21.- 23.Januar 2017 * Montego Bay und Boscobel


Lesezeit: 7 Minuten

Der Moment, wenn die grünen Hügel Jamaikas im Meer erscheinen …
Der Moment, wenn das Flugzeug endlich gelandet ist und man realisiert,
man ist wieder da …
Der Moment wenn man aus dem Flughafengebäude tritt und einen die Sonne mit voller Wucht trifft: DAS ist der schönste Moment.
***

21. Januar 2017 – Das erste Red Stripe ist immer das Beste!

Geschafft vom langen Flug mit der CONDOR aus Frankfurt haben wir auch die nervige Einreisekontrolle hinter uns gebracht und hielten Ausschau nach Lawrence. Der Betreiber und Besitzer des« Castle Vue B&B Montego Bay», wollte uns gegen einen kleinen Obolus abholen. Da er unseren schriftlichen Wunsch danach nicht extra bestätigt hatte, waren wir gespannt, ob das klappen würde. Hilfreich wie die geschäftstüchtigen Jamaikaner sind, hätte uns beinahe schon ein Taxifahrer gekidnappt, da sahen wir Lawrence und waren erleichtert.

Mit uns an Bord seines Pickups waren noch 2 Italienerinnen, die das erste Mal die Insel besuchten. Es dauerte auch nicht lange und wir waren in der ruhigen Wohngegend im «Mango Walk» angekommen, wo sich das gepflegte Anwesen und das Haus befindet, in dem auch Lawrence und seine reizende Frau Darleene leben und mehrere Gästezimmer mit eigenen Badezimmern inklusive Frühstück vermieten. Einige der super-sauberen Zimmer haben sogar Meerblick. Auch von der rückwärtigen Gemeinschaftsterrasse hat man eine tolle Aussicht auf das Meer, wohin man allerdings gut 10 Minuten mit dem Auto braucht.

Lawrence ruft gern ein Taxi, auch in die Stadt. Da wollen wir später zum Abendessen noch hin. Doch erstmal gönnen wir uns und dem gerade anwesenden Gärtner des Hauses ein erfrischendes, kühles Red Stripe zum Ankommen und beziehen das Zimmer. Eine halbe Stunde später geht es dann mit dem Taxi, welches wir uns mit den Italienerinnen teilen, zum berühmten Hip Strip in MoBay, wo wir hoffen, ein nettes Plätzchen für das Abendessen zu finden. Wir machen mit dem Taxifahrer und den Girls aus, dass man sich in 2 Stunden an genau der selben Stelle wieder trifft, wo er uns rauslässt, dann trennen sich die Wege. Die Damen entschwinden und wir werden das erste (aber nicht das letzte Mal) angesprochen, ob wir was zu Rauchen kaufen wollen. Wollen wir nicht, denn «We only smoke cigarettes.», jedenfalls Lars tut das.

Schon auf dem Weg im Taxi haben wir uns ein Restaurant ausgeguckt, wo wir gern essen würden und landen so im «Debut Fine Wine and Grill» von dessen ansprechend bestuhltem Aussenbereich man einen Seitenblick über den Hip Strip aufs nächtliche Meer erhaschen kann. Wir bestellten bei der sehr netten Kellnerin namens Marvet Hot Shrimps, welche wirklich sehr scharf waren und eine Art Würstchen, welche sich als eine Kreuzung aus Brat-und Knackwurst entpuppten und auch recht spicy mundeten. Beides kam mit Gemüse und war warm.

Die Servicezeiten waren durchschnittlich, man muss in jamaikanischen Restaurants oft lange warten und froh sein, wenn alles, was man bestellt hat, auch vorhanden ist und so serviert wird. Das kennen wir ja schon. Alles in allem war das Essen und der Service im «Debut Fine Wine and Grill» in Ordnung. Da wir Lust auf einen Kaffee hatten, der aber im Restaurant nicht angeboten wurde, hat uns die Kellnerin sogar noch einen To-Go aus der nebenliegenden Coffeebar organisiert.

So gesättigt und zufrieden fanden wir auch wieder den Treffpunkt, wo die Damen und das Taxi dann auch relativ pünktlich eintrafen und liessen uns zum «Castle View» zurückfahren, wo uns dann der typische Jamaika- Sound aus Baumfröschen und Hundegebell in den Schlaf wiegte.

22. Januar 2017 – Shoppingtour und Sightsseing im Linksverkehr

Guten Morgen Montego Bay! Mit der „Jamaikanischen Morgensymphonie“ aus Hundegebell, Hahnengeschrei und Vogelgezwitscher werden wir an unserem ersten Morgen auf Jamaika geweckt und geniessen den ersten Sonnenaufgang durch das Moskitogitter des Fensters.

An unserem ersten Tag auf Jamaika steht eine Menge auf dem Tagesplan, aber erstmal gibt es Frühstück. Uns erwartet ein üppig gedeckter Tisch mit Ackee and Saltfish, Breadfruit, Jamaican Apples, Orangen und Festival und dazu reichlich Kaffee oder Tee. Mit am Tisch sassen die beiden Italienerinnen von gestern und andere Gäste des Hauses, was sich gesprächsfördernd auswirkte. Danach zahlten wir die Unterkunft, auch für die letzten Tage unserer Reise schon, verabschiedeten uns von Lawrence und Darleene und liessen uns mit unserem Gepäck zu AVIS fahren, wo wir dann unseren Mietwagen abholtenAVIS befindet sich direkt in der Ankunftszone innerhalb des Flughafengebäudes und man kommt, einmal draussen, nicht so leicht an den Serviceschalter.

Wir klopften an die Hintertür, wo man uns irgendwann auch erhörte, uns in eine Liste eintrug und uns mit Besucherschildchen ausgestattet in den Ankunftsbereich des Flughafens schleuste. Die Anmietung des Wagens klappte recht problemlos, wieder draussen bekamen wir den Wagen, einen Toyota RAV 4, gezeigt und unterschrieben das Kontrollprotokoll und rollten dann von dannen. Sich nicht sofort nach der anstrengenden Anreise nach Jamaika  in einen Mietwagen zu setzen, schon gar nicht in einem Land, wo Linksverkehr herrscht und man sich erstmal an das Temperament der anderen Verkehrsteilnehmer gewöhnen muss, war eine gute Entscheidung. Autofahren auf Jamaika ist zunächst sehr gewöhnungsbedürftig.

Unser erster Halt führte uns auf den Parkplatz eines Einkaufszentrums, wo wir uns mit dem Nötigen versorgten. Gut, dass wir uns vorher schon informiert hatten, wo man am Sonntag einkaufen kann. Nur die gewünschte Kühlbox haben wir noch nicht bekommen. Das ist erstmal nicht tragisch und wir geniessen die Weiterfahrt durch uns bekannte Gegenden. Den ersten Sightseeing-Stopp machen wir am Rose Hall Great House, wo wir bis dato noch nicht waren. Die frei erfundene Grusel-Geschichte um Annie Palmer, der «White Witch of Rose Hall» wird hier recht anschaulich vermittelt. Sicher ist die Abend-Führung bei Kerzenschein noch eindrücklicher. Uns hat 2016 das Greenwood- Greathouse, welches auch nicht weit entfernt ist, besser gefallen.

Quasi auf dem Weg zu unserer nächsten Unterkunft, Tina’s Guesthouse in Boscobel, liegt der Columbus Park in Discovery Bay. Hier soll Columbus das erste Mal jamaikanischen Boden betreten haben. Trotz «Führung» durch einen der geschäftstüchtigen Jamaikaner vor Ort, flasht uns das vernachlässigte Gelände nicht wirklich und weil wir Lust auf einen Kaffee haben, es aber beim Columbus Park keinen gibt, fahren wir weiter nach Runaway Bay, wo wir dem Royal Decameron im Vorbeifahren winken und bei Sharkie’s Seafood am Strand einkehren. Mittlerweile haben wir auch wieder Hunger und bestellen etwas zu essen, Frischen Fisch und Peppered Shrimps. Jawoll, Dörthe lieeeeeeeeeebt Shrimps. Das war eine schöne Sauerei, denn sie waren zum Selberpulen und höllisch scharf, aber genauso wie Lars‘ Redsnapper lecker und frisch.

Vor Sonnenuntergang kommen wir wie geplant in Boscobel an, übersehen auch den winzigen Hinweis zu «Tinas Guesthouse» nicht und finden das lachsroseorangefarbene Haus, das wir von Bildern schon kennen, dann sofort. Freundlich werden wir begrüsst, unser Riesenraumschiff passt sogar noch auf den kleinen Platz vorm Haus. Nachdem wir uns in unserem hübsch eingerichteten Doppelzimmer einquartiert sowie für den nächsten Tag ein Frühstück geordert haben und nachfragen, wo man denn in der Nähe noch essen könne, bekommen wir sogar noch ein kleines Abendessen improvisiert und den Hinweis, wenn wir Abendessen wollen, könnten wir morgens für abends Bescheid geben.

Wir lassen den Abend bei Sonnenuntergang und Red Stripe auf der Dachterrasse ausklingen und lauschen dem Sonntagssound Jamaikas: Mix of selected music from everywhere around – featuring The Treefrogs.

23. Januar 2017 – Zu Besuch bei Marleys und der Pinocchio von Nine Miles

Guten Morgen, Boscobel! Noch ein bisschen von der unruhigen Nacht gezeichnet, verursacht durch den nächtlichen Strassensound, der doch von der Hauptstrasse herüberschallte, die Hunde und die mit Polyesterwatte gefüllten Kissen, geniessen wir das jamaikanische Frühstück. Kaffee gibt es nicht, er ist ja eigentlich Luxus und unsere Einladung auf eine Tasse Selbstgebrühten aus dem mitgebrachten Coffeemaker wurde von Lansfield, dem Hausherren gern angenommen. Wir finden ja, Guesthouse klingt so gastfreundlich und das sind Beverly, Lansfield und ihre Tochter Aisha, die ihr Wohnhaus mit ihren Gästen teilen, auch. Die Housekeeperin Annett sorgte dabei für die Sauberkeit und manches mehr.

Die Sonne scheint wieder nur für uns und auf unserem Plan steht ein Besuch in Nine Miles, wo Bob Marley geboren und auf dem Mount Zion bestattet ist. Ein Besuch bei Bob ist für uns bei jeder Jamaika-Reise Pflicht und wir haben es bisher nie bereut, weil es auch immer etwas Neues zu sehen gibt. Die Anreise gestaltet sich gewohnt hoppelig, aber die Strassen sind uns durch die Besuche schon fast vertraut und wir freuen uns über alles, was wir wiedererkennen.

Durch einen kleinen Umweg, verursacht durch eine unbefahrbare und gesperrte Strasse, kamen wir dieses Mal aus anderer Richtung als sonst in Nine Miles an und wurden sofort von Einheimischen zu einem staubigen Parkplatz gewunken, denn «unten ist alles voll». Dass das eine glatte Lüge war, bekamen wir recht bald mit. Als wir durch das Tor zum Gelände des Bob Marley Mausoleums kommen, sind kaum Touristen da und wir bemerken auch die grossen Parkplätze, die anscheinend für Reisebusse neu geschaffen wurden.

Wir kaufen uns etwas zu trinken, zahlen unseren Eintritt und kaum haben wir uns ein bisschen umgeschaut, gehts auch fast schon los. Den Tour-Ablauf beim Bob-Marley-Mausoleum kennen wir schon, aber auch dieses Mal werden wir wieder überrascht. Neu auf dem Gelände ist der Nachbau des Hauses, besser gesagt einiger Zimmer von Mama Marleys Eltern, die hier ebenfalls bis zu ihrem Tode lebten. Nach der Tour machen wir noch einen Gang durch den Souvenirshop, wo wir endlich unsere Fangarderobe erneuern können.

Als wir dann zu unserem Parkplatz zurück kamen war unser Auto «geputzt»- jedenfalls sollte es so aussehen, als ob. Der junge Mann war darüber enttäuscht, dass das Trinkgeld trotzdem recht schmal ausfiel. Hätte er uns nicht angeschwindelt, was die Parkplatzlage betrifft, hätte er auch mehr bekommen. Nachhaltigkeit ist nicht so ein «Jamaican thing».

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Mittlerweile ist es mitten am Nachmittag und wir machen uns auf die Rückreise. Gerade noch rechtzeitig schaffen wir es zum Seville Great House, welches wir in einer «Privatführung nur für uns» mit dem Guide Eldon besichtigen dürfen. Hier wurde weder Wert auf originalgetreue Möblierung gelegt, noch bekommt man Spukgeschichten erzählt. Hier, wo die Spanier ihre erste feste Siedlung Sevilla la Nueva errichteten, wird die Geschichte Jamaikas auf Tafeln dargestellt und man kann die Ruinen der Festung noch heute erkennen. Wir fanden es jedenfalls sehr interessant. Die Dämmerung schleicht sich bereits an und wir müssen wieder los, denn wir haben noch eine Verabredung mit jemandem, den Lars bei Facebook kennenlernte und dem wir Post aus der Heimat übergeben wollen.

Daheim machten wir uns frisch und zogen uns um, leider konnten wir kein Taxi bestellen, weil niemand eine Nummer wusste. Für Route-Taxis sind wir gerade nachts noch zu schisserig. Da nutzte es nix, Lars musste schon am 2. Tag auf Jamaika im Dunkeln fahren. Alles ging gut. Wir trafen Michael, der bei St.Ann’s Bay eine Villa vermietet, mit seiner Frau Sofia im Spring Garden Restaurant bei Ocho Rios. Es war ein netter Abend in English, aus Rücksicht auf Sofia, die genauso gut Deutsch spricht, wie wir Spanisch.

Dörthe merkt wiedermal, dass sie Englisch besser schriftlich statt mündlich beherrscht. Die Konversation wurde leider auch durch vorbeirauschende Trucks getrübt, denn das Spring Garden liegt an der Hauptstrasse. Aber das Essen war gut. Der Service war wie gewohnt durchschnittlich, an der Schulung von Personal könnte auf Jamaika noch gearbeitet werden. Nach Hause kommen wir gut – trotz Schlaglöchern und beweglichen, unbeleuchteten Objekten am Strassenrand. So ist der zweite ganze Tag auf Jamaika schon vorbei und wir legen uns aufs Ohr.

Weiter geht’s auf der nächsten Seite… 

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

Unsere Facebook-Gruppe – zum Austausch mit anderen Jamaika-Reisenden
und Jamaika- Fans

Kategorien:Jamaikatour 2017, Woche I -21.01.2017- 28.01.2017- von Montego Bay bis Port AntonioSchlagwörter:, , , , , , , , , ,

2 Kommentare

  1. You guys packed quite a bit into this trip! Sounds great. Hope you enjoyed the rural countryside. As much as our beaches and urban comforts are great, my favourite parts of Jamaica are the mountains and countryside.

    • Yes, we are always interested in „going places“ and discovering more than beaches and tourist attractions. We love the mountains too and the countryside. Next trip will start exactly in a month. If you feel like and if you have time, we would enjoy to do something together. Just let us know. We are most interested in people. 🙂

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