Weihnachtstraditionen auf Jamaika


Besinnliche Weihnachten? Nicht auf Jamaika!
Wie ihr euch schon denken könnt, spielt Musik und Tanz auch zu Weihnachten eine der Hauptrollen auf der schönen Karibikinsel. Schnee kennt man hier keinen – nicht einmal auf dem mit 2256 m höchsten Berg Jamaikas, dem Blue Mountain Peak. Im Advent wird auf Jamaika nicht, wie bei uns vier Sonntage lang gemütlich bei Kerzenschein gesessen, sondern kräftig Party unter Palmen gemacht. Wie auch bei uns und in sicher den meisten Kulturen, wird auf Jamaika zur Weihnachtszeit ordentlich aufgetischt.

Unsere jamaikanische Freundin Doreen, die im Parish St.Ann lebt, erzählte uns:

„Weihnachten ist hier nicht so übertrieben wie in Amerika. Am Tag vor Weihnachten kommen alle Verkäufer zum Grand Market, um ihre Waren in der Stadt zu verkaufen. Die Geschäfte sind bis spät nachts geöffnet. Auf den Straßen schallt Reggaemusik. Die Kinder bekommen Geld, um Spielzeug, Kleidung und was auch immer sie wollen, zu kaufen. Sie kommen oft erst am nächsten Morgen nach Hause. Am Weihnachtstag selbst ist es sehr ruhig. Die Leute kochen ein sehr großes Essen mit Rice and Peas, Hühnchen, Currygoat, Rindfleisch, wer sich leisten kann, macht oder kauft einen Schinken***. Sorrel und Weihnachtskuchen dürfen nicht fehlen. Es wird versucht, auch das Jonkunu zurückzubringen, das wir von unseren Vorfahren übernommen haben, wo die Sklaven sich verkleideten und maskierten. Dabei wurden Tiere und die Plantagenbesitzer imitiert und dazu getanzt. Das kann ein wenig unheimlich sein, besonders für kleine Kinder.“ 

So wie man bei uns in die Christmette geht, gehen einige Gläubige auch nach dem Grand Market zur Mitternachtsmesse in die Kirche und am ersten Feiertag zum Gottesdienst. Chris, laut seinem Arbeitgeber in einem Hostel in Port Antonio der beste Nightguard Jamaikas, erzählte von Parties und dass man sich mit der Familie und Freunden zum gemeinsamen Kochen und Essen trifft. Gerne teilt er mit uns und euch, was er vorbereitet hat:

*** Ein Braten vom Schweineschinken, gespickt mit Ananas und glasiert mit einer Honig- Gewürz- Fruchtsaft- Mischung ist eher auf den Tischen der wohlhabenderen Jamaikaner zu finden. 

Sorrel, ein erfrischendes Kaltgetränk aus Blüten der Roselle –welche wir hier als Hibiskus kennen- ist dem Jamaikaner, was uns Deutschen der Glühwein ist. Das typische Weihnachtsgebäck auf Jamaika stellt ein saftiger Fruchtkuchen dar, in dem die Hauptzutaten in Rum getränkte Trockenfrüchte und weihnachtliche Gewürze sind und welcher gern als Gastgeschenk mitgebracht wird. 

Wer es sich leisten kann, dekoriert sein Haus schon weit vor dem Fest mit blinkenden, bunten Lichterketten. Auch Weihnachtsbäume werden aufgestellt, die meisten sind künstlich. Echte sind sehr teuer, sie werden unter anderem von Farmern in den Blue Mountains gezüchtet und bis ans andere Ende der Insel geliefert. Eine andere beliebte  Dekoration, die in dieser Jahreszeit auch bei uns bekannt ist, ist der Weihnachtsstern. Obwohl diese Pflanze hier auf Jamaika buschartige Ausmasse annehmen kann, ist sie zur Weihnachtszeit besonders als Topfpflanze gefragt. Ganz billig ist die mit ihren sternförmig angeordneten roten Hochblättern strahlende Pointsettie allerdings auch auf Jamaika nicht.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, eure Weihnachtszeit ein wenig zu jamaikanisieren, probiert doch mal, einen Jamaican Christmas Cake zu backen oder bereitet den Sorreldrink zu.  Oder wie wär’s denn mal mit einem Weihnachtsbraten „Jerk Style“?
Wir wünschen euch und euren Lieben jedenfalls

wundervolle und gemütliche Weihnachten.

Kategorien:PINNWANDSchlagwörter:, , , , , , , , ,

Was meinst du dazu?

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: