Jamaican Red Pea Soup


Samstags gab es früher bei uns daheim meistens Eintopf. Kennt ihr das auch? Kohlrüben, Weisskohl, Grüne Bohnen… ich hab’s gehasst! Nun – Zeiten ändern sich und seit ich selbst entscheide, was in die Suppe kommt, hab ich Eintöpfe ziemlich gern. Suppe? Ist das nicht was anderes, als Eintopf? Hierzulande muss ja alles ganz genau definiert werden. (zwinker) Auf Jamaika ist das anders – Die Red Pea Soup, die wir heute gemeinsam kochen, ist eigentlich ein Eintopf, aber da macht man auf Jamaika keinen Unterschied. Dünnere Suppe wird auch gerne mal „Tea“ genannt, also nicht wundern, wenn statt eures bestellten Tees eine Boullion serviert wird. Seid ihr bereit für euren fast authentisch-jamaikanischen Suppeneintopf? Dann ran an die Töpfe! Wir kochen:

JAMAICAN RED PEA SOUP

Zutaten – für 4 – 6 gute Esser brauchen wir:

500 gr gepökelte Schweineschwänze oder -füsse oder Eisbein

500 gr Kochfleisch vom Rind

1 grosse Süsskartoffel

300 gr Yamswurzel

1/2 Bund Lauchzwiebeln oder 1 grosse Zwiebel

2 – 4 Zehen Knoblauch

1 Dose Kokosmilch

1 Bund frischen Thymian oder getrockneten

ganzen Piment, Lorbeerblätter, Pfefferkörner, Salz

1 Scotch Bonnet Pepper (wer hat) Habanero oder Chili

optional 1 TL Natron

300 gr ungekochte Kidneybohnen

Rote Bohnen am Marktstand auf dem Coronation Market in Kingston

Verschiedene Hülsenfrüchte an einem Stand auf dem Coronation Market in Kingston.

Egal wie es heisst – solange es lecker ist!

„Peas“ bedeutet ja übersetzt eigentlich Erbsen, aber auch das nehmen die Jamaikaner nicht so streng, es scheint der Überbegriff für Hülsenfrüchte aller Art zu sein. Die Bohnen werden über Nacht eingeweicht, damit sie erstens schneller gar sind und zweitens soll so ein Grossteil der giftigen Lektine entfernt werden. Diese kommen in fast allen Hülsenfrüchten vor. Sie können sogar Darmkrankheiten verursachen und sorgen für kräftige Blähungen. Also vor dem Kochen besser weg mit dem Bohnen -Einweichwasser und die Hülsenfrüchte dann gut abspülen.

Für unsere Jamaican Red Pea Soup werden die Kidneybohnen mit 2 Litern frischem, kaltem Wasser und 1 Teelöffel Natron angesetzt und das Rindersuppenfleisch gleich dazu gegeben. Das Natron wird dafür sorgen, dass die Bohnen schneller garen. Wer keines hat, lässt es weg und plant mehr Zeit ein. Dazu kommt noch ein Teil der Gewürze: Knoblauchzehen, Pfefferkörner, Pimentkörner, Lorbeerblätter und ein paar Thymianzweige. Ich binde mir das Gebrösel immer in einen Teefilter und habe so ein prima Gewürzsäckchen. Salz kommt übrigens erst später in den Topf, sonst verpufft der Natron- Effekt und die Bohnen kochen ewig, ohne weich zu werden. Wenn alles kocht, den Herd auf mittlere Hitze runterstellen.

Apropos lecker – Her mit den Knochen!

In einem anderen Topf haben wir vorher schon die Schweineschwänze und Suppengemüse mit Wasser bedeckt, zum Kochen gebracht und dann auf mittlerer Hitze weitergekocht. Lasst sie euch vom Metzger schon in Stücke hauen, das spart euch Kraft und Zeit. Da diese bereits durch das Pökeln salzig sind, muss nur noch wenig Salz zugegeben werden und auch hier schadet ein Gewürzsäckchen mit Pfefferkörnern, Lorbeer und Piment sicher nicht. Solltet ihr Schweinefüsse oder Eisbein verwenden – die brauchen entsprechend länger zum gar werden.

Zugegeben sind Schweineschwänze für die meisten unter uns eine ungewohnte Zutat. In der jamaikanischen Küche kommen aber viele solcher „Schlachtnebenpodukte“ in die Töpfe. Was damit zusammenhängt, dass früher die „Filetstücke“ nur der Herrschaft zustanden, man aber erlaubte, dass die Sklaven sich die unfeineren Fleischstücke und Knochen nahmen. Sowas ergibt eine kräftige Brühe und ist auch heute noch eine preiswerte Angelegenheit. Für die maximale Ausbeute lässt man das Fleisch am Knochen, bis es auf dem Löffel landet.

Was zum Beissen muss rein in die Jamaican Red Pea Soup!

Wenn die Bohnen und das Fleisch bei mittlerer Hitze vor sich hin brodeln, haben wir Zeit, die Yamswurzeln und die Süsskartoffel oder was ihr sonst noch reinwerfen wollt, zu schälen und würfeln. Wir bevorzugen es grössentechnisch mundgerecht – auf Jamaika darf’s etwas gröber bleiben.

Wer das Pepperpot-Süppchen nachgekocht hat, dem ist nicht entgangen, dass die Jamaikaner gerne auch noch was Festes in der Suppe haben. Dieses Mal sind es runde Dumplings, statt Spinners, die wir ganz einfach vorbereiten: 150 Gramm Mehl, etwa 75 Milliliter kaltes Wasser und 1/2 Teelöffel Salz zu einem glatten Teig verkneten und am besten eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen.

Schaut doch mal, ob das Rindfleisch schon weich ist, das darf dann erstmal aus der Suppe. Bei uns waren zeitgleich nach etwa 30 Minuten auch die Bohnen schon weich. Ebenso können die Schweineschwänze aus der Brühe, wenn sie gar sind. WIR kämen wohl kaum auf die Idee, die Knochen in der Suppe zu lassen. Nein, bei uns wird das gegarte Fleisch fein säuberlich vom Knochen gelöst und in recht kleinen Stückchen wieder zur Suppe – ähhm – Eintopf gegeben. Die Schweineschwänze selbst lassen sich nicht gut auslösen, die werden samt Knochen und Knorpeln mundgerecht zerkleinert. Ein bisschen eleganter zu essen ist das Ganze mit ausgelöstem Eisbeinfleisch. Die Brühe von den Schweinereien nicht weggiessen, die kommt jetzt in den Bohnen-Topf!

Gut Ding will Weile haben!

Ebenfalls dort hinein wird nun die Kokosmilch, das das vorbereitete Gemüse sowie die scharfe Schote gegeben und aufgekocht. Es darf auch gesalzen werden, wenn notwendig. Aus dem Mehlteig formen wir etwa nussgrosse Bällchen und drücken sie ein wenig platt. Diese Dumplings kommen zum Gemüse in den Topf und dürfen in der Suppe mitköcheln. Wenn die Bohnen ein wenig verkochen, bevor der Rest gar ist – Nicht schlimm! Das ist durchaus so gewünscht und dickt zusätzlich die Red Pea Soup ein wenig an. Zum Schluss das geschnittene Fleisch wieder in die Jamaican Red Pea Soup geben. Alles nun auf kleiner Flamme köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Wenn nötig, die Jamaican Red Pea Soup mit Salz, Pfeffer, gestossenem Piment und Thymian abschmecken.

Jamaikanische Red-Pea-Soup mit Schweineschwänzen und Rindfleisch sowie Dumplings als Einlage

Geht’s auch ohne Schweinereien?

Schweineschwänze sind euch Bähhh und Füsse mögt ihr auch nicht? Eisbein ist keine Option? Dann lasst es doch einfach weg. Allerdings ist Fett ein Geschmacksträger und ihr werdet kräftiger würzen müssen. Die jamaikanische Hausfrau benutzt übrigens nicht nur für Red Pea Soup sehr gern sogenannten Soup-Mix, Maggi ist auf der Insel in aller Munde. Das wiederum ist uns Bähhh und wir verzichten darauf.

Für die vegetarische Variante lässt man das Fleisch halt ganz weg und kocht die Bohnen nur mit dem Gewürzsäckchen. Sonst sind die Schritte gleich. Salz darf auch hier erst später dazu. Geschmack bringt ebenso die Zugabe von Gemüsebrühe.

Genug gelabert – wir haben Hunger! Die Jamaican Red Pea Soup ist fertig! Also aufgeschöpft und losgelöffelt!

Wir wünschen: Guten Appetit!

Gehaltvoll, sättigend und würzig: Jamaican Red-Pea-Soup

Immernoch hungrig? Schaut euch auch unsere anderen Rezepte aus Jamaika an.

Noch mehr kulinarische Inspirationen gibt es auch auf Social Media!

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Instagram ? – Haben wir!

Kategorien:Lieblingsgerichte aus JamaikaSchlagwörter:, , , , , , ,

7 Kommentare

  1. You had me at pig tail! 😀 Firmly believe red peas soup & stew peas are nothing without it

  2. I love Red Peas soup. I make mine without the meat. 🙂

Was meinst du dazu?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: