H wie HO(S)TELS im OSTEN Jamaikas


PORT ANTONIO

PORTY HOSTEL
Der Italiener Stefano betreibt seit einigen Jahren dieses klassische Hostel (wir würden sagen Jugendherberge) mitten in Port Antonio. Michelle kümmerte sich tagsüber um Küche und Housekeeping und Chris ist der Stamm-Nightguard und verkauft auch abends Getränke. Die drei sind sehr offen, freundlich und hilfsbereit. 

Privatsphäre und genug Platz ist uns wichtig, darum hatten wir das Privatzimmer gebucht. Das Bett war ausreichend gross, die Matratze gut, allein die Kissenfüllung und die hauchdünnen Laken zum zudecken fanden wir gewöhnungsbedürftig. Aber es war, trotz Ventilator im Zimmer, eh warm. Handtücher waren nicht im Preis, so mussten unsere Strandtücher herhalten. Das auf Booking.com angepriesene dazugehörige «eigene Bad» entpuppte sich als ein aussen liegendes WC, welches auch das Personal benutzte. Leider gibt es wohl für die Gastgeber bei Booking.com keine Auswahl für «privates WC», so erklärte uns Stefano das Missverständnis. Das war trotzdem manchmal nicht schlecht wenn das andere WC belegt war, weil jemand musste oder grade duschte. Die Dusche befand sich nämlich im selben Raum und ist (wie in Hostels üblich) eine für mehrere Gäste, was sich natürlich bei der Sauberkeit bemerkbar machte. Das erste Mal auf Jamaika hatten wir nun nur kaltes Wasser zum Duschen, doch wenn die Duschtasse so gross ist, dass man von Strahl zu Strahl hüpfen kann, geht es einigermassen.

Unser Schlaf war im Porty Hostel durch die Menge der Gäste des Nächtens immer etwas unruhig. Irgendeiner musste immer aufs Klo, kam grade heim oder ging an den Kühlschrank im Gemeinschaftsbereich. Wer da so wachsame Mutti-Ohren hat wie Dörthe, findet wenig Ruhe. Auch in Port Antonio selbst ist nachts immer etwas los. Irgendwo gibt’s immer was zu feiern. Am Besten, man macht einfach mit. Und wenn die Party vorbei ist, legen die Hunde los. Who let the dogs out…?

Das tägliche Frühstück bestand aus Rührei, Toast und Plantain, was sehr einseitig, aber vom Preis mit 2 USD okay ist. Kaffee und Tee gab es rund um die Uhr gratis zum Selbstmachen. Die Kaffeemaschine braucht lange, was aber durch die geringe Spannungsleistung überall auf JA mit Elektrogeräten so ist. Küche ist sowieso so ein Thema, wenn viele Menschen etwas Essbares zubereiten wollen. Wir fanden das Benehmen einiger Gäste echt daneben, die benutztes Geschirr nicht abwuschen, sich frei aus dem Kühlschrank von Vorräten Anderer bedienten, volle Ascher stehen liessen und Stefanos Bitte «Feel like home.» sehr wörtlich nahmen. Zudem machten sie sich noch lustig, wenn man dann den Mist aufräumte, den sie hinterliessen.

Porty Hostel Port Antonio

Porty Hostel ist generell ein offenes Haus, wo man ab und zu auch Freunde von Stefano antrifft. Zum Beispiel Shanty (Marlon Parkes), ein bekannter Reggae-Sänger auf Jamaika, der sogar ein «Anthem» für das Hostel verfasst hat, sitzt beinahe täglich auf der Terrasse. Ein guter Platz für ebenso offene und menschenfreundliche junge Leute, wo wir auch 2 nette Pärchen kennenlernten. Eines befand sich gerade auf Weltreise und wir konnten Ihnen noch kurzfristig Tina’s Guesthouse ans Herz legen. Das andere ist aus der Schweiz, mit ihnen machten wir eine Bamboo-Rafting-Tour auf dem Rio Grande.

Stefano selbst bietet zwar auf seiner Website einige interessant klingende Touren an, aber da sich wohl die Zusammenarbeit mit den Jamaikanern als unzuverlässig herausstellte, hat er das Tourguiding aufgegeben. Gibt aber gerne Tipps und stellt bei Bedarf Kontakte her. Den Fakt, dass sich dort manchmal Nicht-Gäste tummeln, haben Andere bemängelt. Stefano erklärte uns jedoch, dass es grade in einer Stadt sicherer sei, wenn ab und zu jamaikanische Freunde nach dem Rechten sähen, wenn er nicht anwesend sei. Immerhin ist er ja selbst ein weisser Ausländer und nicht alle Jamaikaner seien ihm wohlgesinnt.

Porty Hostel können wir allen eingefleischten Hostelfans empfehlen, unser Ding sind Hostels nicht, die Erfahrung haben wir abgehakt.

MANCHIONEAL- ZION COUNTRY
Tief im Osteeeeen… wo die Sonne aufgeht, … wo Tourismus als «community-and ecofriendly» gelebt wird, hat sich der Niederländer Fredericus Enneking in jahrelanger eigenhändiger Handwerksarbeit den Traum von einem ökofreundlichen, rustikalen Ferienresort erfüllt. Wegen seines unaussprechlichen Vornamens bekam er von den Jamaikanern den Spitznamen Free-I. Wir buchten dort eine Doppelkabine mit aussenliegendem, geteiltem Bad für 4 Nächte und hatten eine eher rustikale Erfahrung erwartet, sollten aber positiv überrascht werden. Bei unserer Anreise an einem Sonntag wurden wir herzlich von Owen und Free- I sowie den beiden «Hofhunden» und der Katze begrüsst. Da Sonntag der freie Tag der Crew ist und nicht gekocht wird, schlugen die Beiden uns vor, mit ihnen nach Long-Bay zu kommen, wo man sicher etwas zu essen bekäme.

Doch erstmal bezogen wir unseren luftigen Holzbungalow, worin sich ausser einem gemütlichen Doppelbett sowie einem Stuhl und Regalen nicht viel mehr befand. Sehr nützlich erwies sich das Moskitonetz, denn in manchen Gegenden Jamaikas muss man sich vor den geflügelten Plagegeistern schützen. Die WCs und Duschen für alle Gäste sind zahlenmässig ausreichend und trotz Aussenlage sehr sauber und gepflegt. Handtücher waren nicht inklusive und es gab nur kaltes Wasser, aber die Aussicht beim Duschen macht so Einiges wett. Wir genossen die Aussicht vom Bett aus über die Bucht. Die Ruhe, untermalt von Meeresrauschen ist herrlich. In der stufenförmig angelegten Anlage inmitten eines üppigen, grünen Gartens kann man allerlei Getier beobachten. Wir sahen Hummingbirds, Einsiedlerkrebse, Glühwürmchen und Schmetterlinge. Nicht zu vergessen die wirklich sehr lieben Haus-und Hofhunde und die Katze, die gerne mal schauen kommen, wie es den Gästen auf der lauschigen Veranda in der Hängematte geht.

Zion Country Manchioneal

Owen- Koch und herzensgute Seele des Anwesens-, Tamara im Frühstücksservice und Housekeeping, und Free- I kümmerten sich engagiert um unser leibliches Wohl. Hier bekamen wir und die anderen Gäste im Gemeinschaftsbereich morgens ein sehr «toastlastiges Frühstück mit Jamaikanischen Akzenten» sowie auf Bestellung am selben Morgen auch abends ein Abendessen mit Fisch oder Hühnchen nach Wahl serviert, welches immer lecker war. Wenn die Glocke bimmelte, hiess das: Essen ist fertig. Nach dem Abendessen kann man in geselliger Runde mit anderen Gästen Reiseerfahrungen austauschen. Free- I gesellt sich gern dazu und serviert erfrischende Getränke zu fairen Preisen und gibt gerne Tipps zu Ausflügen und ist bei der Organisation behilflich. Wir hatten einen wundervollen Ausflug mit zwei Pärchen aus Österreich und Amerika zu den nahe gelegenen Reach-Falls. Owen hatte telefonisch den Guide organisiert, der uns schon am Fluss erwartete und mit uns zu einer erfrischenden Flusswanderung aufbrach, an deren Ende sich die Reach-Falls ergiessen.
Sonst ist die Gegend eher ruhig und etwas abgelegen vom Touristenrummel, Restaurants gibt es so gut wie gar nicht und auch Strassenstände mit Essen sind schwierig zu finden und beschränken sich meist auf «Fried Chicken» mit Reis.

Für Reisende, die die Ruhe suchen, ist Zion Country genau richtig. Auch wir empfehlen diesen schönen Ort mit herzlichen Menschen gern weiter.

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