind die mit der Kreuzigung Jesus bemalten venezianischen Fenster über dem Altar und einige schöne Marmor-Skulpturen. Besonders in der St. James Parish Church ist auch das Kirchenorchester. Die „Pans of Praise“ preisen an zwei Sonntagen im Monat den Herrn mit mitreissenden Steel-Pan-Rhythmen.

INTERESSANT: Der Epitaph links vom Altar ist Rosa Palmer gewidmet. Wenn ihr Gelegenheit hattet, das Rose Hall Greathouse zu besichtigen, wird euch der Name Palmer bekannt vorkommen. Allerdings handelt es sich bei der Frau, die 1790 ihre letzte Ruhe im Garten der St. James Parish Church gefunden hat, NICHT um die berüchtigte „White Which Of Rose Hall“. In unserem verlinkten Blogpost lest ihrdie wahre Story von Rose Hall Greathouse. Der eigentliche Grabstein Rosa Palmers – geborene Kelly – ist nicht annähernd so opulent wie die Skulptur. Er befindet sich im Garten der St. James Parish Church. Hier ruht sie in Gesellschaft von Pflanzern und deren Familien, deren Grabplatten unbeachtet vor sich hin bröseln. Die vermeintliche White Witch Anna (Annie) Mary Palmer wurde ebenfalls in Montego Bay begraben, es existiert aber kein Grabstein.

Achtung! Die Adresse der St. James Parish Church ist in der Payne Street angegeben, das Eingangstor befindet sich jedoch in der Church Street. Nur ein paar Minuten um die Ecke, nämlich in der Upper King Street findet ihr gleich das nächste interessante Bauwerk.

Die BURCHELL BAPTIST CHURCH wurde 1824 von Thomas Burchell gegründet, einem führenden Baptisten-Missionar und Verfechter der Abschaffung der Sklaverei in Montego Bay. Das Gebäude weist einen architektonischen Stil mit unverputzten Ziegeln, Satteldächern und Spitzbogenfenstern auf. In der Burchell Baptist Church sollen auch die sterblichen Überreste von Sam Sharpe bewahrt werden, der hier auch als Diakon gewirkt haben soll. Die Kirche ist (laut Angaben auf Social Media) Mo – Do 08:30 – 18:30 Uhr geöffnet.

INSIDER TIPP: Alle bisher genannten historischen Sehenswürdigkeiten in Montego Bay sind innerhalb eines Radius‘ gelegen, den man einfach zu Fuss bewältigen kann. Wenn ihr einen Mietwagen habt, stresst euch nicht mit der Parkplatzsuche in der City. Ihr könnt einfach und preiswert auf dem Parkplatz in der Lower Market Street parken. In 15 Minuten seid ihr z.B. am Creek Dome. Der Parkplatz ist neben dem Büro des Knutford Bus und gegenüber vom Pier One. Dort könnt ihr euch nach dem Stadtspaziergang mit einem Kaltgetränk belohnen.

Brunnenhaus aus dem 18. Jahrhundert in Montego Bay Jamaika.

THE CREEK DOME – Der sechseckige und mit Zinnen verzierte Turm aus gelbem Backstein wirkt fast wie das Überbleibsel einer Wehranlage. Doch der Creek Dome wurde 1837 ursprünglich zum Schutz einer Quelle errichtet. In diesem Gebäude wohnte der „Hüter des Baches“, der das Wasser ausgab und die Quelle bewachte. Der Legende nach soll die Quelle des Baches (engl.: creek) aber bereits im 16. oder 17. Jahrhundert beim Fang von Landkrabben entdeckt worden sein. Worauf der Bach später „El Rio Camarones“ – Krebsfluss – genannt wurde. Fakt ist, dass die Quelle und der Bach über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Wasserversorgung des damaligen Montego Bay gespielt haben. 1893 wurde die Nutzung wegen der Installation eines Wasserleitungssystems reduziert und der Creek Dome während Dürren als alternative Quelle genutzt.

SHOPPING – TIPPS FÜR MONTEGO BAY

CHARLES GORDON MARKET / FUSTIC MARKET – Montego Bays Markthalle kann man vom Creek Dome aus in einer Viertelstunde zu Fuss erreichen. Auf dem Weg dorthin gibt es jedoch nicht viel zu sehen und der Rückweg zum oben erwähnten Parkplatz dauert eine gute halbe Stunde. Man wählt also besser die motorisierte Anreise, und findet mit Geduld auch in der Nähe des Marktes einen Parkplatz. Auch die Begleitung eines Einheimischen ist angeraten, um im Getümmel nicht unterzugehen. Der Charles Gordon Market ist für Touristen nicht der allersicherste Ort. Bereits ausserhalb der Markthalle sind Stände mit Obst und Gemüse aufgebaut und Kleinhändler bieten ihre Waren auf Pushcarts feil. Mittwochs sowie samstags ist hier das dichteste Gewusel. Falls ihr das nicht mögt, kommt an einem anderen Wochentag.

Auf dem Souvenirmarkt in Montego Bay.

Foto: harbourstreetcraftmarket.com

Wenn ihr eher auf Dekoratives oder Souvenirs aus Jamaika aus seid, solltet ihr lieber das
HARBOUR CULTURAL CRAFT VILLAGE aufsuchen. Hier gibt es alle möglichen und unmöglichen Mitbringsel aus Jamaika zu kaufen. Von Holzschnitzereien reicht das Angebot über Keramik sowie bunte Häkel- und Batiksachen. Schmuck in Reggae- und Rastafarben, Drucke mit karibischen Motiven und vieles mehr lässt Souvenirjäger auf ihre Kosten kommen. Dicht an dicht reihen sich auch die Souvenirgeschäfte am Hip Strip. Man findet dort jedoch meist Ware aus Fernost.

TIPP: Märkte in Jamaika können ein echtes Erlebnis sein. Handeln inklusive, denn das wird fast erwartet.
Damit euch euer Marktbesuch in Jamaika als schöne Erfahrung im Gedächtnis bleibt,
beherzigt einfach die Tipps für Bezahlen in Jamaika in unserem Knete-Knigge .

Für grössere Mengen Getränke oder Kaffee für den Coffee Maker suchen wir gerne entweder den PROGRESSIVE, den MEGAMART oder den etwas kleineren HILO auf. Dort werden wir auch für die meisten anderen Basics fündig, die wir noch für unsere Touren im Mietwagen auf Jamaika so brauchen.

ESSEN UND TRINKEN IN MONTEGO BAY – HIER KRIEGT IHR EUREN „BELLY FULL“

Entdecken macht hungrig und auch in Montego Bay schieben die fleissigen Suppenköche und Snackverkäufer ihre Pushcarts durch die Strassen. Jamaikanisches Streetfood wie Chicken- oder Cornsoup sollte man ohnehin einmal probiert haben. Doch wenn ihr lieber was Festes wollt und auf der Suche nach Jerk Chicken seid – sucht nicht länger.

PORK PIT in der Gloucester Avenue hat für unseren Geschmack mit das leckerste Jerk auf Jamaika. Wenn ihr es bis dort hin nicht mehr schafft, weil euch der Magen in den Kniekehlen hängt, dann schaut in der Barnett Street bei JUICI PATTIES oder TASTEE rein. Die würzig gefüllten Teigtaschen sind preiswert und füllen den Magen für weitere Entdeckungen.

Das PELICAN GRILL ist ebenfalls in der Gloucester Avenue zu finden und für das schickere Dinner am Abend zu empfehlen. Liebhaber von Krustentieren und Fisch legen wir wärmstens den HOUSEBOAT GRILL beim Freeport ans Herz. Zuerst wählt ihr euren Lobster noch lebend aus dem Tagesfang und geniesst dann beim ersten Glas Wein den Ausblick über die Bogue Lagoon. Der Houseboat Grill in Montego Bay ist unser persönlicher Geheimtipp für einen romantischen Abend.

NACH SONNENUNTERGANG – AUSGEHTIPPS FÜR MONTEGO BAY

Zugegeben – wir sind nicht so die Partylöwen und geniessen unsere Abende auf Jamaika eher ruhig. Die nächsten Tipps entspringen darum nicht unserer eigenen Erfahrung, sondern sind lediglich Vorschläge für das Nachtleben in Montego Bay. Allesamt Kategorie „gehoben“. Es gibt fast überall Events, Themenabende, Happy Hours usw.. Am besten schaut ihr mal auf den Social-Media-Kanälen des jeweiligen Entertanmentschuppens. Achtet bitte auf den Dresscode, Tipps dazu gibts in der blauen Box.

JIMMY BUFFET’S MARGARITAVILLE – Da wo der „Hip Strip“ wieder ruhiger wird, in der Mitte der Gloucester Road, geht’s schon tagsüber ab. Drinks, Burger, Tacos, Dancehall und eine coole 35 Meter lange Wasserrutsche ins Meer … wenn man auf Remmidemmi steht, lässt es sich im Margaritaville bestimmt den ganzen Tag aushalten. Abends verwandelt sich das Margaritaville in einen Nachtclub. Margaritaville gibt es in Jamaika ausser in Montego Bay noch in Negril, Ocho Rios und Falmouth.

PIER ONE – Seit 1986 steht das Restaurant Pier One anspruchsvolle und vielfältige Küche mit Ausblick aufs Meer. Am Mittwoch und am Freitag legen DJs auf und dann wird die Location zum Party-Hotspot No.1 für das Nachtleben in Montego Bay. Montags ist Karaoke-Tag. Das Pier One ist gut besucht, deshalb solltet ihr einen Tisch reservieren, wenn ihr vorher zu Abend essen wollt. Infos auf https://pier1jamaica.com/

TIPP: Freitags und Samstags wird in Jamaika ausgegangen.  Jamaikaner lieben es sich aufzubrezeln und tragen dabei auch gerne mal etwas mehr auf. Zeigt Respekt, indem ihr euren Strandlook abwerft und euch auch ein wenig schick macht. Für die Herren heisst es darum: Packt euch ruhig eine lange Hose und ein ausgehtaugliches Kurzarmhemd in den Koffer. In den „gehobeneneren“ Locations werden ärmellose Shirts und kurze Hosen bei Herren ebenso wenig geduldet, wie Strand-Flip-Flops. Die meisten Damen haben sicher sowieso in hübsches Kleid, einen leichten Jumpsuit oder Ähnliches im Koffer. Mit Schmuck, passender Fussbekleidung und einem Täschchen ist eure Abendgarderobe für das Nachtleben von Montego Bay perfekt.

LOUNGE 2727 – Das Bar-Restaurant Lounge 2727 ist entgegen den Vorgenannten ein relativ neuer Nightlife-Spot in Montego Bay, der ebenfalls auf dem Hip Strip liegt. Lounge 2727 ist laut eigener Aussage
>> Eine gehobene Lounge und ein Restaurant mit unglaublichem Meerblick auf dem berühmten HipStrip in Montego Bay, Jamaika. Wir bieten unglaubliche Cocktails, Essen, Shisha-Verleih und die beste Aussicht in Montego Bay. <<
 Impressionen vom Nachtleben in der Lounge 2727 gibt’s bei Instagram 

AUSFLUGSTIPPS FÜR MONTEGO BAY & UMGEBUNG

Das BELLEFIELD GREATHOUSE liegt etwas versteckt noch auf dem südlichen Stadtgebiet von Montego Bay. Es ist eines der Greathouses, die nicht den Sklavenaufständen zum Opfer fielen und man kann es darum fast original im Rahmen einer etwa halbstündigen Tour besichtigen. Das Bellefield Greathouse ist seit vielen mehr als elf Generationen im Besitz der Familie Kerr-Jarret und noch mit Originalmöbeln eingerichtet.

Im GREENWOOD GREATHOUSE ist ebenfalls noch das Meiste von der zeitgenössischen Originaleinrichtung erhalten. Darunter sind ein noch funktionstüchtiges Polyphon, eine Erstausgabe von Charles Dickens und original Wedgewood-Porzellan. In der ehemaligen Residenz der Familie Barret bekommt man einen sehr guten Einblick ins Gesellschaftsleben der ehemaligen Zuckerbarone Jamaikas.

Funfact: Dass das Greenwood Greathouse sogar wieder bewohnt ist, sieht man nur auf den zweiten Blick.

Vom Flughafen aus in Richtung Falmouth dauert die Fahrt zum Greenwood Greathouse zirka eine halbe Stunde.

Greathouses sind die einstigen pompösen Residenzen der Zuckerrohr-Pflanzer. Eine Jamaikareise ist nicht vollständig, wenn man kein Greathouse von innen gesehen hat. Allzu viele sind in Jamaika allerdings nicht erhalten. Nur einige wenige kann man noch besichtigen. In unserer Kategorie „Geschichts-Lektion“ findet ihr noch mehr Greathouse-Tipps.

Das ROSE HALL GREATHOUSE liegt auf halber Strecke zum Greenwood Greathouse. Sehenswert ist es unbetreitbar, auch wenn es nicht original bemöbelt ist. Hier wird die Geschichte der „Weissen Hexe“ Annie Palmer nacherzählt, die auf einem Roman von Herbert George de Lisser basiert. Garniert wird das Ganze mit zeitgenössischen Antiquitäten. Am besten wirkt die Gruselgeschichte im Rose Hall Greathouse natürlich bei der Abendführung bei Kerzenschein. Hier gibt es übrigens auch die Tickets für das CINNAMON HILL GREATHOUSE, wo Johnny Cash sich bis zu seinem Ableben regelmässig Auszeiten vom Starrummel nahm. Fans des bekannten Interpreten dürfen das Cinnamon Hill Greathouse nicht verpassen. Die Zeit scheint hier stillgestanden zu sein. Das Anwesen wirkt, als wären die Cashs „nur mal eben kurz ausser Haus“.

VON MONTEGO BAY AUS  DIE NATUR JAMAIKAS ENTDECKEN

Raus aus der Stadt und rein in die Natur! Unsere nächsten Tipps für Montego Bay führen euch in die grüne Umgebung. In höchstens einer halben Stunde erreicht ihr zum Beispiel das ROCKLANDS BIRD SANCTUARY. Die rumpelige Anreise auf einen Hügel bei Wiltshire lohnt sich nicht nur wegen der tollen Aussicht auf Montego Bay. Hier könnt ihr versuchen, Kolibris wie den Jamaika-Wimpelschwanz aka Doctorbird mit Zuckerwasser zu füttern. Weil man hier zudem viele andere heimische Vogelarten Jamaikas sieht, ist das Rocklands Bird Sanctuary auch interessant für Birdwatcher.

Nach Camrose zur AHHH RAS NATANGO GALLERY & GARDEN braucht ihr von Montego Bay aus auch nur eine halbe Stunde. Ian Williams aka Ras Natango kaufte das Anwesen auf dem Berg zunächst nur der tollen Aussicht wegen. Später kultivierte er das felsige Grundstück terrassenförmig und schuf Platz für die Ausstellung seiner Malerei und anderer Kunst. Der Garten mit seinen vielen Pflanzen ist auch für viele Vögel ein Paradies, die man hier schön beobachten kann. Ein Besuch bei der Ahhh Rasnatango Art Gallery steht noch auf unserer persönlichen Wunschliste.

KOLIBRI-TIPP: „Birdy, Birdy … “ – mit diesem Ruf werden an vielen Orten Kolibris angelockt, wenn sie sich nicht von selbst zeigen wollen. Natürlich wissen die Piepmätze, dass es dann einen Schluck aus der Zuckerwasserpulle gibt. Trotzdem haben sie nicht immer Lust, präsent zu sein. Die besten Zeiten, um Kolibris zu sehen sind von Sonnenaufgang bis etwa 10 Uhr morgens, besonders wenn es geregnet hat. Ausserdem ist der späte Nachmittag ab etwa 16 Uhr bis zum Sonnenuntergang eine gute Zeit, um Kolibris zu beobachten.

Im RASTAFARI  INDIGENOUS VILLAGE dreht sich alle um die Vermittlung des Glaubens- und Lebensstils der Rastafari. Im Dorf zeigen die dort lebenden Rastafaris, wie Trommeln hergestellt werden. Sie erklären, welche Gemüse und Pflanzen in der Ernährung der Rastas wichtig sind und wie man auf Rasta-Art kocht. Zum Abschluss wird gesungen und getrommelt. Die Gäste sind dazu eingeladen mitzumachen. Für den Besuch im Rastafari Indigenous Village solltet ihr mindestens zu zweit sein. Ihr müsst euch vorher anmelden und pro Person 150 USD Eintritt einplanen. Von Montego Bay aus ist man in gemütlichen 15 Minuten da. Die Zielangabe auf Google Maps ist aber noch nicht das eigentliche Dorf, dorthin kommt man nur zu Fuss.

Für eine BAMBUSFLOSSFAHRT IN LETHE müsst ihr von Montego Bay aus auch nur etwa 30 Minuten Anfahrt in Kauf nehmen. Die Flossfahrt selbst dauert plusminus 30 bis 45 Minuten. Wenn ihr eine Tour mit einem privaten Raftcaptain wie zum Beispiel Bones macht, kriegt ihr das volle Programm inklusive Kalksteinmassage und Kokosnuss. Dann landet ihr auch wieder beim Ausgangspunkt. Mehr Infos zum Bamboorafting in Jamaika gibt’s im Link.

DAS BESTE ZUM SCHLUSS – CHEERS AUF MONTEGO BAY!

Tatsächlich gibt es in Montego Bay und Umgebung noch viel mehr Spannendes und Interessants zu entdecken. Allerdings würde es den Rahmen eines Blogbeitrages komplett sprengen. Darum ist dieser der letzte unserer Tipps für Montego Bay:

Für eine RUMTOUR müsst ihr nicht den langen Weg nach Appleton auf euch nehmen. Bei der RUMTOUR  IM HAMPDEN ESTATE lernt ihr mindestens genauso viel über die Herstellung des flüssigen Goldes Jamaikas. Jedoch ohne die Touristenhorden aus den Resorts und natürlich ebenso mit Verkostung. Dann mal PROST! auf Montego Bay.

Wir freuen uns, wenn ihr in unserem Guide mit Tipps für Montego Bay auch für euch Etwas zum Entdecken gefunden habt. Spannende Momente und interessante Erlebnisse könnt ihr auf Social Media gerne mit uns teilen.

Noch mehr Tipps für Montago Bay und Jamaika findet ihr auch hier:

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