B wie Blue Mountains ODER Warum sind Jamaikas Berge blau?


Weisse Strände, türkisblaues Meer, Palmen. SO stellt man sich Jamaika vor, oder?
Gebt’s zu, auch ihr seid auf das Klischee reingefallen . Dabei hat die schöne Karibikinsel weit mehr zu bieten, z.B. Bergwanderungen und Biking-Trails, jawoll. Mehr oder weniger ist nämlich das ganze «Innenleben» Jamaikas bergig.
 
Das Herz des Inselwestens wird geprägt durch das Cockpit Country, ein Karstplateau mit grünbewaldeten Hügeln. Im Osten von Jamaika erheben sich auf einer Strecke von 100 km von Nordwesten nach Südosten die hochaufragenden Blue Mountains. Jamaikas höchster Punkt ist der Blue Mountain Peak, der 2256 m über dem Meeresspiegel liegt und von dem aus Wanderer an klaren Tagen vom Gipfel aus das 210 km entfernte Kuba sehen können sollen. Als längste Bergkette in Jamaika und einer der größten in der Karibik, sind die Blue Mountains außergewöhnlich, spektakulär und imposant. 2015 wurden die „Blue and John Crow Mountains“ darum in die UNESCO- Weltnaturerbe- Liste aufgenommen. Die steilen Steigungen und abwechslungsreichen Relief erzeugen kühle Umgebungen inmitten tropischer Vegetation.

In die Blauen Berge fahren wir…  

Eins mal vorweg- wer glaubt, man könne die Blue Mountains mit einem tiefergelegten Opel Corsa bezwingen, der war nie «richtig drin». Wir hätten jedenfalls unsere Unterkunft nie erreicht, wenn wir nicht ein «vernünftiges Auto» gehabt hätten. Wie so oft weiss auch weder das Navi (welches wir mit Jamaika-Kartenmaterial gepimpt hatten) noch Google Maps, wo sich die kleine Kaffee-und Obstplantage wo wir Unterkunft nehmen wollen, befindet. Auch das gedruckte Kartenmaterial liess reichlich Verwirrung bei den Betrachtern zurück. Über das abenteuerliche Fahren in den Bergen wurde ja von uns schon in «A- wie Autofahren auf Jamaika» berichtet. Gar nicht so einfach, da auch noch auf die kleinen Schildchen mit allerlei Hinweisen zu Restaurants und Gästehäusern zu achten. Wobei man sich auch angesichts der «Strassen»-zustände immer wieder fragt: Sind wir hier noch richtig? Gut, dass wir uns noch die Anfahrtsbeschreibung schicken lassen haben. Die nützt aber nicht viel, wenn man sie nicht ausdruckt.

Schöne Aussichten in den Blue Mountains

Ausnahmsweise sind die Fahrzeiten, die Jamaikaner angeben mal nicht «soon come», sondern auf ihre eigene Fahrweise bezogen. So brauchten wir oft sicher doppelt so lange, als uns angekündigt wurde. Allerdings auch, weil unterwegs das eine oder andere grandiose Bergpanorama zum Anhalten lockte. Bei Irish Town z.B. hat man einen tollen Blick auf Kingston. Irgendwann hatten wir auch den letzten steilen, steinigen, engen Pfad bewältigt und standen vor dem Anwesen, wurden freundlich begrüsst und bezogen unsere Hütte. Nach dem extra für uns zubereiteten Abendessen (Fisch, Gemüse und Reis) genossen wir die abendliche Bergkulisse und den unglaublich klaren Sternenhimmel und gingen früh ins Bett. Am nächsten Tag machten wir uns auf nach Mavis Banks, einer Kaffeefabrik, die man besichtigen kann.

Ein wirklich königlicher Kaffee

Kaffeeplantage, Kaffeefabrik… seid ihr verwirrt? Auch so ein Klischee, dass Jamaika ausser Rum und vielleicht Bananen nichts Anderes zu exportieren hat. Dazu in einem späteren Beitrag mehr. Denn jetzt gibt’s erstmal ein Tässchen vom weltberühmten (jaaaaa) Blue-Mountain-Coffee. Die Queen trinkt ihn, James Bond trinkt ihn und die Japaner kaufen 70- 90 % der Ernte eines der teuersten Kaffees der Welt. Doch warum ist dieser Kaffee so teuer? Die nahrhaften Böden der Blue Mountains und das regenreiche Klima sorgen für perfekte landwirtschaftliche Bedingungen, weshalb die Berge selbst so grün und tropisch sind. Hier wird der berühmte jamaikanische Blue Mountain Coffee, zwischen 600 und 1500 Metern ü.M. angebaut. Die Arabica-Bohnen wachsen wegen des kühlen Klimas und der vielen Niederschläge besonders langsam und schonend heran. Geerntet wird von Hand 2 Mal im Jahr. Erste Ernte: ca. September bis ca. Januar und Zweite Ernte: ca Februar bis Juni. Die kleinen Kaffeefarmen bringen ihre Ernte dann meist zur nächst gelegenen Kaffeefabrik wo der Rohkaffee gewaschen, geschält und getrocknet wird, bevor er nochmals handverlesen in die Röstung kommt. Danach wird er verpackt und verschickt. Eine Führung in einer Kaffeefabrik auf Jamaika ist wirklich empfehlenswert und für Koffein-Junkies eigentlich sogar Pflicht. Übrigens kam auch der Kaffee, wie so Vieles auf Jamaika, erst durch die Kolonisation auf die Karibikinsel. 1728 brachte der jamaikanische Gouverneur, Sir Nicholas Lawes Kaffee von der Insel Hispaniola nach Jamaika. Was den Jamaica Blue Mountain Coffee so besonders macht? Kaffee- Experten meinen, es sei seine Ausgewogenheit. Die Meisten verbinden ja mit Kaffee eine gewisse Bitterkeit und Säure. Beides ist im Blue-Mountain Kaffee nicht wirklich dominant. Dafür aber entfaltet sich ein intensives Aroma, mit natürlicher Süße und Milde. Sogar eingefleischte «Weiss-und-mit-Zucker-Trinker» trinken ihn schwarz.

Natürliche Vielfalt in den Blue Mountains 

Was wächst hier noch so ausser Kaffee und Mangobäumen? Durch das Klima gibt es hier vielfältige und üppige Vegetation mit reichlich hoch aufragenden Bäumen und mehr als 500 Arten von blühenden Pflanzen. Die Berge beherbergen den zweitgrößten Schmetterling der Welt: den Grossen Schwalbenschwanz oder auch Papilio homerus oder auch Jamaican Giant Swallowtail, von denen wir Einige sahen, aber keinen vor die Linse bekamen. Auch der jamaikanische Coney (Geocapromys brownii), eine Art Nagetier und die jamaikanische Boa (Epicrates subflavus) finden sich dort, zeigten sich uns aber ebenfalls nicht. Mehr als 200 Vogelarten leben in den jamaikanischen Blue Mountains, z.B. der Blue Mountain Loggerhead Bird.

Wer also dem Stress entfliehen und Natur erleben möchte, ist in den Blue Mountains auf Jamaika genau richtig. Ob nun zu Fuss oder per Mountainbike mit einem Guide oder mit einem Mietwagen, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Sicher lohnt auch ein Besuch im Holywell Recreation Park, wo man verschiedene Trails oder geführte Touren zu Fuss machen und sogar übernachten kann.

 Und warum sind nun die Berge Blau? Das kommt von dem fast permanenten feinen Nebel, der die Gipfel bläulich schimmern lässt. Also alles nur blauer Dunst… 
 

Mitreisen könnt ihr übrigens auch hier:

Unsere Facebook-Seite – die offizielle FB- Seite von „Touchin‘ Jamaica“

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