Touchin‘ Jamaica-Tour 2019 – Unser Fazit


Lesezeit: 8 Minuten

„Na – wieder zurück aus eurem Jamaikaurlaub? Und – wie war’s so?“ – Kommt euch die Frage bekannt vor? Wir sind da echt oft unsicher, was für eine Antwort von uns erwartet wird:
„Essen hat geschmeckt, Wetter war toll, Hotel war spitze!“ vielleicht ?
Kommt ja auch darauf an, wie der Fragesteller ‚Urlaub‘ definiert. Bei den meisten ploppt ja beim Wort Jamaika eh gleich die „StrandPalmeSonneMeerReggae(Spliff)“- Fantasie vor dem inneren Auge auf. Di
ese Klischeevorstellung kollidiert oft heftig mit unserer Art Jamaika-Urlaub.
Als ausgewiesene Strandmuffel holen wir uns den Sonnenbrand bekanntlich nicht unter Palmen am Meer und brauchen auch keinen Spliff, um Jamaika mit allen Sinnen geniessen zu können. Also – was antwortet man da….?

„Schön war’s! Wir waren im Mietwagen unterwegs, sind viel rumgekommen und haben viel gesehen. Wir haben tolle Menschen getroffen und mit ihnen eine Menge erlebt.“

Jamaika Tour Norden-Süden-Kingston-Norden

Wer mit uns via Facebook oder Instagram auf Jamaika-Tour war, weiss wovon wir reden und wartet vielleicht schon gespannt auf die Tageszusammenfassungen in unserem „Logbuch“ Doch zunächst zäumen wir das Pferd von hinten auf und fassen schön kompakt zusammen, wie unsere diesjährige Tour im Mietwagen auf Jamaika so gelaufen ist. Was wir alles geplant hatten, könnt ihr zur Auffrischung in Touchin‘ Jamaica-Tour 2019 noch einmal genauer nachlesen. Was wir immer so für Zeugs mitschleppen, weil wir glauben, es ist sinnvoll und nützlich, haben wir euch zuletzt in Unsere 7 Sachen für Jamaika erzählt. Darum halten wir uns nicht mehr lange mit der Vorrede auf und geben gleich die „Butter bei die Fische“, die wir in 4 Kategorien aufteilen:

1. Mobilität und Autofahren auf Jamaika

Die Anmietung unseres Mietwagens per Onlinereservation bei AVIS hat auch bei dieser Tour reibungslos funktioniert. Am Schalter hat es sich zwar – trotz AVIS Preferred – ein wenig hingezogen, aber dennoch kamen wir im uns gesetzten Zeitrahmen „vom Hof“. Wir hatten uns entschieden, direkt nach der Landung noch in die erste Unterkunft (ca 90 km entfernt ) zu fahren, würden es aber beim nächsten Mal nicht wieder so machen, da es trotz Übung und guter Strasse – A1 – recht anstrengend war. Besonders weil es in die Abendstunden hinein ging. Im Dunkeln zu fahren raten wir sowieso nur sehr geübten und mit dem Linksverkehr und den Strassenverhältnissen auf Jamaika vertrauten Lenkern.

Insgesamt klappt Autofahren auf Jamaika mit der Zeit immer besser. Lars ist ohnehin ein umsichtiger und sehr sicherer Fahrer und schwer aus der Ruhe zu bringen. Ausser, wenn es um Parkmöglichkeiten geht… doch das wird bei der nächsten Tour auch verflogen sein. Immerhin hatten wir noch nie eine Kralle am Hinterrad und die Polizei hat scheinbar Besseres zu tun, als Parksündern aufzulauern. Zum Sicherheitsgefühl trug auch die Gewissheit bei, ein leistungsstarkes Pferdchen – dieses Mal wieder ein RAV 4 jüngeren Baujahres – unterm Popo zu haben, welches nicht gleich in jedem Schlagloch oder an jeder Bodenwelle hängenbleibt und rundum sorglos versichert ist. Die Strassen in den ländlichen Gebieten Jamaikas werden erfahrungsgemäss nicht besser und sind durch plötzlich auftretende Naturgewalten für Autos mit weniger Bodenfreiheit oft unbefahrbar. Ausführlichere Erfahrungen zum Autofahren auf Jamaika könnt ihr im vorherstehenden Link nachlesen.

2. Verwendungshäufigkeit und Nutzen unserer Jamaika-Ausrüstung

Dieses Jahr sind wir das erste Mal ohne Navigationssystem losgezogen und haben stattdessen auf Google Maps Offlinekarten und Handyhalterung gesetzt. Am Besten funktioniert die Navigation aber online, da man so auch die spezielleren Suchfunktionen nutzen kann. Extrem nützlich, wenn man z. B. einen Geldautomaten braucht.

Apropos online: Wie auch 2018 haben wir uns direkt am Flughafen im Digicel-Shop eine jamaikanische Sim-Card zugelegt. Auch wenn um die 28 USD ein stolzer Preis für 1 GB Data und 30 min Gesprächsguthaben zu sein scheint, war das Datenguthaben uns vom ersten Moment an nicht nur zum Navigieren extrem nützlich. Oft hatten wir sogar 4G-Netz. Das Gesprächsguthaben haben wir aber lange nicht ausgereizt. Werden also beim nächsten Mal weniger buchen.  

Unseren neu erworbenen Selfiestick haben wir hingegen kaum genutzt, was sicher auch daran liegt, dass wir nicht die Selfie-Typen sind und auch nicht stets mit unserer Präsenz im Bild verifizieren müssen, dass wir tatsächlich „da waren“. Ziemlich oft jedoch mussten für Fotos unsere Handys herhalten, da lohnte sich die Anschaffung eines Handys mit besserer Kamera für mich doppelt. Die Vorteile der Systemkamera von Sony, die Lars sich noch gekauft hatte, haben sich besonders in Situationen bewährt, wo schnelles Reagieren gefragt war. Zudem ist sie auch leichter und somit besser zu handlen. Unsere Go-Pro wurde hauptsächlich für die Aufnahme der Strecken unterwegs im Auto und Aufnahmen im Wasser genutzt. 

Wir haben uns noch nicht zu Rucksäcken durchgerungen, was wahrscheinlich auch nicht passieren wird, da mit Ü 45 unsere Rücken davon auch nicht besser werden. Aber unser Gepäckvolumen hat sich durch kleinere Koffer trotzdem verringert. Ziel bei der nächsten Tour ist, die Menge der ungenutzten Kleidung und damit deren Gesamtmenge zu reduzieren. Kein Mensch braucht auf Jamaika Socken!

Die Kühltasche benutzten wir mit selbstgebastelten Akkus (eingefrorene Wasserflaschen) nur, wenn wir die Unterkunft wechselten. Wir hatten in fast allen Unterkünften Kühlschränke, sogar mit Tiefkühlmöglichkeiten. Allerdings kann die Kühltasche nicht mit einer Kühlbox mithalten, wenn man die Gesamtwirkungsdauer der Kühlung vergleicht.

3. Erfahrungen mit Unterkünften und Gastgebern auf Jamaika

Die Vorfreude auf unsere 2019er Jamaika-Tour konnten wir im Vorfeld so richtig geniessen. Wir waren hauptsächlich in Unterkünften, deren Gastgeber wir schon kennen und wo wir ungefähr wussten, was uns erwartet. Den komfortablen Luxus in unserer ersten Unterkunft, der schicken Oneluxe-Jamaica-Villa von Michael bei Drax Hall, konnten wir gar nicht richtig ausreizen. Der blaustrahlende Pool blieb fast ungenutzt und der Jacuzzi auf der Dachterrasse hat uns nur von aussen gesehen. Chillen ist halt echt nicht unser Ding. Und auch die sehr gut ausgestattete Küche nutzten wir, ausser um ein kaltes Frühstück zu richten, nicht wirklich. Warum auch drinnen hocken, wenn man die Wahl zwischen Balkon und Dachterrasse hat, um Frühstück mit Meerblick und Sonnenaufgang zu geniessen. Bis auf die letzten 2 von 4 Nächten hatten wir ja die gaaaanze Villa für uns. Weil wir Michael und seine Frau Sofia schon von Treffen aus vorherigen Jahren kannten, kamen wir uns nicht fremd vor. Daher haben wir auch nicht gezögert, Austauschstudentin Anna, die gerade bei den Beiden wohnt, mit auf eine unserer Touren zu nehmen.

Bei unserer zweiten Unterkunft im Süden kannten wir sowohl die Örtlichkeiten, als auch die Gastgeber Brigitte und Volker von Jamaica Beach Cottages in Parottee schon bestens. Hier waren wir bereits 2018 zu Gast. Dass wir auch noch das gleiche Cottage beziehen konnten, wie schon im Jahr zuvor, ermöglichte ein schnelles Einleben. In der gut ausgestatteten Küche bereiteten wir uns Frühstück sowie einfache Abendessen zu, welche wir gewohnheitsgemäss auf dem Sitzplatz vor dem Cottage mit Gartenblick genossen. Dabei hatten wir meistens Gesellschaft von den Hof- und Haushunden Spike und Nala sowie von Brigitte. Same procedure as last year… Allerdings waren wir dieses Mal nicht die einzigen Gäste, es wohnten im Laufe der Tage noch ein Pärchen und eine Mutter mit 2 Söhnen auf dem Yard. 3 Nächte hatten wir hier und wiedermal spektakuläre Sonnenuntergänge.

Kingston, oh Kingston…

Aufgrund einer vorverlegten Tour mussten wir den Aufenthalt in Kingston um einen Tag vorziehen. Was zunächst für unsere bereits im September gebuchte Unterkunft kein Problem schien, erwies sich dann als Total-Reinfall. Zunächst konnten wir die erste Nacht doch nicht im „Art House Parklands South“ verbringen, da alles durch das Buju-Banton-Konzert überbucht war und unser Wunsch wohl nicht registriert worden war. Gut, dass wir uns vorher nochmal rückversichert und so Gelegenheit hatten, eine Alternative zu suchen.

Die Nacht im Zweibettzimmer des „Labrish Hostel“ war wegen einer direkt auf dem Nachbargrundstück stattfindenden Soundsystem-Party, die bis 3 Uhr morgens die Wände wackeln und das Laken vibrieren liess, der Horror. Sonst war das Zimmer für eine Nacht okay, die Angestellten sind sehr freundlich und hilfsbereit. Zudem gibt es eine Outdoor-Bar mit preiswerten Getränken (Red Stripe 200 JMD) und einen recht sauberen Pool. Das Zweibettzimmer hatte auch eine kleine Kochmöglichkeit und Spüle, leider keinen Kühlschrank im Zimmer. Es gab – auch unüblich für so preiswerte Unterkünfte – sogar warmes Wasser zum Duschen.

Manchmal ist die Antwort auf die Frage „Musste das sein?“ einfach ein „JA!“

Am Morgen rief dann der Gastgeber vom „Art House Parklands South“ an, dass wir das Zimmer wegen eines Buchungsfehlers nun gar nicht bekämen. Ziemlich verärgert und unter Zeitdruck (um 10:00 Uhr waren wir zu einer gebuchten Tour verabredet) mussten wir uns kurzfristig erneut direkt auf Unterkunftssuche machen und zogen mit zwei Adressen in der Nähe los. Wir sind auch fündig geworden, verstehen aber immernoch nicht ganz, was daran fetzen soll, Unterkünfte spontan zu buchen. Uns ist das echt zu aufregend und die Zeit für die Suche verbringen wir lieber anders. Übrigens war auch dabei unser Datenguthaben wieder nützlich, denn das WLAN in Hostels funktioniert aufgrund der vielen Mitnutzer meist nicht so toll.

So fanden wir das „Kingston Home“ welches in einem Privathaus liegt und nicht als Guesthouse zu erkennen ist. Das Zimmer, was wir zuerst besichtigten, hatte ein eigenes Bad auf dem Flur, ein bequemes Doppelbett und sagte uns auch wegen der Klimaanlage zu. Nach der Tour bekamen wir ein anderes Zimmer (mit Klimaanlage UND Ventilator) gezeigt, weil Delly – der Caretaker- der Meinung war, dieses sei besser. Wir nahmen es gern, hauptsächlich wegen des innenliegenden Badezimmers. Man ist im „Kingston Home“ zentral untergebracht und Delly ist 24/7 vor Ort und erfüllt auch Sonderwünsche wie „Auto waschen“ mit Vergnügen. Die Küche ist für Selbstversorger bestens ausgestattet. So waren wir letztendlich doch sehr froh, hier gelandet zu sein. Hier verbrachten wir 3 Nächte.

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Da fühlt man sich wie zu Hause

Für die letzten beiden Nächte haben wir uns noch einmal im Norden einquartiert. In Eltham bei Ocho Rios haben sich unsere Bekannten Rita und Jo in ihrem Ferienwohnhaus vor Kurzem ein Bed & Breakfast eingerichtet. Rita’s Home Away From Home mussten wir uns natürlich anschauen, dieses Mal hat es auch geklappt, dass wir vier gleichzeitig auf Jamaika sind und uns endlich wiedersehen konnten. Kennengelernt hatten wir uns bereits 2016 durch unseren damaligen Tourguide Kemrod von Rileytours. Das Haus liegt in Eltham, einem Dorf, in dem Rita und Jo durch ihre Hilfsbereitschaft bekannt sind und respektiert werden. Sie sind halt liebe Menschen, bei denen wir uns auch sehr wohl und wie zuhause fühlten und überhaupt nicht fremdelten. Damit wir unsere Privatsphäre hatten, räumten sie sogar das Mangozimmer, welches sie normal nur vermieten, wenn sie nicht auf der Insel sind. Doch die anderen angekündigten Gäste blieben aus und wir vier unter uns. Morgens sassen wir beim gemeinsamen Frühstück und die Abende wurden auch recht lang, wir hatten viel zu erzählen. Die beiden haben uns den letzten Urlaubstag auf Jamaika damit versüsst, uns ihre Lieblingsplätze in der Nähe zu zeigen. Für uns war der Besuch bei Rita und Jo ein perfekter Abschluss.

4. Die sogenannte „Bucket-List“- unsere niemals enden wollende Jamaika- Wunschliste

Mit unserer Jamaika-Wunschliste ist es ja so: Wir streichen oben einen Punkt ab und automatisch erscheinen unten zwei neue. Man sollte ja denken, dass wir in den sechs Jahren schon alles gesehen haben, was auf Jamaika sehenswert ist. Wenn man die Highlights aus den Reiseführern zugrunde legt, ist das wahrscheinlich auch so. Doch unsere Lieblingsinsel hat soviel mehr zu bieten, dass wir schon gespannt sind, ob die Wunschliste irgendwann mal kürzer wird. Von den im Beitrag Touchin‘ Jamaica-Tour 2019 erwähnten Plätzen und Unternehmungen haben wir bis auf die Breadnut Valley Falls alle realisieren können und einige andere noch dazu. Das ist das Schöne am Losziehen auf eigene Faust – Man folgt keinem starren Programm, sondern seiner eigenen Stimmung und kann kurzfristig z. B. auf Wetteränderungen oder andere Umstände reagieren.

Mehr darüber lest ihr in unseren Tourbeiträgen, die hier demnächst erscheinen. Natürlich gibt’s dann auch vieeel mehr schöne Fotos von unserer Tour. Falls ihr solange nicht warten wollt, schaut euch doch gern die kurzen Tageszusammenfassungen auf unserer Facebookseite an.

Und sonst so?

Wir hatten einige sehr schöne Wiederbegegnungen mit Menschen, die wir schon kennen und konnten so manche Freundschaft und Bekanntschaft weiter vertiefen. Wir trafen Menschen, die unseren Horizont für Jamaika, seine Bewohner und die Kultur wieder etwas weiter machten und die uns mit ihrem Engagement inspirierten. Wir haben uns sehr gefreut, Menschen von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen, die man nur vom Schreiben her kannte. Spannend war auch, Leuten „in echt“ zu begegnen, die man nur von Facebookfotos und aus Erzählungen kennt. Zu sehen, wie sie leibhaftig agieren, war sehr aufschlussreich.

Jamaika ist schon länger keine Fremde mehr für uns, aber auch noch keine Schwester. Es fühlt sich eher an, wie eine liebgewonnene Cousine, die zwar ein bisschen aus der Art geschlagen ist, die man aber genau darum so gern hat. Und die mit jedem Besuch noch vertrauter wird.

Take care, Cousinchen – wir sehen uns wieder!

Anmerkung der „Redaktion“: Das Wetter war – bis auf ein paar unbedeutende, kurze Schauer – wieder mal echt toll. Wie immer, wenn wir auf Jamaika sind…

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