13. und 14. Februar 2018* Treasure Beach und Abschied von Parottee Bay


13. Februar 2018- Treasure Beach Day- Wiedersehen am Robinson Beach

Schon wieder fast verschlafen! Dabei wollten wir doch endlich die Breadnut Falls bei Magotty erkunden. Da das eine längere Anreise bedeutet, verschieben wir es endgültig auf ein anderes Jahr und beschliessen, nach Treasure Beach zu fahren um eventuell einen Kaffee bei Gaby abzustauben, die das „Hold a Vibz“ betrieben hat. Gaby ist allerdings gerade auf Liefertour und für ein spontanes Treffen bleibt keine Zeit. Seit auch ihr zweiter Cafè- Standort höherer Gewalt zum Opfer gefallen ist, hat sie sich auf das Catering verlegt und bietet auf Bestellung Sandwiches und mehr an.

Die Sonne beschert uns einen heissen Tag, also legen wir eine Strandtour ein. Wirklich Gelegenheit, die Strände hier auszuchecken, hatten wir ja auf unserer Tour 2017 nicht. Insgeheim hoffen wir, irgendwo ein schattiges und nicht zu überlaufenes Plätzchen zu finden. Wir versuchen es zunächst am Calabash Bay. Dieser ursprüngliche Strand wird von Fischern und einheimischen Badenden gleichermassen, aber zu unterschiedlichen Zeiten frequentiert. Wenn die Badefreudigen kommen, sind die Fischer längst mit ihrer harten Arbeit fertig und die Boote liegen pittoresk am Strand. Vor der starken Unterströmung wird zwar gewarnt, man muss jedoch nicht zu weit hinausschwimmen, um sich abzukühlen. Von innen kann man sich in der „Sea Sand Bar“ und im „Edgewater Inn“ erfrischen.

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Fischers Fritze frisst frische Fische

Am Frenchmans Bay haben wir letztes Jahr einen der schönsten Sonnenuntergänge für uns eingefangen. Heute fangen wir uns hier etwas zu essen. Im Restaurant „Frenchmans Reef“ kann man zwischen Jamaikanischer Küche und Seafood wählen, aber auch Pizza, Pasta, Burger und mehr stehen auf der Karte. Die Bedienung hat uns recht fix auf der Aussenveranda erspäht, sie bringt die Karte und nimmt dann zeitnah die Bestellung auf- so haben wir es gerne und sind trotzdem überrascht, dass der Service auf Jamaika dieses Jahr nur so „flutscht“. Der knusprige Red Snapper Escovitch Style mit knackigem Callaloo- Tomaten- Okra- Gemüse und Lars‘ Curry- Ananas Hühnchen mit Salatbeilage und Festival lassen auch nicht allzu lange auf sich warten und erfreuen unsere Augen und Gaumen maximal. Anschliessend machen wir einen kleinen Abstecher zur noch geschlossenen Bar von Eggy, die im Dezember 2016 abgebrannt war und die wir wiederaufgebaut schon im Februar letzten Jahres besuchten. Eggys Geschäfte scheinen immernoch gut zu laufen, er hat schon „anbauen“ müssen, damit er die Gäste untergebracht bekommt. Doch ein schattiges Plätzchen ist am Frenchmans Bay auch nicht zu finden, also reisen wir weiter, denn eine ungefähre Ahnung, wo wir ungestört sein könnten, haben wir schon. 

Robinson und Dienstag

Am Billy’s Bay bei der Buccaneer Villa zieht ein Hinweisschild auf Meeresschildkröten unsere Neugier auf sich. Wir finden einen Fischerstrand mit schlafenden Fischerbooten, die auf den nächsten nächtlichen Einsatz warten. Sehr hübsches Fotomotiv- zugegeben- aber auch kein Ort, der zum Verweilen in der Sonne einlädt. Das artet ja fast zu einem Strandhopping aus! Doch bald hat die Sucherei ein Ende. An unserem „Robinson Beach“ finden wir, wie erhofft, alles was unser Herz begehrt: feinen Sand, Schatten und Ruhe. Keine Menschenseele ist hier zu sehen. Diesen Strand haben wir auch im letzten Jahr entdeckt, da reichte es jedoch nur für einen kleinen Zwischenstopp, weil wir bereits auf dem Weg nach Mobay waren. Schön, dass wir uns jetzt mehr Zeit nehmen können! Die Brandung ist beachtlich, wir stehen eine Weile nur im Wasser, schauen und hören zu, wie die Wellen anrollen und sich brechen und lassen die Naturkräfte auf uns wirken.

Der lange Strand lädt zu einem Spaziergang ein, bald haben wir die Hände voller Muscheln und Strandgut und können gar nicht mehr aufhören, zu sammeln. Mich leuchtet sogar wieder das Skelett eines Sanddollars an und ich hoffe darauf, ihn heil nach Hause zu kriegen. Es tut gut, die Gedanken mal loszulassen und sich nur auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren. Ein Fischerboot auf dem Weg zur Pelican-Bar am Horizont lässt bei uns robinsoneske Gefühle aufkommen,
fast hätten wir ein Signalfeuer angezündet…

Irgendwann endet der Strand an steinigen Felsen, dahinter beginnt der lange Fort Charles beach, der fast bis Black River reicht.Es gelingt uns doch, uns loszureissen, wir ziehen uns an und fahren weiter, zurück nach Parottee Bay.  Den Rückweg nehmen wir über die Küstenstrasse am salzigen Parotteepond. Die ganze Gegend steht mehr oder weniger unter Wasser und trotzdem haben sich Menschen hier angesiedelt. Der Blick über den See fesselt unsere Aufmerksamkeit, Zeit für einen Fotostopp.

Südküste Jamaika

Bei der Rückankunft werden wir, wie immer, von Spike und Nala begrüsst, die sich ein paar Streicheleinheiten nicht entgehen lassen. Plötzlich gerät Spike in helle Aufruhr, als auf dem Nachbargrundstück futtergierige Kühe ihr Unwesen treiben. Volker und Brigitte haben Mühe, sie zu beruhigen. Sie ist eben doch ein waschechter Wachhund, der alles beschützt, was ihm lieb ist. Diesen letzten Abend im Jamaica Beach Cottages verbringen wir ruhig zu Zweit an unserem gemütlichen Holzbungalow.

14. Februar 2018- Einmal längs durch Jamaika und quer durch die Welt

Eiiiiiiigentlich hätten wir viel früher losfahren wollen, aber irgendwie lässt uns dieser gastfreundliche Ort nicht los. Auch die Memmels lassen uns nur ungern ziehen. Verlängern wäre ihrerseits kein Problem, doch wir haben ja an der Nordküste noch einiges geplant und freuen uns darauf. Nachdem wir also widerwillig die Koffer gepackt und uns von unseren Gastgebern sowie unseren vierbeinigen Freunden verabschiedet haben, starten wir in Richtung Potsdam.

Jamaica Beach Cottages

Nein, wir fliegen noch nicht heim, es gibt auf Jamaika tatsächlich viele Ortsnamen „aus aller Welt“ und wir reisen so nicht nur durch Jamaika, sondern machen quasi eine kleine Weltreise. Berlin, Austin, Alexandria, Philadelphia, Frankfort, Stettin, Santa Cruz… die Liste ist lang. Die Aussichten auf dieser Fahrt über die Berge des Cockpit Country sind berauschend schön, teilweise blickt man bis zur Küste und auch in den Bergen sind wir immer wieder überwältigt. Auf dem Gipfel der Santa Cruz Mountains liegt das altehrwürdige Munro College, welches als gebührenfreie Potsdam School für arme Jungen gegründet wurde. Das war der letzte Wille von Robert Hugh Munro, einem ehemaligen Plantangenbesitzer. Gebührenfrei ist das einzige Internat nur für Jungen auf Jamaika längst nicht mehr und es hat einige berühmte Schüler hervorgebracht. So besuchten Donald Sangster,  Michael Manley  und Oje Ken Ollivierre, besser bekannt als Protoje, diese Bildungsstätte. Doch viele Schüler sehen wir heute nicht, es ist Aschermittwoch und auch auf Jamaika ein Feiertag, die meisten sind sicher heim gefahren. Trotzdem gewährt man uns kostenlos Zugang zum Gelände und wir können uns ganz in Ruhe in den Gemäuern umschauen. DIe Aussicht, die man von hier oben über die Küste von Treasure Beach hat, ziert übrigens das Titelbild dieses Tourbeitrages.

In Mandeville machen wir einen Pattie-Stopp, die Stadt ist heute ruhiger, als vorgestern. Wir schaffen es trotzdem nicht, die wenigen Sehenswürdigkeiten aufzusuchen, die in den meisten Städten Jamaikas das Rathaus und die Kirchen sind. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Dieser führt oftmals „über Stock und Stein“, manchmal fragen wir uns „Ist das eine Strasse oder ein trockenes Flussbett?“. Der Suzuki Vitara ist als Allrader genauso kletterfreudig wie der Toyota RAV 4 vom letzten Jahr und überwindet die Strassensituationen auf Jamaika fast spielend. Lars hat sich längst damit arrangiert und lenkt unseren Mietwagen gekonnt um die Schlaglöcher. In den Dörfern am Wegesrand zelebrieren die Menschen den Aschermittwoch, der dieses Jahr auch mit dem Valentinstag zusammenfällt. Musik, Tanz und gutes Essen, das ist die jamaikanische Art, zu feiern. Wobei ein wenig Beten natürlich auch nicht fehlen darf.

Jamaican Hogwarts
(auch kein schlechter Name für ein Hotel)

Es ist schon später Nachmittag, als die Strasse in Discovery Bay endlich wieder auf die Küste stösst und den Blick auf das türkisblau schimmernde Meer freigibt. Erst 2017 sind wir auf der Küstenstrasse von MoBay nach Boscobel gefahren und erkennen sie trotzdem fast nicht wieder. Ein schlossähnlicher, riesiger, weisser Bau erregt vor Runaway Bay unsere Aufmerksamkeit. Das Grand Bahia hat schon wieder angebaut! Dabei soll das Land, auf dem es steht, kein Glück bringen. Man hat uns erzählt, dass sich dort ein Sklavenfriedhof befunden habe und tatsächlich haben sich immer wieder Unglücksfälle ereignet, erst im letzten Jahr hat es dort gebrannt. Einheimische nennen dieses Riesenhotel auch „Harry Potter“, weil es ein wenig an Hogwarts erinnert. Schnell hüpfen wir noch in einen kleinen Supermarkt, denn uns fehlen mal wieder Getränke.

Jamaika Tour im Mietwagen

Rechzeitig zum Sonnenuntergang fahren wir am „House Erabo“ vor, wo hinter dem Tor bereits zwei Riesenkälber warten. Bruno und Luna, zwei riesengrosse, kuschelsüchtige, aber sehr wachsame Doggen sorgen auf dem Grundstück für Sicherheit. Elke McDonald hat sich dieses hübsche und günstig gelegene Refugium in 40 Jahren auf Jamaika aufgebaut. Werben muss sie nicht mehr, das Guesthouse der deutschstämmigen Elke steht seit Jahren verlässlich im Reiseführer. Herzlich werden wir begrüsst. Wie auch Lydia und Volker ist sie schon länger über Facebook mit uns verbunden und verfolgt alle unsere Kanäle aufmerksam. Sie zeigt uns unser Zimmer mit einem grossen Doppelbett, in dem man die Bettdecke nicht teilen muss, weil jeder seine eigene hat. Das ist recht ungewöhnlich, in den meisten Herbergen auf Jamaika gibt es nur EIN Laken zum Zudecken für Beide. Die Zimmer und der Rest des Guesthouses ist gemütlich eingerichtet, es fehlt an nichts. Müssig zu erwähnen, dass es auch hier warmes Wasser gibt und für jeden je ein grosses und ein kleines Handtuch. Soviel Luxus haben wir hier gar nicht erwartet, House Erabo ist vergleichsweise preiswert. Unschlagbar jedoch ist die Lage am Strand, der zum Anwesen gehört und gemeinsam mit der Sonnenterrasse den Bräunungswilligen zur Verfügung steht. Mit der Aussicht aufs den schäumenden Ozean verzehren wir unsere Mandeville- Patties mit einem Red Stripe und nutzen danach das recht gut funktionierende WiFi um Facebook zu checken (Lars) und am nächsten Beitrag zu schreiben (Dörthe). Als Wiegenmusik gibt es später die bewährte Baumfrosch- Meeresrauschen- Kombo, als wir uns in die Betten fallen lassen.

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Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Kategorien:2018, Woche II - 11.02.- 17.02.2018- von Belmont bis Runaway BaySchlagwörter:, , , , , , , , , , , , ,

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