09. und 10. Februar 2017 * Montego Bay


9. Februar – Alles auf Anfang und aller Mühen Lohn

Ein Kaffee und ein paar leckere Früchte aus unserem Vorrat müssen zum Frühstück genügen. Noch einmal geniessen wir die wundervolle Panorama- Aussicht vom „Welcoming Vibes“ in Treasure Beach. Auch Paul als Handwerker und Fischerman freut sich über das kleine blaue Schweizer Taschenmesser zum Abschied. Heute ist unser Startpunkt Montego Bay das Ziel und wir holpern an und über der Küste entlang in Richtung Westen. Doch so schnell lässt uns die Südküste nicht los. Wir entdecken unterwegs wieder einen hübschen kleinen Strand mit vereinsamten Fischerbooten, der uns schon von Bildern her bekannt vorkommt. Möglicherweise ist es der Fort-Charles-Beach, wo wir uns ein letztes Mal der Ruhe und dem Meeresrauschen von Treasure Beach hingeben. Ein grosses Stück versteinerte Koralle erinnert uns an diesen Moment.

In Black River halten wir schnell noch auf einen „Pattie to go“, denn von der beschaulichen, ruhigen Südküste Jamaikas zur Nordwestküste ins „hustling bustling“ Montego Bay ist es eine lange Fahrt. Bei den Y.S.- Falls, deren imposante Kaskaden uns nun schon zum dritten Mal faszinieren stoppen wir erneut. Als wir das erste Mal hier waren, hatten wir keine Badesachen dabei. Das ist uns danach
nie wieder passiert (grins). Beim zweiten Mal bekamen wir die Kräfte der Natur eindrucksvoll demonstriert, denn es hatte kürzlich geregnet und viel Wasser. Da verzichteten wir auch lieber auf eine Klettertour. Dieses Jahr aber hat alles gepasst- das Wetter, die Wassermenge und auch die Guides waren nicht mehr so hartnäckig wie gewohnt. So erfrischte sich Lars zwischendurch in einem der Naturbecken der Fälle von der ganzen Fahrerei. Wem das zuviel Natur ist, der kann auch den ansprechend gestalteten Pool nutzen. In den letzten 5 Jahren hat sich viel getan an den YS-Falls und der Platz wird mehr und mehr zur touristischen Attraktion mit allen möglichen Annehmlichkeiten (mehr Umkleidekabinen/WCs, Food-Court, Spielplatz, Hummingbird-Tränken) ausgebaut. Auch einen Food-Court mit vielversprechendem Angebot gibt es. Allerdings hatten wir weder Lust, noch Zeit
auf einen Burger 20 (jamaikanische) Minuten zu warten.

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Naturgewalten * 2013- 2014- 2017

Über die bergigen Ausläufer des Cockpit Country mit ihren tollen grünen Panoramen gelangten wir dann ohne nennenswerte Stopps an die Nordküste- Montego Bay hat uns wieder! Im Castle Vue angekommen, werden wir gleich von Lawrence interviewt, wie unsere Reise war und er ist sichtlich froh, uns wohlbehalten zurück zu sehen. Wir bekommen ein noch schöneres Zimmer als in der allerersten Nacht mit zwei riesengrossen Betten. Doch da hinein zieht es uns zunächst nicht, denn seit Kurzem gibt es ein „Hard-Rock-Cafe“ in Montego Bay. Das wollten wir uns anschauen und hofften, vielleicht dort zu Abend essen zu können. Ein befreundeter Dauer-Kreuzfahrer, der arbeitet, wo andere Urlaub machen- auf der AIDA- hatte uns schon vor ein paar Wochen erzählt, dass zwar das Hard Rock Cafe schon geöffnet sei, die Küche allerdings noch nicht. So war es dann auch, als wir uns dort umschauten. Man wisse nicht, ob die Küche heute öffnen könne, aber wir sollten doch gern auf einen Drink hereinkommen,
was wir dankend ablehnten.

Auf der Fahrt zum Freeport war uns nämlich noch ein anderes Restaurant aufgefallen, welches man in vielen Reiseführern findet, weswegen sich der Name eingebrannt hatte: „The Houseboat Grill“. Das gönnen wir uns jetzt, als vorgezogenen Tourabschluss. Diese wunderschöne Naturhafenkulisse im Sonnenuntergang- was meint es das Universum wieder gut mit uns! Und es kommt noch besser: Das Essen und der Service waren ebenso weltklasse wie das gesamte Ambiente dieses romantischen Plätzchens. Durchaus ein Kontrast zu dem ursprünglichen Jamaika, welches wir auf unserer Tour kennenlernten, aber jetzt gerade genau richtig. Mit der Welt zufrieden und verzückten Gaumen fahren wir wieder ins Castle Vue, wo wir uns in den zwei riesengrossen Betten
wie Durchlaucht fühlen.

10. Februar- Bargeldlose Ehrenschulden und gemischte Gefühle
beim Kuscheln mit Kolibris

Leider konnten wir die letzte Nacht nicht geniessen, da den Rest der Unterkunft eine ganze Familie Exil-Jamaikaner belegt hatte. Diese spielten die ganze Zeit im offenen Gemeinschaftsbereich Domino, wobei sie die Steine kräftig auf den Tisch knallten und auch sonst recht laut waren. Da taten uns auch Lawrence und Darleene leid, die ja mit im Haus schliefen und ihre Gäste nicht mit Meckerei verärgern wollten. Nachdem ich  dann mitten in der Nacht völlig entnervt und übermüdet meinen Mut und mein schlechtestes Englisch zusammengekratzt und gebeten hatte, dass sie sich doch bitte mässigen mögen, gaben sie Ruhe. Dafür wurden wir dann mit dem besten Frühstück Jamaikas verwöhnt. Darleene und ihre Küchenhilfe hatten an diesem Morgen Callallo mit Saltfisch gezaubert.

Heute steht das „Rocklands Bird Sanctuary“ und danach noch ein Sightseeing in Montego Bay auf dem Tagesplan und so brechen wir bald in Richtung Negril auf, um bei Reading in Richtung Anchovy abzubiegen. Hier halten wir nach Zeichen Ausschau, die uns zum Lebenswerk von Miss Lisa Salmon führen sollten, die mit dem „Rocklands Bird Sanctuary“ vielen der heimischen jamaikanischen Vogelarten ein Paradies geschaffen hat. Das winzige, fast verrottete Schild übersahen wir natürlich und fuhren dann auch prompt an der Abzweigung vorbei, was wir aber rasch bemerkten und uns so doch die enge, wirklich schlechte Zufahrts- ähhh- strasse hochquälten. Am Vogelparadies angekommen, wunderten wir uns, wie auf dem Pseudo-Parkplatz überhaupt mehr als 3 Autos parken sollten. Doch irgendwie gelang es uns und wir fanden uns bald darauf vor einem unscheinbaren Schild wieder, auf dem tatsächlich: „Rocklands Bird Sanctuary“ stand. Wir traten ein und trafen auf einen schüchtern scheinenden Mann, der nicht als Angestellter auszumachen war und fragten ihn, wie „es funktioniert“ und was der Eintritt kostet. 20 USD p.P. – es ist nirgends eine Preistafel zu sehen. Wir hätten uns gewünscht, dass er auch erklärt hätte, wie es nun weitergeht. Ausser uns wartete noch eine Vierergruppe mit deutschsprachiger Führung, die anscheinend auch mehr Erklärungen erwartet hatte. Auf die Frage, ob er der Guide wäre meinte der Herr „Not really“. Alle nahmen an, es ist grade Lunchtime und wir warteten auf den Guide. Dann irgendwann gab man uns Fläschchen mit Zuckerwasser und wir durften auf Plastikstühlen Platz nehmen, um auf die Hummingbirds zu warten. Es kamen einige, die vom Zuckerwasser naschten und sicher haben alle schöne Fotos bekommen.

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Lars hat sich ein wenig auf dem Gelände umgesehen und auch tolle Fotos von der Bucht  vom oberen Pavillion aus gemacht. Schade dass man uns nicht dort platziert hat, statt auf diesen Plastikstühlen am Haupthaus. Es waren auch noch mehr Vögel zu sehen, die an Obst und Tränken naschten, leider wurde uns nichts dazu erklärt und es kam auch kein Guide. Wenn die Reeling des Pavillions für erklärende Schilder genutzt würde, wäre das eine prima Lösung für alle Wissbegierigen. Erfreut hätte uns ebenso, wenn Erfrischungen zum Kauf angeboten worden wären. Also alles in allem eine Halbe-Halbe- Erfahrung. Halb schön, halb doof. Wir verstehen ja die Grundanliegen des Ecotourismus, aber das Rocklands Bird Sanctuary wird als touristische Attraktion beworben und für den Preis von 20 USD hätten wir wirklich ein kleines bisschen mehr erwartet.
Und somit hätten wir jetzt auch unsere „Ehrenschulden“ eingelöst, denn in unserer Facebook- Gruppe hatten wir in einem Beitrag einen ausführlicheren Bericht über das  „Rocklands Bird Sanctuary“ versprochen. HIER war er.

Zurück in Montego Bay cruisten wir ein wenig durch die Stadt, doch wo parkt man am Besten zum Sightseeing? Wir entschieden uns, den letzten Nachmittag stattdessen lieber am Strand zu verbringen, denn den bekannten Doctory Cave Beach sollte man schon mal besucht haben. Also zahlten wir den Eintritt und knallten uns auf’s Handtuch, um noch den letzten Sonnenbrand herauszufordern. Der überschaubare Stadtstrand punktet mit weissem, weichen Sand und Badende wie Sonnenanbeter können von hier aus den ganzen Tag die Landemanöver der Urlaubsflieger beobachten. Cocktails und andere Erfrischungsgetränke werden währenddessen direkt ans Strandhandtuch serviert. Das lassen wir uns gefallen, uns treibt nichts mehr. Auf dem Nachbarshandtuch erkennen wir ein Pärchen aus dem Porty Hostel wieder, man tauscht sich kurz über den Reiseverlauf aus und wir sehen den Beiden am Sonnenbrand an, dass sie die letzte Woche schon hier in MoBay abgechillt haben.

Jamaika

Auch der letzte Tag neigt sich dem Ende zu. Wir spülen uns den Sand in der Umkleide ab und begeben uns ein letztes Mal auf die Jagd nach Barem und Essbarem. Letzteres soll heute Jerk sein- zum Abschied scheint uns das angemessen und wir erlegen Selbiges bei Jerky’s Bar und Grill beim Fairview Einkaufszentrum, wo wir auch erfolgreich Cash fangen. Mitten im Feierabendstau von Montego Bay werden wir von einem Goldmond überrascht, voll und hellorange prangt er am Himmel. Daheim angekommen beschliessen wir den Tag auf der Terrasse. Wir haben das Haus für uns allein und Lawrence gesellt sich zu uns, er ist ein wirklich interessanter Mensch und hat viel zu erzählen. Klar, leistet uns auch das eine oder andere Red Stripe Gesellschaft und bis auf die Hunde der Nachbarschaft stört auch niemand den seligen Schlummer, in den wir dann sinken.

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Kategorien:2017, Woche III- 05.02.2017- 11.02.2017- von Kingston bis Montego BaySchlagwörter:, , , , , , , , , , ,

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